ICD-10-GM Kodes für Zustand nach Cholezystektomie (Z90.4, K91.5)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Zustand nach Cholezystektomie. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Gallenblasenentfernung, Zustand nach Cholezystektomie, Z.n. Cholezystektomie
Kerninformation
Der asymptomatische Zustand nach Cholezystektomie wird mit Z90.4 kodiert; bei dokumentiertem Postcholezystektomie-Syndrom ist K91.5 statt eines reinen Zustand-nach-Kodes zu prüfen.
Wichtigste Auswahlachse: asymptomatischer Dauerstatus versus aktuelle postoperative Störung
Wichtigste Warnung: Z90.4 nicht für Postcholezystektomie-Syndrom, postoperative Beschwerden oder aktive Komplikationen verwenden.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn der dauerhafte Zustand nach operativer Entfernung der Gallenblase ohne aktuell spezifischere postoperative Störung dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn ein Postcholezystektomie-Syndrom, eine aktive postoperative Komplikation oder nur ein aktueller Anlass zur Nachuntersuchung/Nachbehandlung nach Operation dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn ein Postcholezystektomie-Syndrom oder gleichbedeutige symptomatische Beschwerden nach Cholezystektomie dokumentiert sind. | Nicht verwenden, wenn nur der asymptomatische Zustand nach Cholezystektomie ohne aktuelle syndromtypische Beschwerden dokumentiert ist; dann Z90.4 verwenden. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Orientierung die passende organspezifische Unterkategorie wählen; bei fehlender Gallenblase ist Z90.4 der Zielkode. | Ordnet Z90.4 in die Familie der erworbenen Organverluste ein. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierter postoperativer Störung des Verdauungssystems einen passenden K91-Unterkode prüfen statt nur einen Zustand-nach-Kode zu vergeben. | Relevanter Gegenpfad, wenn nach Cholezystektomie Beschwerden oder andere prozedurbedingte Verdauungsstörungen vorliegen. |
| Abgrenzungskode | Prüfen, wenn der aktuelle Behandlungsanlass die postoperative Kontrolle nach Cholezystektomie ist und nicht der Dauerstatus oder eine postoperative Störung selbst. | Grenzt den Nachuntersuchungsanlass vom bloßen Status nach Organentfernung ab. |
| Abgrenzungskode | Prüfen, wenn eine laufende postoperative Nachbehandlung dokumentiert ist und nicht nur ein stabiler Zustand nach Cholezystektomie. | Hilft, Nachbehandlungskontexte von einem reinen Zustand-nach-Kode abzugrenzen. |
| Abgrenzungskode | Bei aktiver Operationskomplikation den passenden T81-Unterkode prüfen, nicht nur Z90.4 oder einen unspezifischen postsurgischen Status angeben. | Verhindert Fehlkodierung, wenn statt eines Dauerstatus eine konkrete Komplikation nach Cholezystektomie dokumentiert ist. |
| Abklärungskode | Nur verwenden, wenn lediglich Schmerzsymptome dokumentiert sind und weder Zustand nach Cholezystektomie noch Postcholezystektomie-Syndrom gesichert dokumentiert ist. | Dient als Abklärungspfad bei unspezifischer Symptombeschreibung statt gesicherter Status- oder Komplikationsdiagnose. |
Alphabetische Einträge
Zugehörige Gruppen
- K90-K93: Sonstige Krankheiten des Verdauungssystems
- R10-R19: Symptome, die das Verdauungssystem und das Abdomen betreffen
- T80-T88: Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung, anderenorts nicht klassifiziert
- Z00-Z13: Personen, die das Gesundheitswesen zur Untersuchung und Abklärung in Anspruch nehmen
- Z40-Z54: Personen, die das Gesundheitswesen zum Zwecke spezifischer Maßnahmen und zur medizinischen Betreuung in Anspruch nehmen
- Z80-Z99: Personen mit potentiellen Gesundheitsrisiken aufgrund der Familien- oder Eigenanamnese und bestimmte Zustände, die den Gesundheitszustand beeinflussen