ICD-10-GM Kodes für Thalamusinfarkt (I63.9)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Thalamusinfarkt. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Infarkt des Thalamus, thalamischer Infarkt, ischämischer Schlaganfall

Kerninformation

Thalamusinfarkt wird meist mit I63.9 kodiert, wenn nur die thalamische Lokalisation eines gesicherten Hirninfarkts dokumentiert ist; ein spezifischerer I63-Unterkode ist nur bei zusätzlich dokumentiertem Gefäßmechanismus wie Thrombose, Embolie oder venöser Thrombose zu wählen.

Wichtigste Auswahlachse: dokumentierter Gefäßmechanismus und betroffene Gefäßgruppe

Wichtigste Warnung: Nicht allein aus der Thalamuslokalisation einen Mechanismuskode wie I63.3 oder I63.4 ableiten; ohne dokumentierte Ursache bleibt I63.9.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • I63.9Hirninfarkt, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn ein Thalamusinfarkt dokumentiert ist, aber verursachendes Gefäß und Infarktmechanismus nicht näher bezeichnet sind.Nicht verwenden, wenn Thrombose, Embolie, eine näher bezeichnete arterielle Okklusion/Stenose oder eine nichteitrige Hirnvenenthrombose als Ursache dokumentiert ist.
  • Hirninfarkt dokumentiert
  • Thalamus als Infarktlokalisation
  • keine nähere Angabe zu verursachendem Gefäß oder Mechanismus
  • I63.3Hirninfarkt durch Thrombose zerebraler Arterien
Verwenden, wenn ein Thalamusinfarkt dokumentiert ist und die Ursache als Thrombose einer zerebralen Arterie angegeben wird.Nicht verwenden, wenn eine Embolie, nur eine unspezifische Okklusion/Stenose oder eine präzerebrale statt zerebrale Gefäßursache dokumentiert ist.
  • Hirninfarkt dokumentiert
  • Thalamus als Infarktlokalisation
  • Thrombose einer zerebralen Arterie als Ursache
  • Kausalbezug Gefäßbefund → Infarkt
  • I63.4Hirninfarkt durch Embolie zerebraler Arterien
Verwenden, wenn ein Thalamusinfarkt dokumentiert ist und die Ursache als Embolie einer zerebralen Arterie angegeben wird.Nicht verwenden, wenn eine Thrombose statt Embolie, nur eine unspezifische Okklusion/Stenose oder eine präzerebrale statt zerebrale Gefäßursache dokumentiert ist.
  • Hirninfarkt dokumentiert
  • Thalamus als Infarktlokalisation
  • Embolie einer zerebralen Arterie als Ursache
  • Kausalbezug Gefäßbefund → Infarkt
  • I63.5Hirninfarkt durch nicht näher bezeichneten Verschluss oder Stenose zerebraler Arterien
Verwenden, wenn ein Thalamusinfarkt dokumentiert ist und eine Okklusion oder Stenose einer zerebralen Arterie ohne nähere mechanistische Zuordnung angegeben wird.Nicht verwenden, wenn Thrombose oder Embolie zerebraler Arterien spezifisch dokumentiert ist oder wenn gar kein resultierender Hirninfarkt vorliegt.
  • Hirninfarkt dokumentiert
  • Thalamus als Infarktlokalisation
  • Okklusion oder Stenose einer zerebralen Arterie
  • Mechanismus nicht als Thrombose oder Embolie näher bezeichnet
  • I63.0Hirninfarkt durch Thrombose präzerebraler Arterien
Verwenden, wenn ein Thalamusinfarkt dokumentiert ist und die Ursache als Thrombose einer präzerebralen Arterie angegeben wird.Nicht verwenden, wenn eine Embolie statt Thrombose oder eine zerebrale statt präzerebrale Gefäßursache dokumentiert ist.
  • Hirninfarkt dokumentiert
  • Thalamus als Infarktlokalisation
  • Thrombose einer präzerebralen Arterie als Ursache
  • Kausalbezug Gefäßbefund → Infarkt
  • I63.1Hirninfarkt durch Embolie präzerebraler Arterien
Verwenden, wenn ein Thalamusinfarkt dokumentiert ist und die Ursache als Embolie einer präzerebralen Arterie angegeben wird.Nicht verwenden, wenn eine Thrombose statt Embolie oder eine zerebrale statt präzerebrale Gefäßursache dokumentiert ist.
  • Hirninfarkt dokumentiert
  • Thalamus als Infarktlokalisation
  • Embolie einer präzerebralen Arterie als Ursache
  • Kausalbezug Gefäßbefund → Infarkt
  • I63.6Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Verwenden, wenn ein Thalamusinfarkt im Zusammenhang mit einer nichteitrigen Thrombose der Hirnvenen dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn ein arterieller Infarktmechanismus dokumentiert ist oder wenn keine nichteitrige Hirnvenenthrombose vorliegt.
  • Hirninfarkt dokumentiert
  • Thalamus als Infarktlokalisation
  • nichteitrige Thrombose der Hirnvenen als Ursache
  • Zusammenhang Venenthrombose → Infarkt

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
KodefamilieNutze die Familie zur Orientierung und wähle beim Thalamusinfarkt den passenden endständigen I63-Unterkode nach dokumentierter Ursache.Thalamusinfarkte haben keinen eigenen anatomischen Einzelkode, sondern werden innerhalb der Hirninfarkt-Familie abgebildet.
  • I63.8Sonstiger Hirninfarkt
AbgrenzungskodePrüfe I63.8 nur, wenn ein näher bezeichneter Hirninfarkt dokumentiert ist, der nicht unter die üblichen Mechanismuskategorien von I63.0, I63.1, I63.3, I63.4, I63.5, I63.6 oder I63.9 fällt.Der Kode ist ein Ausweichpfad für speziell beschriebene Infarktursachen, die nicht allein über die übliche Thrombose-/Embolie-/Stenose-Logik abgebildet werden.
  • I61.-Intrazerebrale Blutung
AbgrenzungskodeNicht unter I63.- kodieren, wenn die thalamische Läsion hämorrhagisch ist; dann den Blutungspfad aus I61.- prüfen.Thalamische Blutung und thalamischer Infarkt können anatomisch ähnlich benannt sein, gehören aber in unterschiedliche zerebrovaskuläre Kodierpfade.
  • I64Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet
AbklärungskodeNur verwenden, wenn ein Schlaganfall dokumentiert ist, die ärztliche Festlegung Blutung versus Infarkt aber noch fehlt; bei gesichertem Thalamusinfarkt tritt I64 zurück.I64 ist ein Abklärungs- und Übergangspfad bei unvollständiger Dokumentation, nicht der Zielkode für den bestätigten thalamischen Hirninfarkt.
  • I65.-Verschluss und Stenose präzerebraler Arterien ohne resultierenden Hirninfarkt
AbgrenzungskodePrüfe I65.- statt I63.-, wenn nur eine präzerebrale Gefäßstenose oder ein Verschluss dokumentiert ist, aber kein resultierender Hirninfarkt vorliegt.Die Abgrenzung verhindert, dass eine präzerebrale Gefäßerkrankung ohne Infarktnachweis fälschlich als Thalamusinfarkt kodiert wird.
  • I66.-Verschluss und Stenose zerebraler Arterien ohne resultierenden Hirninfarkt
AbgrenzungskodePrüfe I66.- statt I63.-, wenn eine zerebrale Arterienstenose oder -okklusion beschrieben ist, aber kein dokumentierter Hirninfarkt vorliegt.Gerade bei bildgebend beschriebenen Gefäßverschlüssen ist die Trennung zwischen Gefäßbefund ohne Infarkt und echtem Thalamusinfarkt kodierpraktisch wichtig.
  • I69.-Folgen einer zerebrovaskulären Krankheit
FolgezustandskodeVerwende I69.- bei bleibenden neurologischen Folgen eines zurückliegenden Thalamusinfarkts, nicht für den akuten Infarkt selbst.Die Abgrenzung zwischen akutem Thalamusinfarkt und Residuen nach früherem Hirninfarkt ist für die korrekte Verlaufs- und Folgezustandskodierung wichtig.

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