ICD-10-GM Kodes für Schmerzexazerbation (R52.-)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Schmerzexazerbation. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Schmerzen, Schmerzverschlimmerung, Zunahme der Schmerzen

Kerninformation

Schmerzexazerbation hat keinen eigenen ICD-10-GM-Kode; wenn nur eine unspezifische Schmerzverschlimmerung dokumentiert ist, wird meist ein endständiger Unterkode aus R52.- nach akutem versus chronischem Verlauf gewählt. R52.- nicht verwenden, wenn die Schmerzen einer bestimmten Körperregion, einer psychogenen Schmerzstörung oder einer spezifischen Grunderkrankung zugeordnet sind.

Wichtigste Auswahlachse: akuter versus chronischer Schmerz einschließlich Unbeeinflussbarkeit sowie Vorliegen eines spezifischeren Schmerzpfads

Wichtigste Warnung: Eine Exazerbation eines bereits dokumentierten chronischen Schmerzsyndroms ist nicht automatisch als R52.0 zu kodieren.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
Verwenden, wenn eine akute Schmerzsymptomatik oder akute Schmerzverschlimmerung dokumentiert ist und keine spezifischere Ursache, Lokalisation oder chronische Schmerzdiagnose die Kodierung bestimmt.Nicht verwenden, wenn die Exazerbation eines bereits dokumentierten chronischen Schmerzes vorliegt, chronischer unbeeinflussbarer Schmerz dokumentiert ist oder eine spezifischere Schmerzlokalisation bzw. Grunderkrankung kodiert werden kann.
  • Schmerz oder Schmerzexazerbation
  • akute Symptomatik bzw. akuter Beginn oder plötzliche Zunahme
  • keine führende chronische Schmerzdiagnose dokumentiert
  • keine spezifischere Ursache oder Schmerzlokalisation als Hauptpfad dokumentiert
  • R52.1Chronischer unbeeinflussbarer Schmerz
Verwenden, wenn eine Schmerzexazerbation im Rahmen eines chronischen unbeeinflussbaren Schmerzes dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur chronischer Schmerz ohne dokumentierte Unbeeinflussbarkeit vorliegt, nur eine akute Schmerzepisode dokumentiert ist oder eine spezifischere Schmerzstörung vorliegt.
  • chronischer Schmerz
  • Unbeeinflussbarkeit bzw. Intractabilität/Therapieresistenz
  • aktueller chronischer Verlauf
  • Exazerbation nur ergänzend, nicht als eigener Akutpfad
  • R52.2Sonstiger chronischer Schmerz
Verwenden, wenn eine Schmerzexazerbation im Rahmen eines sonstigen chronischen Schmerzes dokumentiert ist, ohne dass Unbeeinflussbarkeit angegeben ist.Nicht verwenden, wenn akuter Schmerz ohne chronischen Verlauf, chronischer unbeeinflussbarer Schmerz oder eine spezifischere lokalisierte bzw. ursächliche Schmerzdiagnose dokumentiert ist.
  • chronischer Schmerz
  • chronischer Verlauf
  • keine Dokumentation von Unbeeinflussbarkeit
  • keine spezifischere Ursache oder Schmerzlokalisation als Hauptpfad dokumentiert
  • R52.9Schmerz, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn nur eine unspezifische Schmerzverschlimmerung bzw. Schmerzangabe dokumentiert ist und weder Verlauf noch spezifischere Schmerzdiagnose näher beschrieben sind.Nicht verwenden, wenn akuter oder chronischer Verlauf, Unbeeinflussbarkeit, eine spezifische Schmerzlokalisation oder eine zugrunde liegende Erkrankung dokumentiert ist.
  • Schmerz oder Schmerzexazerbation
  • fehlende Angabe zu akut versus chronisch
  • fehlende Angabe zu Unbeeinflussbarkeit
  • fehlende spezifische Ursache oder Schmerzlokalisation

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • R52.-Schmerz, anderenorts nicht klassifiziert
KodefamilieZur Orientierung innerhalb des allgemeinen Schmerzpfads passenden endständigen Unterkode wählen; R52.- selbst nicht als Finalkode verwenden.Die Kodefamilie bündelt die allgemeinen Schmerzkodes, unter denen unspezifisch dokumentierte Schmerzexazerbationen typischerweise eingeordnet werden.
  • F45.41Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
AbgrenzungskodeStatt R52.- prüfen, wenn eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren eigenständig dokumentiert ist.Diese Diagnose wird häufig mit unspezifischen chronischen Schmerzkodes verwechselt, gehört aber in einen anderen Kodierpfad.
  • F45.40Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
AbgrenzungskodeStatt R52.- prüfen, wenn eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung fachlich gesichert und dokumentiert ist.Psychogen geprägte Schmerzstörungen sind von allgemeinen Symptomkodes für Schmerz abzugrenzen.
  • R07.-Hals- und Brustschmerzen
AbgrenzungskodeBei dokumentiertem Hals- oder Thoraxschmerz spezifischeren Symptompfad aus R07.- statt des allgemeinen Schmerzpfads prüfen.Eine bekannte Schmerzlokalisation spricht häufig gegen die unspezifische Kodierung mit R52.-.
  • R10.-Bauch- und Beckenschmerzen
AbgrenzungskodeBei dokumentierten Bauch- oder Beckenschmerzen spezifischeren Symptompfad aus R10.- prüfen.Abdominale Schmerzexazerbationen werden häufig fälschlich zu allgemein unter R52.- kodiert.
AbgrenzungskodeBei dokumentierter Kopfschmerzsymptomatik R51 statt eines allgemeinen Schmerzkodes prüfen.Kopfschmerz ist ein eigener, häufig verwechselter Symptomkode und laut Systematik gegenüber R52.- abzugrenzen.
AbgrenzungskodeBei dokumentierten Wirbelsäulen- oder Rückenschmerzen spezifischeren Kode aus M54.- statt R52.- prüfen.Rücken- und Wirbelsäulenschmerzen gehören regelmäßig nicht in den allgemeinen Schmerzpfad, sondern in eine spezifischere Lokalisationsfamilie.

Zugehörige Gruppen

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