ICD-10-GM Kodes für Ventrikuläre Hypertrophie
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von ventrikulärer Hypertrophie. Enthält Hinweise zu plausibler Kodierung, erforderlicher Dokumentation und typischen Fehlerquellen.
Verwandte Begriffe: Kammerhypertrophie, Ventrikelhypertrophie, linksventrikuläre Hypertrophie
Kerninformation
Ventrikuläre Hypertrophie wird nur dann mit I51.7 kodiert, wenn sie als unspezifischer struktureller Herzbefund dokumentiert ist; bei hypertensiver Genese, hypertropher Kardiomyopathie oder pulmonaler Ursache ist ein spezifischer anderer Kodierpfad zu prüfen.
Wichtigste Auswahlachse: Ätiologie bzw. zugrunde liegende Herzerkrankung
Wichtigste Warnung: I51.7 nicht als Standardkode verwenden, wenn die Hypertrophie einer Hypertonie, Kardiomyopathie oder pulmonalen Grunderkrankung zugeordnet ist.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn ventrikuläre Hypertrophie nur als unspezifischer struktureller Herzbefund dokumentiert ist und keine spezifischere ätiologische Zuordnung vorliegt. | Nicht verwenden, wenn die Hypertrophie als hypertensive Herzkrankheit, hypertrophe Kardiomyopathie, pulmonale Herzkrankheit oder andere spezifische Grunderkrankung dokumentiert ist, oder wenn nur ein unspezifischer EKG-/Funktionsbefund vorliegt. |
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| Verwenden, wenn eine hypertrophische obstruktive Kardiomyopathie mit ventrikulärer Hypertrophie dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn nur eine unspezifische oder hypertensive ventrikuläre Hypertrophie dokumentiert ist oder wenn keine obstruktive Form vorliegt. |
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| Verwenden, wenn eine sonstige hypertrophische Kardiomyopathie, insbesondere eine nichtobstruktive Form, mit ventrikulärer Hypertrophie dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn eine obstruktive hypertrophische Kardiomyopathie dokumentiert ist oder wenn nur eine unspezifische bzw. hypertensive ventrikuläre Hypertrophie ohne Kardiomyopathie vorliegt. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Orientierung die I51.-Familie prüfen; bei dokumentierter unspezifischer kardialer Hypertrophie oder Kardiomegalie den passenden endständigen Unterkode wählen. | I51.7 liegt in dieser Familie und bildet den unspezifischen Kodierpfad für nicht näher ätiologisch zugeordnete ventrikuläre Hypertrophie ab. |
| Abgrenzungskode | Statt I51.7 den hypertensiven Kodierpfad prüfen; innerhalb von I11.- nach Herzinsuffizienz zwischen I11.0- und I11.9- differenzieren. | Eine dokumentierte hypertensive Genese ist ein häufiger Stattdessen-Pfad bei linksventrikulärer Hypertrophie. |
| Abgrenzungskode | I13.- statt I11.- oder I51.7 prüfen, wenn zusätzlich eine hypertensive Nierenkrankheit bzw. chronische Nierenkrankheit dokumentiert ist. | Bei kardio-renaler hypertensiver Konstellation ist die ventrikuläre Hypertrophie nicht als unspezifischer Herzbefund zu kodieren. |
| Ergänzungskode | Bei hypertensiver Herzkrankheit mit Herzinsuffizienz I50.- zusätzlich zu I11.0- oder I13.- zur Spezifizierung der Herzinsuffizienz prüfen. | Die Art der Herzinsuffizienz präzisiert den hypertensiven kardialen Befund und wird durch Systemhinweise ausdrücklich gestützt. |
| Ergänzungskode | Bei I13.- das dokumentierte CKD-Stadium zusätzlich mit N18.- angeben, sofern kodierrelevant dokumentiert. | Das Nierenstadium präzisiert die hypertensive Herz- und Nierenkrankheit und verhindert Unterkodierung. |
| Kodefamilie | Bei dokumentierter Kardiomyopathie den passenden endständigen Unterkode aus I42.- wählen; nicht auf I51.7 ausweichen. | Hypertrophische Kardiomyopathien sind ein zentraler spezifischer Kodierpfad bei ventrikulärer Hypertrophie. |
| Abgrenzungskode | Bei rechtsventrikulärer Hypertrophie im Rahmen pulmonaler Hypertonie oder Cor pulmonale primär den I27.-Pfad prüfen. | Rechtsventrikuläre Hypertrophie ist häufig Folge einer pulmonalen Grunderkrankung und dann nicht als unspezifischer Herzbefund zu kodieren. |
| Abklärungskode | Nur verwenden, wenn lediglich ein abnormer kardiovaskulärer Funktionsbefund, z. B. EKG-Hinweis auf Hypertrophie, dokumentiert ist und keine gesicherte Diagnose vorliegt. | Ein reiner Untersuchungsbefund wird häufig fälschlich wie eine gesicherte ventrikuläre Hypertrophie kodiert; dieser Pfad dient der Abklärung. |