ICD-10-GM Kodes für Traumatische intraparenchymale Hirnblutung (S06.31, S06.23, S06.8)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von traumatischer intraparenchymaler Hirnblutung. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Hirnblutung, traumatische intrazerebrale Blutung, traumatische ICB
Kerninformation
Traumatische intraparenchymale bzw. intrazerebrale Hirnblutung hat keinen einheitlichen Einzelkode; entscheidend ist vor allem, ob eine umschriebene Hirnkontusion, multiple intrazerebrale/zerebellare Hämatome oder nur eine unspezifisch dokumentierte traumatische Hirnblutung vorliegt. Nicht unter I61.- kodieren, wenn die Blutung traumatisch ist.
Wichtigste Auswahlachse: Art und Spezifität der traumatischen intrazerebralen Verletzung: umschriebene Kontusion vs. multiple Hämatome vs. unspezifische traumatische Hirnblutung
Wichtigste Warnung: Nicht mit nichttraumatischer intrazerebraler Blutung (I61.-) oder mit epiduraler, subduraler bzw. subarachnoidaler traumatischer Blutung verwechseln.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn die traumatische intraparenchymale bzw. intrazerebrale Blutung als umschriebene Hirnkontusion bzw. hämorrhagische Kontusion dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn multiple intrazerebrale bzw. zerebellare Hämatome dokumentiert sind; dann S06.23 prüfen. Nicht verwenden, wenn nur eine unspezifische traumatische Hirnblutung ohne Kontusionsangabe oder eine epidurale, subdurale, subarachnoidale oder nichttraumatische Blutung dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn multiple traumatische intrazerebrale und/oder zerebellare Hämatome dokumentiert sind. | Nicht verwenden, wenn nur eine einzelne fokale Kontusion dokumentiert ist; dann S06.31 prüfen. Nicht verwenden, wenn nur eine unspezifische traumatische Hirnblutung ohne Angabe multipler Hämatome oder eine extraaxiale bzw. nichttraumatische Blutung dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn eine traumatische Hirn- bzw. Gehirnblutung dokumentiert ist, die den intraparenchymalen/intrazerebralen Bereich betrifft, aber nicht spezifischer als fokale Kontusion oder multiple intrazerebrale/zerebellare Hämatome beschrieben ist. | Nicht verwenden, wenn die Dokumentation eine spezifischere Zuordnung als umschriebene Hirnkontusion (S06.31) oder multiple intrazerebrale/zerebellare Hämatome (S06.23) erlaubt. Nicht verwenden bei epiduraler, subduraler, subarachnoidaler oder nichttraumatischer Blutung. |
Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Einordnung die Familie S06.3- heranziehen; bei dokumentierter fokaler traumatischer Kontusion den passenden endständigen Unterkode wählen. | Fokale traumatische intraparenchymale Blutungen werden oft als umschriebene Hirnverletzung bzw. Kontusion dokumentiert. |
| Kodefamilie | Die Familie S06.2- prüfen, wenn die Dokumentation multiple intrazerebrale oder zerebellare Hämatome bzw. eine diffuse traumatische Hirnverletzung beschreibt; den passenden endständigen Unterkode wählen. | Multiple traumatische intraparenchymale Blutungen liegen im Umfeld der diffusen Hirnverletzungen und sind von fokalen Kontusionen abzugrenzen. |
| Abgrenzungskode | Nicht als intraparenchymale Hirnblutung kodieren; bei epiduraler Lokalisation den epiduralen Kodierpfad wählen. | Epidurale Blutungen sind traumatische intrakranielle Blutungen, liegen aber extraaxial und nicht im Hirnparenchym. |
| Abgrenzungskode | Statt des intraparenchymalen Kodierpfads S06.5 verwenden, wenn die Blutung subdural lokalisiert ist. | Subdurale Blutungen sind ein häufiger Fehlpfad bei unscharfer Dokumentation einer 'traumatischen Hirnblutung'. |
| Abgrenzungskode | Nicht unter den intraparenchymalen Kodierpfad einordnen, wenn eine traumatische Subarachnoidalblutung dokumentiert ist. | Auch diese Blutungsform ist traumatisch intrakraniell, aber nicht intraparenchymal. |
| Abgrenzungskode | I61.- statt S06.- nur prüfen, wenn keine traumatische Ursache dokumentiert ist. | Die wichtigste Abgrenzung ist traumatische gegen nichttraumatische intrazerebrale Blutung. |
| Folgezustandskode | Bei bleibenden Residuen nach früherer traumatischer Hirnblutung als Folgezustand prüfen; nicht für das akute Blutungsereignis verwenden. | Hilft bei der Abgrenzung zwischen aktueller traumatischer intraparenchymaler Hirnblutung und Spätfolge einer früheren intrakraniellen Verletzung. |
Alphabetische Einträge
- Traumatische multiple intrazerebrale und zerebellare Hämatome
- Traumatische Hirnblutung
- Traumatische infratentorielle Hirnblutung
- Traumatische supratentorielle Hirnblutung
- Traumatische Kleinhirnblutung
- Traumatische Gehirnblutung
- Traumatische infratentorielle Gehirnblutung
- Traumatische supratentorielle Gehirnblutung