ICD-10-GM Kodes für Trauerreaktion (Z63, F43.2)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Trauerreaktion. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Trauer, normale Trauerreaktion, Trauerreaktion nach Verlust

Kerninformation

Normale Trauerreaktion im Zusammenhang mit Tod oder vermutetem Verschwinden eines Familienangehörigen wird mit Z63 abgebildet; ist die Trauerreaktion krankheitswertig und als Anpassungsstörung dokumentiert, ist F43.2 zu wählen.

Wichtigste Auswahlachse: normale psychosoziale Reaktion ohne Krankheitswert versus krankheitswertige Anpassungsstörung

Wichtigste Warnung: Z63 nicht verwenden, wenn eine psychische Störung mit Krankheitswert dokumentiert ist; dann F43.2 oder bei passender Dokumentation F32.- bzw. F33.- prüfen.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • Z63Andere Kontaktanlässe mit Bezug auf den engeren Familienkreis
Verwenden, wenn eine normale oder adäquate Trauerreaktion im Zusammenhang mit dem Tod oder vermuteten Verschwinden eines Familienangehörigen dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn eine krankheitswertige psychische Reaktion, insbesondere eine Anpassungsstörung oder depressive Störung, dokumentiert ist.
  • Trauerreaktion ohne Krankheitswert
  • Tod oder vermutetes Verschwinden eines Familienangehörigen
  • Bezug zum engeren Familienkreis
  • keine psychische Störung dokumentiert
  • F43.2Anpassungsstörungen
Verwenden, wenn eine krankheitswertige Trauerreaktion bzw. abnorme Trauerreaktion als Anpassungsstörung nach einem Verlust oder Trauerfall dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur normale Trauer ohne Krankheitswert im Familienkontext dokumentiert ist; dann Z63 prüfen. Nicht verwenden, wenn stattdessen eine depressive Episode, rezidivierende depressive Störung oder PTBS besser dokumentiert ist.
  • Anpassungsstörung oder abnorme Trauerreaktion
  • Trauerfall bzw. Verlust als Belastungsereignis
  • Zusammenhang Verlust → Symptomatik
  • emotionale und/oder soziale Beeinträchtigung mit Krankheitswert

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
AbgrenzungskodeStatt F43.2 prüfen, wenn eine eigenständige depressive Episode dokumentiert ist und nicht primär eine belastungsbezogene Anpassungsstörung.Depressive Episode ist eine wichtige Fehlalternative bei Trauerreaktionen mit depressiver Symptomatik.
  • F33.-Rezidivierende depressive Störung
AbgrenzungskodePrüfen, wenn wiederholte depressive Episoden dokumentiert sind; dann nicht als isolierte Trauerreaktion oder Anpassungsstörung kodieren.Hilft bei der Abgrenzung zu wiederkehrenden depressiven Störungen außerhalb des akuten Verlustanlasses.
  • F43.1Posttraumatische Belastungsstörung
AbgrenzungskodeStatt Trauerreaktion prüfen, wenn ein traumatisches Ereignis mit typischer PTBS-Symptomatik wie Wiedererleben, Vermeidung und Übererregung dokumentiert ist.Verhindert die Fehlkodierung traumaassoziierter Störungen als bloße Trauer- oder Verlustreaktion.
  • F62.88Sonstige andauernde Persönlichkeitsänderungen
AbgrenzungskodePrüfen, wenn nach Trauerfall eine andauernde Persönlichkeitsänderung und nicht mehr die akute Trauerreaktion oder Anpassungsstörung dokumentiert ist.Der Alphabetischeintrag nennt Persönlichkeitsänderung nach Trauerfall als eigenen, späteren Kodierpfad.

Alphabetische Einträge

Zugehörige Gruppen

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