ICD-10-GM Kodes für Verstauchung und Zerrung der Halswirbelsäule (S13.4)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Verstauchung und Zerrung der Halswirbelsäule. Enthält Hinweise zu Dokumentationsanforderungen, Abgrenzungsfragen und typischen Kodierfallen.

Verwandte Begriffe: Schleudertrauma, Halswirbelsäulendistorsion, HWS-Distorsion

Kerninformation

Verstauchung und Zerrung der Halswirbelsäule wird in der Regel mit S13.4 kodiert; entscheidend ist, ob tatsächlich eine traumatische HWS-Distorsion dokumentiert ist und keine Fraktur, Luxation, zervikale Bandscheibenruptur oder isolierte Muskel-/Sehnenverletzung.

Wichtigste Auswahlachse: Art der dokumentierten traumatischen Halsverletzung

Wichtigste Warnung: S13.4 nicht für bloße symptomorientierte Halsbeschwerden ohne gesicherte traumatische HWS-Distorsion verwenden.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • S13.4Verstauchung und Zerrung der Halswirbelsäule
Verwenden, wenn eine Verstauchung oder Zerrung der Halswirbelsäule, HWS-Distorsion oder ein Schleudertrauma als solche dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn stattdessen eine Fraktur im Halsbereich, eine Luxation/Subluxation, eine traumatische zervikale Bandscheibenruptur oder nur eine symptomorientierte Dokumentation ohne gesicherte Verletzung vorliegt.
  • HWS-Distorsion/Verstauchung/Zerrung bzw. Schleudertrauma
  • traumatischer Bezug
  • keine spezifischere Fraktur-, Luxations- oder Bandscheibenverletzung dokumentiert
  • S13.0Traumatische Ruptur einer zervikalen Bandscheibe
Verwenden, wenn eine traumatische Ruptur einer zervikalen Bandscheibe dokumentiert ist und nicht nur eine einfache Distorsion oder Zerrung.Nicht verwenden, wenn nur eine HWS-Distorsion ohne dokumentierte Bandscheibenruptur vorliegt; dann S13.4 prüfen.
  • traumatische zervikale Bandscheibenruptur
  • Zusammenhang mit Trauma
  • zervikale Lokalisation
  • S16Verletzung von Muskeln und Sehnen in Halshöhe
Verwenden, wenn eine isolierte Verletzung von Muskeln oder Sehnen in Halshöhe dokumentiert ist, z. B. eine Muskelzerrung im HWS-Bereich.Nicht verwenden, wenn die Verletzung als Verstauchung oder Zerrung der Halswirbelsäule bzw. als Band-/Gelenkverletzung der HWS dokumentiert ist; dann S13.4 prüfen.
  • Muskel- oder Sehnenverletzung im Halsbereich
  • traumatischer Bezug
  • keine dokumentierte ligamentäre HWS-Distorsion
  • S19.9Nicht näher bezeichnete Verletzung des Halses
Verwenden, wenn nur eine nicht näher bezeichnete Verletzung des Halses dokumentiert ist und keine genauere Zuordnung möglich ist.Nicht verwenden, wenn die Halsverletzung als HWS-Distorsion, Muskel-/Sehnenverletzung, Fraktur, Luxation oder andere spezifische Verletzung näher bezeichnet ist.
  • Verletzung des Halses
  • fehlende nähere Spezifizierung der Verletzungsart

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • S13.-Luxation, Verstauchung und Zerrung von Gelenken und Bändern in Halshöhe
KodefamilieZur Einordnung die S13.-Familie nutzen und bei passender Dokumentation den endständigen Unterkode wählen; S13.4 ist nur ein Unterpfad dieser Kategorie.Die Seite liegt im unmittelbaren Kodierraum der S13.-Familie, in der Distorsionen, Luxationen und andere Band-/Gelenkverletzungen in Halshöhe zusammengefasst sind.
OrientierungsbereichNur zur systematischen Orientierung verwenden; für die Kodierung immer die spezifische Kategorie innerhalb des Halsverletzungsbereichs prüfen.Der Bereich ordnet die HWS-Distorsion zwischen oberflächlichen Verletzungen, Frakturen, Muskel-/Sehnenverletzungen und sonstigen Halsverletzungen ein.
  • S12.-Fraktur im Bereich des Halses
AbgrenzungskodeBei dokumentierter Fraktur statt S13.4 einen passenden Fraktur-Unterkode aus S12.- wählen.Frakturen sind nach HWS-Trauma eine zentrale Abgrenzung, weil sie klinisch ähnlich imponieren können, aber einen anderen Kodierpfad haben.
  • S13.1-Luxation eines Halswirbels
AbgrenzungskodeBei dokumentierter Luxation oder Subluxation eines Halswirbels nicht S13.4 verwenden, sondern den passenden Unterkode aus S13.1- prüfen.Luxationen gehören zwar in denselben anatomischen Bereich, sind aber keine einfache Verstauchung oder Zerrung der Halswirbelsäule.
  • S14.-Verletzung der Nerven und des Rückenmarkes in Halshöhe
ErgänzungskodeZusätzlich prüfen, wenn bei der HWS-Verletzung eine Verletzung des zervikalen Rückenmarks oder der Nerven dokumentiert ist.Für Verletzungen aus S12.- und S13.- weist die Systematik darauf hin, dass eine zervikale Rückenmarksverletzung zusätzlich zu verschlüsseln ist.
AbklärungskodeNur verwenden, wenn eine symptomorientierte Halsbeschwerde wie Zervikalneuralgie/Nackenschmerz dokumentiert ist, aber keine gesicherte traumatische HWS-Distorsion oder andere konkrete Halsverletzung.Symptomdokumentationen werden häufig mit Schleudertrauma verwechselt; M54.2 ist dann ein anderer Pfad als die gesicherte Verletzungsdiagnose S13.4.
  • T91.-Folgen von Verletzungen des Halses und des Rumpfes
FolgezustandskodeBei bleibenden Folgen einer früheren Halsverletzung einen passenden Folgezustandskode prüfen statt einer akuten S13.4-Kodierung.Die Abgrenzung zwischen akuter HWS-Distorsion und späteren Residuen ist besonders bei anhaltenden Beschwerden nach früherem Trauma kodierpraktisch wichtig.

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