ICD-10-GM Kodes für Sterkorale Kolitis (K52.8)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von sterkoraler Kolitis. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Kolitis, stercorale Kolitis, kotstauungsbedingte Kolitis

Kerninformation

Sterkorale Kolitis wird in der Regel mit K52.8 kodiert; entscheidend ist der ausdrücklich dokumentierte sterkorale Zusammenhang als nichtinfektiöse, kotstauungs- oder fäkalombedingte Kolitis.

Wichtigste Auswahlachse: dokumentierte Ursache der Kolitis, insbesondere sterkoraler Zusammenhang mit Fäkalom oder Koprostase

Wichtigste Warnung: Den unspezifischen Kode K52.9 nicht verwenden, wenn die sterkorale Genese ausdrücklich dokumentiert ist.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • K52.8Sonstige näher bezeichnete nichtinfektiöse Gastroenteritis und Kolitis
Verwenden, wenn eine sterkorale bzw. kotstauungsbedingte nichtinfektiöse Kolitis dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur Koprostase bzw. Fäkalom ohne dokumentierte Kolitis vorliegt, eine infektiöse Kolitis dokumentiert ist oder eine andere spezifischere Ursache wie ischämische oder chronisch-entzündliche Kolitis beschrieben ist.
  • Kolitis oder Gastroenterokolitis
  • sterkoral bzw. kotstauungsbedingt/fäkalombedingt dokumentiert
  • keine dokumentierte infektiöse Genese
  • ggf. Zusammenhang mit Fäkalom, Koprostase oder ausgeprägter Obstipation
  • K52.9Nichtinfektiöse Gastroenteritis und Kolitis, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn eine nichtinfektiöse Kolitis dokumentiert ist, die Ursache aber nicht näher bezeichnet wird und kein expliziter sterkoraler Zusammenhang dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn der sterkorale Zusammenhang ausdrücklich dokumentiert ist; dann K52.8 wählen. Nicht verwenden, wenn eine infektiöse, ischämische oder chronisch-entzündliche Kolitis dokumentiert ist.
  • nichtinfektiöse Kolitis oder Gastroenterokolitis
  • fehlende nähere Ursachenangabe
  • kein ausdrücklich dokumentierter sterkoraler Zusammenhang
  • keine dokumentierte infektiöse Genese

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • K52.-Sonstige nichtinfektiöse Gastroenteritis und Kolitis
KodefamilieZur Orientierung im direkten Kodierraum verwenden; für die Kodierung einen passenden endständigen Unterkode wie K52.8 oder K52.9 wählen.Sterkorale Kolitis liegt systematisch in der K52-Familie; die Familienform ordnet die Hauptentscheidung ein, ist aber selbst kein finaler Kode.
AbgrenzungskodeNicht als Ersatz für die Kolitis verwenden; zusätzlich nur prüfen, wenn Koprostase oder Fäkalom eigenständig dokumentiert ist oder statt einer Kolitis allein diese Diagnose vorliegt.Sterkorale Kolitis entsteht typischerweise im Zusammenhang mit Kotstauung; häufig wird fälschlich nur der Koprostasekode gewählt oder die Kolitis nicht separat erfasst.
  • A09.-Infektiöse bzw. nicht näher bezeichnete Gastroenteritis und Kolitis infektiösen Ursprungs
AbgrenzungskodeDiesen Kodierpfad statt K52.- prüfen, wenn eine infektiöse Kolitis oder Gastroenteritis dokumentiert ist oder der infektiöse Ursprung nicht ausgeschlossen ist.Die wichtigste Abgrenzung zur sterkoralen Kolitis ist die infektiöse Kolitis; K52.8 setzt eine nichtinfektiöse Ursache voraus.
  • K55.-Gefäßkrankheiten des Darmes
AbgrenzungskodeBei dokumentierter ischämischer oder sonst vaskulär bedingter Kolitis den K55-Pfad prüfen statt einer sterkoralen Kolitis.Ischämische Kolitis kann klinisch ähnlich imponieren, gehört aber in eine andere Kodefamilie.
AbgrenzungskodeNicht unter K52.8 kodieren, wenn eine Colitis ulcerosa dokumentiert ist; dann den passenden K51-Unterkode wählen.Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sind ein eigener Kodierpfad und keine sterkorale Kolitis.
  • K50.-Crohn-Krankheit [Morbus Crohn]
AbgrenzungskodeBei dokumentiertem Morbus Crohn mit Kolonbeteiligung den K50-Pfad prüfen statt K52.8.Auch Crohn-bedingte Kolitis ist von einer sterkoralen, kotstauungsbedingten Entzündung abzugrenzen.
  • K62.6Sterkoralulkus/Ulkus des Anus und des Rektums
AbgrenzungskodeDiesen Kode prüfen, wenn primär ein sterkorales Ulkus bzw. Ulcus stercoralis des Anus oder Rektums dokumentiert ist und nicht nur eine Kolitis.Sterkorale Prozesse können ulzerierend verlaufen; ein dokumentiertes Sterkoralulkus ist von der sterkoralen Kolitis abzugrenzen.

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