ICD-10-GM Kodes für Linksseitige Unterschenkelamputation (Z89.5)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von linksseitiger Unterschenkelamputation. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Unterschenkelamputation, linke BKA, linksseitige Unterschenkelamputation

Kerninformation

Linksseitige Unterschenkelamputation als erworbener Verlust bzw. Zustand nach Amputation wird mit Z89.5 kodiert; die Seitenangabe links wird getrennt dokumentiert und gehört nicht in den ICD-10-GM-Kode. Nicht verwenden, wenn eine akute traumatische Amputation oder eine behandlungsrelevante Stumpfkomplikation dokumentiert ist; dann ist ein anderer Kodierpfad zu prüfen.

Wichtigste Auswahlachse: Amputationsniveau und Kodierkontext: erworbener Extremitätenverlust versus akute traumatische Amputation oder Stumpfkomplikation

Wichtigste Warnung: Z89.5 beschreibt den erworbenen Verlust bzw. Zustand nach Amputation und nicht die akute traumatische Amputation; links ist kein Bestandteil des ICD-10-GM-Kodes.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • Z89.5Verlust der unteren Extremität unterhalb oder bis zum Knie, einseitig
Verwenden, wenn ein erworbener Verlust bzw. ein Zustand nach linksseitiger Amputation der unteren Extremität unterhalb oder bis zum Knie dokumentiert ist; die Seitenangabe links wird nicht im ICD-10-GM-Kode selbst abgebildet.Nicht verwenden, wenn der Verlust nur Fuß oder Knöchel betrifft, eine Amputation oberhalb des Knies vorliegt oder eine akute traumatische Amputation zu kodieren ist.
  • erworbener Verlust bzw. Zustand nach Amputation
  • Amputationsniveau unterhalb oder bis zum Knie
  • einseitiger Verlust
  • Seite links getrennt dokumentiert
  • Z89.4Verlust des Fußes und des Knöchels, einseitig
Verwenden, wenn links nur Fuß oder Knöchel fehlen und keine eigentliche Unterschenkelamputation dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn der Verlust den Unterschenkel unterhalb oder bis zum Knie betrifft; dann Z89.5 verwenden.
  • erworbener Verlust bzw. Zustand nach Amputation
  • Verlust auf Fuß oder Knöchel begrenzt
  • einseitiger Verlust
  • Seite links getrennt dokumentiert
  • Z89.6Verlust der unteren Extremität oberhalb des Knies, einseitig
Verwenden, wenn eine linksseitige Beinamputation oberhalb des Knies dokumentiert ist oder nur eine Beinamputation links ohne genauere Höhenangabe dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn die Amputation unterhalb oder bis zum Knie liegt; dann Z89.5 prüfen.
  • erworbener Verlust bzw. Zustand nach Amputation
  • Amputationsniveau oberhalb des Knies oder Dokumentation nur als Beinamputation o.n.A.
  • einseitiger Verlust
  • Seite links getrennt dokumentiert

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • Z89.-Extremitätenverlust
KodefamilieZur Einordnung der erworbenen Extremitätenverluste verwenden; für die eigentliche Kodierung den passenden endständigen Z89-Unterkode nach Amputationsniveau wählen.Die Seite gehört in die direkte Z89-Familie; Z89.5 ist der spezifische Unterkode für den Verlust der unteren Extremität unterhalb oder bis zum Knie.
  • S88.-Traumatische Amputation am Unterschenkel
AbgrenzungskodeStatt Z89.5 prüfen, wenn eine akute traumatische Amputation des Unterschenkels dokumentiert ist.S88.- grenzt die akute Verletzung von dem erworbenen Verlust bzw. Zustand nach Amputation ab.
  • T87.-Komplikationen, die für Replantation und Amputation bezeichnend sind
AbgrenzungskodeStatt eines reinen Verlustkodes prüfen, wenn eine behandlungsrelevante Stumpfkomplikation wie Infektion, Nekrose, Neurom oder Reamputation dokumentiert ist.Bei Komplikationen des Amputationsstumpfes reicht Z89.5 allein den aktuellen Behandlungsanlass nicht aus.
  • Z44.1Versorgen mit und Anpassen eines künstlichen Beines (komplett) (partiell)
KontextkodeNur als Behandlungsanlass bzw. Kontext prüfen, wenn Prothesenversorgung oder Prothesenanpassung dokumentiert ist; nicht automatisch aus der Amputation ableiten.Nach Unterschenkelamputation ist die Prothesenversorgung häufig kodierrelevant, bildet aber einen anderen Versorgungskontext als der reine Verlustkode ab.

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