ICD-10-GM Kodes für Nichtischämische Kardiomyopathie (NICM) (I42.-)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von nichtischämischer Kardiomyopathie. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Kardiomyopathie, NICM, nicht-ischämische Kardiomyopathie
Kerninformation
Nichtischämische Kardiomyopathie wird bei primärer sowie alkohol- oder arzneimittel-/substanzbedingter Form meist über I42.- kodiert; wähle den endständigen Unterkode nach morphologischem Typ und dokumentierter Ursache. Verwende I42.- nicht bei ischämischer Kardiomyopathie (I25.5) oder wenn die Kardiomyopathie als Manifestation einer anderenorts klassifizierten Krankheit mit Primärkode plus I43.-* abzubilden ist.
Wichtigste Auswahlachse: morphologischer Subtyp versus dokumentierte Ursache bzw. sekundäre Genese
Wichtigste Warnung: I42.- nicht bei ischämischer Kardiomyopathie oder als isolierten Ersatz für eine sekundäre Kardiomyopathie mit Primärkode plus I43.-* verwenden.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn eine dilatative nichtischämische Kardiomyopathie dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn Alkohol oder Arzneimittel/sonstige exogene Substanzen als Ursache dokumentiert sind, eine ischämische Kardiomyopathie vorliegt oder die Kardiomyopathie als Manifestation einer anderenorts klassifizierten Krankheit zu kodieren ist. |
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| Verwenden, wenn eine hypertrophische obstruktive nichtischämische Kardiomyopathie dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn zwar eine hypertrophe Kardiomyopathie, aber keine Obstruktion dokumentiert ist; dann I42.2 prüfen. |
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| Verwenden, wenn eine sonstige hypertrophe nichtischämische Kardiomyopathie ohne dokumentierte Obstruktion vorliegt. | Nicht verwenden, wenn eine hypertrophische obstruktive Kardiomyopathie dokumentiert ist; dann I42.1 prüfen. |
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| Verwenden, wenn eine restriktive nichtischämische Kardiomyopathie dokumentiert ist und keine spezifischere I42-Unterform passt. | Nicht verwenden, wenn eine spezifischere Kardiomyopathieform wie eosinophile endomyokardiale Krankheit, Endokardfibroelastose, alkoholische oder arzneimittel-/substanzbedingte Kardiomyopathie dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn eine alkoholische nichtischämische Kardiomyopathie mit dokumentiertem Zusammenhang vorliegt. | Nicht verwenden, wenn Alkohol nicht als Ursache dokumentiert ist oder stattdessen Arzneimittel, sonstige exogene Substanzen oder eine andere Grunderkrankung ursächlich angegeben sind. |
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| Verwenden, wenn eine nichtischämische Kardiomyopathie durch Arzneimittel oder sonstige exogene Substanzen dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn Alkohol als Ursache dokumentiert ist; dann I42.6 prüfen. Nicht verwenden, wenn eine andereorts klassifizierte Grunderkrankung die Kardiomyopathie als Manifestation erklärt; dann Primärkode plus I43.-* prüfen. |
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| Verwenden, wenn eine idiopathische oder nicht näher bezeichnete nichtischämische Kardiomyopathie dokumentiert ist und keine genauere Zuordnung nach Typ oder Ursache möglich ist. | Nicht verwenden, wenn morphologischer Typ, toxische/exogene Ursache, ischämischer Bezug oder eine sekundäre Kardiomyopathie bei anderer Grunderkrankung dokumentiert sind. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Einordnung der meisten primären sowie alkohol- oder arzneimittel-/substanzbedingten nichtischämischen Kardiomyopathien den passenden endständigen I42-Unterkode wählen; I42.- nicht als finalen Kode stehen lassen. | Dies ist die direkte Kodefamilie des Hauptpfads dieser Seite. |
| Kodefamilie | Bei sonstiger näher bezeichneter nichtischämischer Kardiomyopathie ohne passenden Standardkode den passenden endständigen Unterkode unter I42.8- prüfen; die Platzhalterform nicht final kodieren. | Hilft bei sonstigen näher bezeichneten nichtischämischen Kardiomyopathien, die nicht unter die häufigeren I42-Unterformen fallen. |
| Manifestationskode | Nicht allein verwenden; bei dokumentierter Stoffwechselkrankheit passenden Primärkode plus I43.1* prüfen. | Sekundäre nichtischämische Kardiomyopathien bei Stoffwechselkrankheiten gehören in den Kreuz-Stern-Pfad statt in einen isolierten I42-Kode. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentiertem Koronar- oder Ischämiebezug I25.5 statt I42.- prüfen. | Dies ist die wichtigste praktische Abgrenzung zur nichtischämischen Kardiomyopathie. |
| Abgrenzungskode | Bei Kardiomyopathie im Wochenbett O90.3 statt I42.- prüfen. | Wochenbettbezogene Kardiomyopathie ist vom I42-Pfad ausgenommen und braucht einen geburtshilflichen Kodierpfad. |
| Abgrenzungskode | Bei gesicherter akuter Myokarditis ohne gesicherte Kardiomyopathie I40.- prüfen; inflammatorische Veränderungen nicht automatisch als I42.- kodieren. | Myokarditis und inflammatorische Kardiomyopathie werden in der Praxis verwechselt und müssen dokumentationsbasiert abgegrenzt werden. |
| Kontextkode | Nur zusätzlich kodieren, wenn eine Herzinsuffizienz eigenständig dokumentiert und kodierrelevant ist; nicht automatisch aus Kardiomyopathie ableiten. | Herzinsuffizienz ist eine häufige, aber separat zu dokumentierende Begleitdiagnose bei nichtischämischer Kardiomyopathie. |
| Abklärungskode | Nur verwenden, wenn bislang lediglich ein bildgebender Befund ohne gesicherte Kardiomyopathiediagnose dokumentiert ist; bei gesicherter Diagnose tritt R93.1 zurück. | Hilft bei der Abgrenzung zwischen reinem Echo- oder MRT-Befund und tatsächlich gesicherter Kardiomyopathie. |
Alphabetische Einträge
- Dilatative Kardiomyopathie
- DCM [Dilatative Kardiomyopathie]
- Alkoholbedingte dilatative Kardiomyopathie
- Familiäre dilatative Kardiomyopathie
- Familiäre dilatative Kardiomyopathie mit Reizleitungs-Defekt durch LMNA-Genmutation
- DCMA [Dilatative Kardiomyopathie mit Ataxie]-Syndrom
- Dilatative Kardiomyopathie mit Ataxie
- Idiopathische Kardiomyopathie
- Dilatative Myokardiopathie
- Idiopathische Myokardiopathie
- Idiopathische Myokardhypertrophie
- Kardiomyopathie im Wochenbett