ICD-10-GM Kodes für Herzschrittmacher (Z95.0, Z45.00, T82.-)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Herzschrittmacher. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Schrittmacher, kardialer Schrittmacher, Schrittmacherimplantat
Kerninformation
Herzschrittmacher wird im ICD-10-GM je nach Kodierkontext als Vorhandensein mit Z95.0, als Anpassung/Handhabung mit Z45.00 oder bei dokumentierter Gerätekomplikation aus T82.- kodiert; entscheidend ist, ob nur der Status, ein Nachsorgeanlass oder ein gerätebezogenes Problem dokumentiert ist.
Wichtigste Auswahlachse: Kodierkontext: bloßes Vorhandensein vs. Kontrolle/Handhabung vs. dokumentierte Komplikation
Wichtigste Warnung: Z95.0 nicht verwenden, wenn der Behandlungsanlass die Schrittmacherkontrolle, der Aggregatwechsel oder eine Komplikation des Systems ist.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn nur das Vorhandensein eines Herzschrittmachers dokumentiert ist und kein aktuelles gerätebezogenes Problem oder Managementanlass kodiert werden soll. | Nicht verwenden, wenn der Behandlungsanlass die Kontrolle, Anpassung, Handhabung oder der Aggregatwechsel des Herzschrittmachers ist; dann Z45.00 prüfen. Nicht verwenden, wenn eine dokumentierte Komplikation des Systems vorliegt; dann spezifischen T82-Unterkode prüfen. |
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| Verwenden, wenn die Behandlung wegen Anpassung, Handhabung, Kontrolle, Prüfung, Abfrage, Reprogrammierung oder wegen Wechsel eines implantierten Herzschrittmachers erfolgt. | Nicht verwenden, wenn nur der Status ohne Betreuungsanlass dokumentiert ist; dann Z95.0 prüfen. Nicht verwenden, wenn eine Schrittmacherkomplikation dokumentiert ist; dann spezifischen T82-Unterkode prüfen. |
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| Verwenden, wenn eine mechanische Komplikation oder Dysfunktion des implantierten Herzschrittmachersystems dokumentiert ist, z. B. Sondenfehllage, Materialbruch, Batterieerschöpfung oder Gerätefehlfunktion. | Nicht verwenden, wenn nur eine routinemäßige Kontrolle oder Anpassung ohne Defekt vorliegt; dann Z45.00 prüfen. Nicht verwenden, wenn ausschließlich eine Infektion oder entzündliche Reaktion des Systems dokumentiert ist; dann T82.70 prüfen. |
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| Verwenden, wenn eine Infektion oder entzündliche Reaktion durch einen implantierten Herzschrittmacher oder seine Komponenten dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn keine implantatbezogene Infektion dokumentiert ist oder wenn nur eine mechanische Fehlfunktion ohne Infekt vorliegt. |
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| Verwenden, wenn eine sonstige näher bezeichnete Komplikation im Zusammenhang mit dem Herzschrittmachersystem dokumentiert ist, die nicht unter die spezifischeren T82-Unterkodes fällt. | Nicht verwenden, wenn die Komplikation mechanisch, infektiös oder sonst bereits spezifischer beschrieben ist oder wenn nur Status bzw. Kontrolle dokumentiert sind. | |
| Verwenden, wenn eine Komplikation durch den Herzschrittmacher dokumentiert ist, die Art der Komplikation aber nicht näher bezeichnet wird. | Nicht verwenden, wenn die Komplikationsart näher beschrieben ist und ein spezifischerer T82-Unterkode gewählt werden kann. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Statuskodierung den passenden Z95-Unterkode wählen; bei dokumentiertem Herzschrittmacher ist regelmäßig Z95.0 relevant. | Ordnet den Schrittmacher-Status in die direkte Familie der Vorhandenseinskodes für kardiale Implantate ein. |
| Kodefamilie | Bei Kontrolle, Prüfung oder Management eines kardialen Geräts den passenden endständigen Unterkode wählen; für den implantierten Herzschrittmacher ist Z45.00 zu prüfen. | Zeigt den unmittelbaren Kodierraum für schrittmacherbezogene Kontroll- und Handhabungsanlässe. |
| Kodefamilie | Bei dokumentiertem Geräteproblem einen spezifischen T82-Unterkode statt Z95.0 oder Z45.00 wählen. | Herzschrittmacherkomplikationen werden innerhalb dieser unmittelbaren Komplikationsfamilie abgebildet. |
| Kontextkode | Nur zusätzlich kodieren, wenn das Sick-Sinus-Syndrom als eigenständige Rhythmusstörung dokumentiert ist; nicht automatisch aus dem Vorhandensein eines Herzschrittmachers ableiten. | Typische Grunderkrankung bei Schrittmacherträgern, die kodierpraktisch vom Gerätestatus getrennt bleibt. |
| Abklärungskode | Nur als Symptom- oder Suchpfad verwenden, wenn lediglich Bradykardie dokumentiert ist und weder eine spezifische Rhythmusstörung noch ein schrittmacherbezogener Status oder Anlass gesichert ist. | Hilft bei der Abgrenzung zwischen unspezifischer Symptomdokumentation und einer bereits dokumentierten Schrittmacher- oder Leitungsdiagnose. |
| Abgrenzungskode | Nicht als Implantat- oder Statuskode verwenden; bei der Formulierung "wandernder Herzschrittmacher" ist die arrhythmologische Bedeutung zu prüfen. | Der Begriff "wandernder Herzschrittmacher" bezeichnet eine Rhythmusstörung und nicht das Vorhandensein oder Management eines implantierten Herzschrittmachers. |
Alphabetische Einträge
- Aggregatwechsel eines Herzschrittmachers
- Batterieerschöpfung eines implantierten Herzschrittmachers
- Dysfunktion eines implantierten Herzschrittmachers
- Infektion durch implantierten Herzschrittmacher
- Vorhandensein eines Herzschrittmachers
- Anpassung eines Herzschrittmachers
- Versorgung mit einem Herzschrittmacher
- Handhabung eines Herzschrittmachers a.n.k.
- Kontrolle eines Herzschrittmachers
- Kontrolle der Batterie eines Herzschrittmachers
- Komplikation durch Herzschrittmacher
- Infektion durch Herzschrittmacher
- Entzündung durch Herzschrittmacher
- Wechsel eines Schrittmachers
Zugehörige Gruppen
- I30-I52: Sonstige Formen der Herzkrankheit
- R00-R09: Symptome, die das Kreislaufsystem und das Atmungssystem betreffen
- T80-T88: Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung, anderenorts nicht klassifiziert
- Z40-Z54: Personen, die das Gesundheitswesen zum Zwecke spezifischer Maßnahmen und zur medizinischen Betreuung in Anspruch nehmen
- Z80-Z99: Personen mit potentiellen Gesundheitsrisiken aufgrund der Familien- oder Eigenanamnese und bestimmte Zustände, die den Gesundheitszustand beeinflussen