ICD-10-GM Kodes für Rechtsseitige Hüftfraktur (S72.0-, S72.1-, S72.2)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Fraktur der rechten Hüfte. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Hüftfraktur, rechte Hüftfraktur, Fraktur der rechten Hüfte
Kerninformation
Die rechtsseitige Hüftfraktur wird in ICD-10-GM nicht über die Seite, sondern vor allem über die Frakturlokalisation kodiert; bei proximalem Femur sind S72.0-, S72.1- oder S72.2 zu prüfen, bei nur als Hüftfraktur bezeichneter Fraktur häufig S72.08. Die Seitenangabe rechts gehört nicht in den ICD-10-GM-Kode selbst; bei ausdrücklich osteoporotischer oder pathologischer Fraktur ist statt eines traumatischen Kodes aus S72.- ein anderer Kodierpfad zu prüfen.
Wichtigste Auswahlachse: genaue Frakturlokalisation im proximalen Femur bzw. Hüftbereich
Wichtigste Warnung: Die Seitenangabe rechts gehört nicht in den ICD-10-GM-Kode; bei ausdrücklich osteoporotischer oder pathologischer Fraktur ist statt eines traumatischen Kodes aus S72.- ein anderer Kodierpfad zu prüfen.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn eine rechtsseitige Hüftfraktur nur als Hüftfraktur oder als sonstige/laterale Schenkelhalsfraktur dokumentiert ist und keine präzisere Zuordnung im proximalen Femur vorliegt. | Nicht verwenden, wenn eine genauere Schenkelhals-Unterform, eine pertrochantäre, intertrochantäre oder subtrochantäre Fraktur, eine Acetabulumfraktur oder ausdrücklich eine pathologische bzw. osteoporotische Fraktur dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn eine rechtsseitige Schenkelhalsfraktur dokumentiert ist, der betroffene Teil des Schenkelhalses aber nicht näher bezeichnet ist. | Nicht verwenden, wenn intrakapsuläre, subkapitale, mediozervikale/transzervikale, basale/zervikotrochantäre oder sonstige näher bezeichnete Schenkelhalsfraktur dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn eine rechtsseitige intrakapsuläre oder mediale Schenkelhalsfraktur dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn subkapitale, mediozervikale/transzervikale, basale/zervikotrochantäre oder nur unspezifische Schenkelhalsfraktur dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn eine rechtsseitige subkapitale Schenkelhalsfraktur dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn nur eine unspezifische Schenkelhalsfraktur oder eine andere Schenkelhals-Unterform dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn eine rechtsseitige mediozervikale oder transzervikale Schenkelhalsfraktur dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn subkapitale, intrakapsuläre, basale/zervikotrochantäre oder nur unspezifische Schenkelhalsfraktur dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn eine rechtsseitige pertrochantäre Fraktur dokumentiert ist oder die trochantäre Fraktur nicht näher intertrochantär spezifiziert ist. | Nicht verwenden, wenn intertrochantäre oder subtrochantäre Fraktur ausdrücklich dokumentiert ist oder die Fraktur dem Schenkelhals zugeordnet ist. |
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| Verwenden, wenn eine rechtsseitige intertrochantäre Fraktur dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn die Fraktur nur trochantär/pertrochantär nicht näher bezeichnet oder subtrochantär dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn eine rechtsseitige subtrochantäre Fraktur dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn eine pertrochantäre/intertrochantäre Fraktur, eine Acetabulumfraktur oder ausdrücklich eine pathologische bzw. osteoporotische Fraktur dokumentiert ist. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Einordnung des Kodierraums nutzen; bei Hüftfraktur den passenden proximalen Unterkode wählen und bei speziellerer Schenkelhals-Dokumentation weitere endständige Unterkodes innerhalb von S72.0- prüfen. | Die typischen traumatischen Hüftfrakturen liegen systematisch im Bereich der Femurfrakturen. |
| Orientierungsbereich | Nur zur Orientierung verwenden; die konkrete Fraktur muss innerhalb des Bereichs präzise lokalisiert werden. | Der Bereich ordnet die rechtsseitige Hüftfraktur in das unmittelbare Verletzungsumfeld von Hüfte und Oberschenkel ein. |
| Abgrenzungskode | Statt des proximalen Femurpfads prüfen, wenn die Hüftpfanne und nicht der proximale Femur frakturiert ist. | Acetabulumfrakturen werden umgangssprachlich oft ebenfalls als Hüftfraktur bezeichnet, gehören aber in einen anderen Kodierpfad. |
| Abgrenzungskode | Bei ausdrücklich osteoporotischer aktueller Fraktur den M80.--Pfad mit passender Lokalisation prüfen; nicht automatisch traumatisch unter S72.- kodieren. | Gerade bei älteren Patienten ist die Abgrenzung zwischen traumatischer Hüftfraktur und osteoporotischer pathologischer Fraktur kodierrelevant. |
| Abgrenzungskode | Statt eines traumatischen Kodes aus S72.- prüfen, wenn die Fraktur als pathologisch dokumentiert ist und keine osteoporotische Klassifikation einschlägig ist. | Verhindert die Fehlkodierung einer ausdrücklich pathologischen Fraktur der Hüft-/Oberschenkelregion als gewöhnliche Verletzungsfraktur. |
| Ausrufezeichenkode | Zusätzlich zum primären Frakturkode aus S72.- prüfen, wenn eine offene Hüft-/Femurfraktur mit Weichteilschaden I. Grades oder offen nicht näher bezeichnet dokumentiert ist; nicht allein verwenden. | Bei offener Hüftfraktur kann ein Ausrufezeichenkode zur Abbildung des Weichteilschadens erforderlich sein. |
Alphabetische Einträge
- Pertrochantäre Femurfraktur
- Intertrochantäre Femurfraktur
- Schenkelhalsfraktur
- Oberschenkelhalsfraktur
- Laterale Schenkelhalsfraktur
- Mediale Schenkelhalsfraktur
- Transzervikale Schenkelhalsfraktur
- Zervikotrochantäre Schenkelhalsfraktur
- Offene transzervikale Schenkelhalsfraktur
- Subkapitale Schenkelhalsfraktur
- Pathologische Schenkelhalsfraktur
- Mediozervikale Schenkelhalsfraktur
- Intrakapsuläre Schenkelhalsfraktur
- Hüftfraktur
- Offene Hüftfraktur