ICD-10-GM Kodes für Subduralhämatom (S06.5, I62.0-, P10.0)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Subduralhämatom. Enthält Hinweise zu plausibler Kodierung, erforderlicher Dokumentation und typischen Fehlerquellen.

Verwandte Begriffe: subdurales Hämatom, SDH, Schädel-Hirn-Trauma

Kerninformation

Subduralhämatom wird nach Ursache und Kodierkontext kodiert: S06.5 bei traumatischer subduraler Blutung, I62.0- mit Auswahl des endständigen Unterkodes nach akut, subakut, chronisch oder nicht näher bezeichnet bei nichttraumatischer Blutung. Bei Geburtsverletzung ist P10.0 und bei nichttraumatischer intrakranieller Blutung des Fetus oder Neugeborenen P52.8 zu prüfen.

Wichtigste Auswahlachse: Ursache und Kodierkontext: Trauma, nichttraumatisch mit Verlaufsangabe, Geburtsverletzung oder Fetus-/Neugeborenenkontext

Wichtigste Warnung: I62.0- nicht verwenden, wenn ein dokumentierter Zusammenhang mit aktuellem Kopftrauma besteht; dann ist der traumatische Pfad S06.5 zu prüfen.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • S06.5Traumatische subdurale Blutung
Verwenden, wenn ein traumatisches Subduralhämatom bzw. eine traumatische subdurale Blutung nach Kopf- oder Schädel-Hirn-Trauma dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn die Blutung ausdrücklich nichttraumatisch, eingriffsbedingt, als Geburtsverletzung oder als nichttraumatische Blutung beim Fetus oder Neugeborenen dokumentiert ist.
  • Subduralhämatom oder subdurale Blutung
  • dokumentierter Zusammenhang mit Kopf- oder Schädel-Hirn-Trauma
  • aktuelle Verletzung, nicht bloßer Folgezustand
  • I62.00Nichttraumatische subdurale Blutung: Akut
Verwenden, wenn eine akute nichttraumatische subdurale Blutung dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn ein traumatischer Zusammenhang dokumentiert ist oder der Verlauf als subakut, chronisch oder nicht näher bezeichnet angegeben wird.
  • nichttraumatische subdurale Blutung oder nichttraumatisches Subduralhämatom
  • Verlauf akut
  • kein dokumentierter kausaler Trauma-Bezug
  • I62.01Nichttraumatische subdurale Blutung: Subakut
Verwenden, wenn eine subakute nichttraumatische subdurale Blutung dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn ein traumatischer Zusammenhang dokumentiert ist oder der Verlauf als akut, chronisch oder nicht näher bezeichnet angegeben wird.
  • nichttraumatische subdurale Blutung oder nichttraumatisches Subduralhämatom
  • Verlauf subakut
  • kein dokumentierter kausaler Trauma-Bezug
  • I62.02Nichttraumatische subdurale Blutung: Chronisch
Verwenden, wenn eine chronische nichttraumatische subdurale Blutung dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn ein traumatischer Zusammenhang dokumentiert ist oder der Verlauf als akut, subakut oder nicht näher bezeichnet angegeben wird.
  • nichttraumatische subdurale Blutung oder nichttraumatisches Subduralhämatom
  • Verlauf chronisch
  • kein dokumentierter kausaler Trauma-Bezug
  • I62.09Nichttraumatische subdurale Blutung: Nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn eine nichttraumatische subdurale Blutung dokumentiert ist, der Verlauf aber nicht näher bezeichnet ist.Nicht verwenden, wenn der Verlauf als akut, subakut oder chronisch dokumentiert ist oder ein traumatischer Zusammenhang besteht.
  • nichttraumatische subdurale Blutung oder nichttraumatisches Subduralhämatom
  • Verlauf nicht näher bezeichnet
  • kein dokumentierter kausaler Trauma-Bezug
  • P10.0Subdurale Blutung durch Geburtsverletzung
Verwenden, wenn bei einem Neugeborenen eine subdurale Blutung bzw. ein lokalisiertes subdurales Hämatom durch Geburtsverletzung dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn keine Geburtsverletzung dokumentiert ist; bei nichttraumatischer Blutung beim Fetus oder Neugeborenen P52.8 prüfen.
  • Neugeborenes
  • Geburtsverletzung
  • subdurale Blutung oder lokalisiertes subdurales Hämatom
  • P52.8Sonstige intrakranielle (nichttraumatische) Blutungen beim Fetus und Neugeborenen
Verwenden, wenn beim Fetus oder Neugeborenen ein nichttraumatisches subdurales Hämatom bzw. eine entsprechende nichttraumatische intrakranielle Blutung dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn die Blutung als Geburtsverletzung dokumentiert ist; dann P10.0 prüfen.
  • Fetus oder Neugeborenes
  • nichttraumatische intrakranielle Blutung mit subduralem Bezug bzw. entsprechender Diagnosebegriff
  • kein Geburtsverletzungs-Bezug

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • S06.-Intrakranielle Verletzung
KodefamilieBei dokumentiertem Kopftrauma innerhalb von S06.- die konkrete intrakranielle Verletzung wählen; für das traumatische Subduralhämatom ist S06.5 der direkte Kode.Die Familie ordnet den traumatischen Kodierpfad des Subduralhämatoms im Bereich der intrakraniellen Verletzungen ein.
  • I62.0-Nichttraumatische subdurale Blutung
KodefamilieBei atraumatischer subduraler Blutung den passenden endständigen Unterkode nach akut, subakut, chronisch oder nicht näher bezeichnet wählen.Die Familienform erklärt den direkten nichttraumatischen Kodierraum, aus dem die endständigen I62.00, I62.01, I62.02 und I62.09 ausgewählt werden.
  • S01.83!Offene Wunde (jeder Teil des Kopfes) mit Verbindung zu einer intrakraniellen Verletzung
AusrufezeichenkodeBei offener intrakranieller Verletzung den Ausrufezeichenkode S01.83! zusätzlich zum Hauptkode aus S06.- prüfen; nie allein verwenden.Das kann bei traumatischem Subduralhämatom mit offener Wunde des Kopfes relevant sein und zeigt die sekundäre Zusatzrolle des Kodes.
  • T81.0Blutung und Hämatom als Komplikation eines Eingriffes, anderenorts nicht klassifiziert
AbgrenzungskodeBei dokumentierter postoperativer oder eingriffsbedingter subduraler Blutung den Komplikationspfad prüfen statt automatisch S06.5 oder I62.0- zu wählen.Eingriffsbedingte subdurale Blutungen sind ein wichtiger Abgrenzungsfall gegenüber traumatischen oder spontanen Blutungen.
  • I60.-Subarachnoidalblutung
AbgrenzungskodeNicht als Subduralhämatom kodieren, wenn die Blutung anatomisch subarachnoidal dokumentiert ist; dann passenden I60-Unterkode prüfen.Subarachnoidale und subdurale Blutungen werden radiologisch und dokumentatorisch häufig verwechselt.
  • I61.-Intrazerebrale Blutung
AbgrenzungskodeBei intraparenchymatöser bzw. intrazerebraler Blutung den I61-Pfad prüfen und nicht als Subduralhämatom kodieren.Die Abgrenzung zur intrazerebralen Blutung verhindert Fehlkodierungen bei ungenauer Befunddokumentation.
  • O99.4Krankheiten des Kreislaufsystems, die Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett komplizieren
KontextkodeBei dokumentiertem Subduralhämatom in Schwangerschaft, Geburt oder Wochenbett den obstetrischen Kodierkontext mit O99.4 prüfen; nicht automatisch ohne entsprechenden maternalen Kontext mitkodieren.Der Alphabetische Eintrag zu Subduralhämatom im Wochenbett weist auf einen eigenständigen maternalen Kodierkontext hin.
  • T90.5Folgen einer intrakraniellen Verletzung
FolgezustandskodeNur bei bleibenden Folgen eines früheren traumatischen Subduralhämatoms prüfen, nicht für die akute Blutung selbst.Der Kode trennt die aktuelle traumatische subdurale Blutung von dokumentierten Spätfolgen einer früheren intrakraniellen Verletzung.
  • I69.2Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
FolgezustandskodeBei bleibenden Folgen einer früheren nichttraumatischen intrakraniellen Blutung den Folgezustandskode prüfen, nicht die akute Kodierung aus I62.0-.Der Kode hilft, Residuen einer früheren nichttraumatischen Subduralblutung von der aktuellen Akutdiagnose abzugrenzen.

Alphabetische Einträge

Zugehörige Gruppen

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