ICD-10-GM Kodes für Zeckenbiss (T14.03)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Zeckenbiss. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Zeckenstich, Biss durch Zecke, Borreliose

Kerninformation

Zeckenbiss wird bei unkompliziertem ungiftigem Befund ohne nähere Lokalisation im Alphabetischen Verzeichnis regelmäßig mit T14.03 abgebildet; bei dokumentierter Borreliose, FSME, Zeckenbissfieber, durch Zecken übertragenem Rückfallfieber oder toxischer Wirkung ist stattdessen der spezifische Erkrankungskode zu wählen.

Wichtigste Auswahlachse: unkomplizierter Biss versus bereits diagnostizierte zeckenassoziierte Erkrankung oder toxische Wirkung

Wichtigste Warnung: T14.03 nicht verwenden, wenn die Bissstelle genauer lokalisiert ist oder bereits eine spezifische Folgeerkrankung den Behandlungsanlass bildet.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • T14.03Oberflächliche Verletzung an einer nicht näher bezeichneten Körperregion: Insektenbiss oder -stich (ungiftig)
Verwenden, wenn ein unkomplizierter ungiftiger Zeckenbiss oder Zeckenstich dokumentiert ist und die betroffene Körperregion nicht näher bezeichnet wird.Nicht verwenden, wenn die Bissstelle genauer lokalisiert ist und ein lokalisationsspezifischerer Verletzungskode belegt werden kann, oder wenn bereits Borreliose, FSME, Zeckenbissfieber, durch Zecken übertragenes Rückfallfieber oder eine toxische Wirkung dokumentiert ist.
  • Zeckenbiss/Zeckenstich
  • ungiftiger oberflächlicher Biss oder Stich
  • Körperregion nicht näher bezeichnet
  • keine spezifische Folgeerkrankung dokumentiert
Verwenden, wenn nach Zeckenbiss Lyme-Krankheit, Borreliose oder ein zugehöriges Erythema migrans dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur ein Zeckenbiss ohne dokumentierte Lyme-Krankheit vorliegt oder lediglich ein unspezifischer Hautbefund dokumentiert ist.
  • Lyme-Krankheit/Borreliose oder Erythema migrans
  • dokumentierter diagnostischer Zusammenhang zum Zeckenkontakt oder klinische Diagnosestellung
  • keine bloße Bissdokumentation ohne Erkrankung
  • A84.1Mitteleuropäische Enzephalitis, durch Zecken übertragen
Verwenden, wenn eine mitteleuropäische durch Zecken übertragene Enzephalitis dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur ein Zeckenbiss ohne dokumentierte zeckenübertragene Enzephalitis vorliegt.
  • FSME bzw. mitteleuropäische durch Zecken übertragene Enzephalitis
  • klinische und/oder labordiagnostische Sicherung nach Dokumentation
  • keine bloße Exposition ohne Erkrankung
  • A77.9Zeckenbissfieber, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn Zeckenbissfieber dokumentiert ist, der verursachende Rickettsien-Erreger aber nicht näher bezeichnet wird.Nicht verwenden, wenn nur ein Zeckenbiss ohne dokumentiertes Zeckenbissfieber vorliegt oder wenn die Rickettsia-Spezies genauer bezeichnet ist und ein spezifischerer Unterkode gewählt werden kann.
  • Zeckenbissfieber/Rickettsiose
  • Erreger nicht näher bezeichnet
  • diagnostischer Zusammenhang zur zeckenübertragenen Infektion
  • A68.1Durch Zecken übertragenes Rückfallfieber
Verwenden, wenn ein durch Zecken übertragenes Rückfallfieber dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn stattdessen Lyme-Krankheit, FSME oder nur ein einfacher Zeckenbiss dokumentiert ist.
  • durch Zecken übertragenes Rückfallfieber
  • gesicherte infektiöse Diagnose
  • Bezug zum Zeckenkontakt
  • T63.4Toxische Wirkung: Gift sonstiger Arthropoden
Verwenden, wenn eine toxische Wirkung oder eine Paralyse durch Zeckenbiss dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur ein ungiftiger unkomplizierter Zeckenbiss ohne toxische Wirkung dokumentiert ist.
  • toxische Wirkung oder Paralyse
  • Zusammenhang zum Zeckenbiss
  • keine bloß unkomplizierte oberflächliche Verletzung

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • T14.0-Oberflächliche Verletzung an einer nicht näher bezeichneten Körperregion
KodefamilieT14.03 nur verwenden, wenn es sich um einen ungiftigen Insekten- oder Arthropodenbiss an nicht näher bezeichneter Körperregion handelt; bei genauer Lokalisation einen spezifischeren Verletzungskode prüfen.Die Familie ordnet den einfachen Zeckenbiss als oberflächliche Verletzung ein und erklärt den systematischen Hintergrund des Standardkodes.
  • A84.-Virusenzephalitis, durch Zecken übertragen
KodefamilieBei dokumentierter zeckenübertragener viraler Enzephalitis den passenden endständigen A84-Unterkode wählen; nicht beim Kode für den bloßen Biss verbleiben.Zeigt den Kodierraum für spezifische durch Zecken übertragene ZNS-Infektionen jenseits des reinen Bissereignisses.
AbgrenzungskodeBei dokumentierter Cellulitis oder Phlegmone am Bissort einen infektiösen Haut- und Weichteilkode prüfen statt nur den unkomplizierten Zeckenbiss zu kodieren.Eine lokale bakterielle Infektion am Bissort ist kodierpraktisch vom einfachen Zeckenbiss abzugrenzen.
  • R21Hautausschlag und sonstige unspezifische Hauteruptionen
AbklärungskodeNur verwenden, wenn nach Zeckenkontakt zunächst lediglich ein unspezifischer Hautausschlag dokumentiert ist und keine spezifische Diagnose wie Borreliose oder oberflächliche Verletzung gesichert wurde.Hilft bei unklarer Erstvorstellung nach Zeckenkontakt, wenn noch keine spezifische Diagnose dokumentiert ist.

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