ICD-10-GM Kodes für Somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet (F45.9)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation einer somatoformen Störung, nicht näher bezeichnet. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: somatoforme Störung, nicht näher bezeichnete somatoforme Störung, somatoforme Beschwerden
Kerninformation
Somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet, wird mit F45.9 kodiert; verwende den Kode nur bei gesicherter unspezifischer somatoformer Diagnose und nicht bei bloßen Symptomen oder bereits benannter spezifischer F45-Unterform.
Wichtigste Auswahlachse: diagnostische Spezifizierung innerhalb der F45.-Kategorie
Wichtigste Warnung: F45.9 nicht als Ersatz für reine Symptomkodierung oder für bereits dokumentierte spezifische somatoforme Unterformen verwenden.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn eine gesicherte somatoforme Störung dokumentiert ist, die Unterform aber nicht näher bezeichnet wurde. | Nicht verwenden, wenn nur einzelne körperliche Symptome oder unspezifische Beschwerden ohne gesicherte somatoforme Störung dokumentiert sind oder eine spezifischere F45-Unterform benannt ist. |
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| Verwenden, wenn die Diagnose ausdrücklich als undifferenzierte Somatisierungsstörung dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn die Diagnose ausdrücklich unspezifisch als somatoforme Störung ohne weitere Einordnung dokumentiert ist; dann F45.9 prüfen. |
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| Verwenden, wenn eine Somatisierungsstörung mit entsprechender spezifischer Diagnose dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn die Dokumentation die Kriterien oder die ausdrückliche Diagnose einer Somatisierungsstörung nicht trägt; dann F45.1, F45.8 oder F45.9 prüfen. |
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| Verwenden, wenn eine hypochondrische Störung als spezifische somatoforme Unterform dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn keine hypochondrische Symptomatik bzw. Krankheitsüberzeugung dokumentiert ist oder die Diagnose nur unspezifisch somatoform lautet. |
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| Verwenden, wenn eine näher bezeichnete somatoforme Störung dokumentiert ist, die nicht unter eine spezifischere benannte F45-Unterform fällt. | Nicht verwenden, wenn die Störung nicht näher bezeichnet ist; dann F45.9 verwenden. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Orientierung die F45.-Familie prüfen und anschließend den passendsten endständigen Unterkode wählen. | Die Seite liegt im unmittelbaren Kodierraum der somatoformen Störungen; F45.9 ist die unspezifische Ausprägung innerhalb dieser Familie. |
| Orientierungsbereich | Nur zur systematischen Einordnung verwenden; für die Kodierung immer die konkrete F45-Kategorie prüfen. | Der Bereich ordnet somatoforme Störungen in den größeren psychischen Kodierraum ein. |
| Abgrenzungskode | F54 statt F45.9 prüfen, wenn eine anderenorts klassifizierte körperliche Krankheit vorliegt und psychische Faktoren deren Verlauf oder Ätiologie wesentlich beeinflussen. | F54 grenzt psychische Einflussfaktoren bei bestehender somatischer Erkrankung von einer eigenständigen somatoformen Störung ab. |
| Abgrenzungskode | Bei organ- oder systembezogen-autonomer Beschwerdesymptomatik mit entsprechender Diagnose den passenden F45.3-Unterkode statt F45.9 wählen. | Diese Untergruppe ist ein typischer spezifischerer Alternativpfad innerhalb der somatoformen Störungen. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierter somatoformer Schmerzstörung die spezifische F45.4-Unterform statt F45.9 prüfen. | Schmerzdominierte Verläufe sollen nicht pauschal als nicht näher bezeichnete somatoforme Störung kodiert werden, wenn die Schmerzstörung genauer beschrieben ist. |
| Abgrenzungskode | Bei dissoziativen bzw. Konversionssymptomen den F44.-Pfad statt F45.9 prüfen. | F44.- ist ein praktischer Abgrenzungspfad, weil psychogene neurologisch wirkende Symptome nicht den somatoformen Störungen zugeordnet werden. |
| Abklärungskode | Bei nur dokumentiertem Schmerzsymptom ohne gesicherte somatoforme Diagnose symptomorientiert kodieren; F45.9 tritt dann zurück. | Hilft, die Fehlkodierung bloßer Schmerzsymptomatik als somatoforme Störung zu vermeiden. |