ICD-10-GM Kodes für Zervikale Spinalkanalstenose mit Radikulopathie (M48.02, G55.3*, M50.1, G55.1*, M47.22, G55.2*)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von zervikaler Spinalkanalstenose mit Radikulopathie. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Spinalkanalstenose, HWS-Stenose mit Radikulopathie, zervikale Stenose mit Nervenwurzelreizsyndrom
Kerninformation
Zervikale Spinalkanalstenose mit Radikulopathie wird vor allem nach der dokumentierten Ursache kodiert: bei stenosebedingter Nervenwurzelkompression über M48.02 mit G55.3*, bei bandscheiben- oder spondylotischer Ursache über die spezifischeren Primär-/Sternkode-Kombinationen. Verwende den stenosebezogenen Pfad nicht, wenn die Radikulopathie ausdrücklich als Folge eines zervikalen Bandscheibenschadens oder einer zervikalen Spondylose dokumentiert ist.
Wichtigste Auswahlachse: dokumentierte Ursache der zervikalen Nervenwurzelkompression
Wichtigste Warnung: Eine unspezifische Stenosekodierung ist zu breit, wenn die Radikulopathie klar discogen oder spondylotisch dokumentiert ist.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn eine zervikale Spinalkanalstenose mit dokumentierter zervikaler Radikulopathie bzw. Nervenwurzelkompression vorliegt und dieser Zusammenhang der Stenose zugeordnet ist, ohne dass eine spezifischere Ätiologie wie Bandscheibenschaden oder Spondylose dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn die Radikulopathie ausdrücklich auf einen zervikalen Bandscheibenschaden oder eine zervikale Spondylose zurückgeführt wird oder wenn statt einer Nervenwurzelkompression eine Myelopathie dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn die zervikale Radikulopathie als Folge eines zervikalen Bandscheibenschadens dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn nur eine unspezifische zervikale Spinalkanalstenose dokumentiert ist, wenn die Ursache spondylotisch beschrieben wird oder wenn eine Myelopathie statt Radikulopathie vorliegt. |
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| Verwenden, wenn eine zervikale Spondylose mit radikulärer Nervenwurzelkompression bzw. Radikulopathie dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn die Ursache als zervikaler Bandscheibenschaden oder nur als unspezifische zervikale Spinalkanalstenose dokumentiert ist oder wenn eine Myelopathie statt Radikulopathie vorliegt. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Orientierung die passende endständige Lokalisation wählen; bei zervikaler Stenose ohne spezifischere Ätiologie den Zervikal-Unterkode prüfen. | Die Seite liegt im Kern in der Spinalstenose-Familie, wenn keine spezifischere discogene oder spondylotische Ursache dokumentiert ist. |
| Abklärungskode | Nur als Abklärungspfad verwenden, wenn eine isolierte zervikale Radikulopathie dokumentiert ist und die strukturelle Ursache noch nicht gesichert oder nicht kausal zugeordnet ist; bei dokumentierter Stenose, Spondylose oder Bandscheibenschädigung in den spezifischeren Ursachepfad wechseln. | Viele Fälle werden zunächst als zervikale Radikulopathie dokumentiert, bevor die auslösende strukturelle Ursache gesichert ist. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentiertem zervikalem Bandscheibenschaden den passenderen M50-Unterkode wählen; bei Radikulopathie insbesondere die Kombination M50.1 mit G55.1* prüfen. | Discogene Einengungen werden häufig vorschnell als unspezifische zervikale Spinalkanalstenose kodiert. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierter zervikaler Spondylose als Ursache der Radikulopathie den spondylotischen Pfad mit passendem Zervikal-Unterkode und G55.2* prüfen. | Osteophytär-spondylotische Ursachen sind ein häufiger Stattdessen-Pfad gegenüber der unspezifischen Stenosekodierung. |
| Manifestationskode | Nicht allein verwenden; bei dokumentierter Rückenmarkbeteiligung den passenden Primärpfad für Myelopathie prüfen und nicht im Radikulopathiepfad bleiben. | Bei zervikaler Kanalenge ist die Abgrenzung zwischen Nervenwurzelkompression und Myelopathie kodierentscheidend. |
| Abgrenzungskode | Diesen Pfad statt der Radikulopathie-Kodierung prüfen, wenn eine zervikale Rückenmarkbeteiligung bei Bandscheibenschaden dokumentiert ist. | Discogene Myelopathie ist eine wichtige Fehlpfad-Abgrenzung bei fortgeschrittener zervikaler Einengung. | |
| Abgrenzungskode | Bei spondylotisch bedingter zervikaler Myelopathie den passenden zervikalen Unterkode und G99.2* prüfen, nicht den Radikulopathiepfad. | Spondylotische Myelopathie ist eine zentrale Abgrenzung bei zervikaler Einengung mit neurologischen Ausfällen. |
Alphabetische Einträge
- Zervikale Spinalkanalstenose
- Zervikale Spinalstenose
- Zervikaler Bandscheibenschaden mit Radikulopathie
- Zervikaler Bandscheibenschaden mit Nervenwurzelkompression
- Zervikale Nucleus-pulposus-Hernie mit Radikulopathie
- Zervikale Bandscheibendegeneration mit Radikulopathie