ICD-10-GM Kodes für Sepsis mit septischem Schock

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Sepsis mit septischem Schock. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Sepsis, septischer Schock bei Sepsis, Bakteriämie

Kerninformation

Sepsis mit septischem Schock wird mit dem spezifischsten Primärkode für Erreger oder Sepsis-Kontext und zusätzlich R57.2 kodiert; R57.2 darf nicht ohne passenden Primärkode und nicht bei nichtseptischen Schockformen verwendet werden.

Wichtigste Auswahlachse: dokumentierter Erreger bzw. spezifischer Sepsis-Kontext

Wichtigste Warnung: R57.2 nicht als Einzelkode und nicht für andere Schockursachen verwenden.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • A41.9Sepsis, nicht näher bezeichnet
  • R57.2Septischer Schock
Verwenden, wenn Sepsis mit septischem Schock dokumentiert ist, der verursachende Erreger und der Sepsis-Kontext aber nicht näher bezeichnet sind.Nicht verwenden, wenn ein Erreger, eine spezifischere Sepsisform oder ein besonderer Sepsis-Kontext wie nach Infusion, nach Abort, neonatal oder puerperal dokumentiert ist; dann den spezifischeren Primärkode plus R57.2 prüfen.
  • Sepsis dokumentiert
  • septischer Schock dokumentiert
  • Erreger nicht näher bezeichnet
  • Zusammenhang Sepsis → septischer Schock
  • A41.8Sonstige näher bezeichnete Sepsis
  • R57.2Septischer Schock
Verwenden, wenn Sepsis mit septischem Schock und eine sonstige näher bezeichnete Sepsis dokumentiert sind, ohne dass ein spezifischerer Primärkode belegt ist.Nicht verwenden, wenn ein spezifischerer Kode wie A40.9, A41.0, A41.51 oder ein anderer eindeutig passender Sepsis-/Komplikationskode vorliegt.
  • Sepsis dokumentiert
  • septischer Schock dokumentiert
  • sonstige näher bezeichnete Sepsisform oder Ätiologie
  • keine spezifischere Kodierung aus A40.-, A41.- oder anderem passenderen Sepsis-Pfad dokumentiert
  • A41.0Sepsis durch Staphylococcus aureus
  • R57.2Septischer Schock
Verwenden, wenn Sepsis mit septischem Schock durch Staphylococcus aureus dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn ein anderer Erreger, ein anderer Staphylokokken-Pfad oder nur unspezifische Sepsis dokumentiert ist.
  • Sepsis dokumentiert
  • septischer Schock dokumentiert
  • Staphylococcus aureus dokumentiert
  • Zusammenhang Staphylococcus aureus → Sepsis
  • A41.51Sepsis: Escherichia coli [E. coli]
  • R57.2Septischer Schock
Verwenden, wenn Sepsis mit septischem Schock durch Escherichia coli [E. coli] dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur ein unspezifischer gramnegativer Erreger oder ein anderer Erreger dokumentiert ist; dann den passend spezifischen Primärkode wählen.
  • Sepsis dokumentiert
  • septischer Schock dokumentiert
  • Escherichia coli dokumentiert
  • Zusammenhang E. coli → Sepsis
  • A40.9Sepsis durch Streptokokken, nicht näher bezeichnet
  • R57.2Septischer Schock
Verwenden, wenn Streptokokkensepsis mit septischem Schock dokumentiert ist, die Streptokokkengruppe aber nicht näher bezeichnet ist.Nicht verwenden, wenn die Streptokokkengruppe genauer dokumentiert ist und ein spezifischerer A40-Unterkode gewählt werden kann oder wenn kein Streptokokkenbezug vorliegt.
  • Sepsis dokumentiert
  • septischer Schock dokumentiert
  • Streptokokken als Erreger dokumentiert
  • Streptokokkengruppe nicht näher bezeichnet
  • T80.2Infektionen nach Infusion, Transfusion oder Injektion zu therapeutischen Zwecken
  • R57.2Septischer Schock
Verwenden, wenn Sepsis nach Infusion, Transfusion oder Injektion zu therapeutischen Zwecken mit septischem Schock dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn eine gewöhnliche Sepsis ohne Bezug zu Infusion, Transfusion oder therapeutischer Injektion dokumentiert ist oder wenn ein anderer prozedurbezogener Primärkode besser passt.
  • Sepsis nach Infusion, Transfusion oder therapeutischer Injektion dokumentiert
  • septischer Schock dokumentiert
  • Zusammenhang medizinische Maßnahme → Sepsis
  • Zusammenhang Sepsis → septischer Schock
  • O08.0Infektion des Genitaltraktes und des Beckens nach Abort, Extrauteringravidität und Molenschwangerschaft
  • R57.2Septischer Schock
Verwenden, wenn eine Sepsis bzw. Infektion nach Abort, Extrauteringravidität oder Molenschwangerschaft mit septischem Schock dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn eine allgemeine A40.-/A41.-Sepsis ohne diesen geburtshilflichen Kontext kodiert werden soll; bei postabortivem Kontext ist O08.0 plus R57.2 zu prüfen.
  • Infektion bzw. Sepsis nach Abort, Extrauteringravidität oder Molenschwangerschaft dokumentiert
  • septischer Schock dokumentiert
  • Bezug zum Schwangerschaftsereignis dokumentiert
  • Zusammenhang Infektion/Sepsis → septischer Schock

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
KodefamilieBei dokumentierter Streptokokkensepsis den passenden endständigen A40-Unterkode wählen und bei septischem Schock R57.2 zusätzlich kodieren.Die Familie ordnet den streptokokkenbedingten Primärkode ein und grenzt ihn gegen unspezifische A41-Kodes ab.
KodefamilieBei nichtstreptokokkenbedingter Sepsis den passenden endständigen A41-Unterkode wählen; R57.2 nur bei dokumentiertem septischem Schock ergänzen.A41.- ist der zentrale Kodierraum für viele Sepsisfälle mit weiterer Erregerdifferenzierung.
ErgänzungskodeNur zusätzlich zum passenden Primärkode der Sepsis oder des spezifischen Komplikationskontexts kodieren; nicht als alleinigen Hauptpfad verwenden.R57.2 bildet den septischen Schock als Zusatzinformation ab und ist die häufigste Fehlkodierungsquelle dieser Seite.
  • R65.1!Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom [SIRS] infektiöser Genese mit Organkomplikationen
AusrufezeichenkodeNur als Ausrufezeichenkode und nur nach dokumentierter infektiöser SIRS-/Organkomplikationslogik prüfen; nie allein und nicht als Ersatz für den Sepsis-Primärkode oder R57.2 verwenden.Der Kode ist im Kodierumfeld schwerer infektiöser Verläufe relevant, ersetzt aber den Sepsis-mit-septischem-Schock-Pfad nicht.
  • R65.0!Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom [SIRS] infektiöser Genese ohne Organkomplikationen
AusrufezeichenkodeNur bei infektiösem SIRS ohne Organkomplikationen und ohne dokumentierten septischen Schock prüfen; nie statt R57.2 verwenden.Hilft, weniger schwere infektiöse SIRS-Konstellationen vom septischen Schock abzugrenzen.
  • T81.1Schock während oder als Folge eines Eingriffes, anderenorts nicht klassifiziert
AbgrenzungskodeStatt eines allgemeinen Sepsis-Primärkodes prüfen, wenn der dokumentierte Hauptpfad ein prozeduraler/postoperativer Schock ist; R57.2 nur bei ausdrücklich septischem Schock zusätzlich angeben.Postinterventionelle Schockzustände werden häufig mit dem allgemeinen Sepsis-Pfad verwechselt.
  • O85Puerperalsepsis
AbgrenzungskodeNicht unter A40.-/A41.- kodieren, wenn eine puerperale Sepsis dokumentiert ist; dann den geburtshilflichen Kodierpfad prüfen und R57.2 bei septischem Schock ergänzen.Puerperale Sepsis ist ein wichtiger geburtshilflicher Stattdessen-Pfad außerhalb der allgemeinen Sepsisfamilien.
  • P36.-Bakterielle Sepsis beim Neugeborenen
AbgrenzungskodeBei neonataler Sepsis nicht A40.-/A41.- verwenden, sondern den passenden P36.-Unterkode wählen; septischen Schock nach Dokumentation gesondert prüfen.Neonatale Sepsis ist ausdrücklich vom allgemeinen Sepsis-Pfad abgegrenzt.
  • A48.3Syndrom des toxischen Schocks
AbgrenzungskodeNicht als Sepsis mit septischem Schock kodieren, wenn stattdessen ein toxisches Schocksyndrom dokumentiert ist.Das toxische Schocksyndrom ist ein praktisch relevanter Fehlpfad bei ähnlicher Terminologie.

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