ICD-10-GM Kodes für Radikulopathie im Lumbalbereich (M54.16, M54.17)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Radikulopathie im Lumbalbereich. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Nervenwurzelreizung, lumbale Radikulopathie, Lumbalradikulopathie

Kerninformation

Lumbale Radikulopathie wird ohne spezifischere Ursache mit M54.16 kodiert; bei ausdrücklich lumbosakraler Lokalisation ist M54.17 zu wählen, während bei dokumentiertem Bandscheibenschaden oder dokumentierter Spondylose mit Radikulopathie ein spezifischerer Stattdessen-Pfad zu prüfen ist.

Wichtigste Auswahlachse: Lokalisation lumbal vs. lumbosakral und Vorliegen einer spezifisch dokumentierten Ursache

Wichtigste Warnung: Unspezifische Radikulopathiekodes nicht verwenden, wenn die Ursache als Bandscheibenschaden oder Spondylose mit Radikulopathie dokumentiert ist.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • M54.16Radikulopathie: Lumbalbereich
Verwenden, wenn eine Radikulopathie im Lumbalbereich dokumentiert ist und keine spezifischere verursachende Dorsopathie mit eigener Radikulopathie-Kodierung angegeben ist.Nicht verwenden, wenn die Lokalisation ausdrücklich lumbosakral ist oder ein Bandscheibenschaden bzw. eine Spondylose mit Radikulopathie dokumentiert ist.
  • Radikulopathie/Nervenwurzelreizung dokumentiert
  • Lokalisation Lumbalbereich
  • keine spezifischere Ursache mit eigener Radikulopathie-Kodierung dokumentiert
  • M54.17Radikulopathie: Lumbosakralbereich
Verwenden, wenn eine Radikulopathie im Lumbosakralbereich dokumentiert ist; der Übergangsbereich LWS/Sakrum muss ausdrücklich benannt sein.Nicht verwenden, wenn die Radikulopathie nur als lumbal dokumentiert ist oder ein Bandscheibenschaden bzw. eine Spondylose mit Radikulopathie dokumentiert ist.
  • Radikulopathie/Nervenwurzelreizung dokumentiert
  • Lokalisation Lumbosakralbereich
  • keine spezifischere Ursache mit eigener Radikulopathie-Kodierung dokumentiert
  • M51.1Lumbale und sonstige Bandscheibenschäden mit Radikulopathie
  • G55.1*Kompression von Nervenwurzeln und Nervenplexus bei Bandscheibenschäden
Verwenden, wenn die lumbale oder lumbosakrale Radikulopathie als Folge eines Bandscheibenschadens dokumentiert ist, z. B. bei Bandscheibenprolaps, -verlagerung, -ruptur oder -degeneration.Nicht verwenden, wenn kein Bandscheibenschaden als Ursache dokumentiert ist; Primärkode und Sternkode nicht getrennt verwenden.
  • Bandscheibenschaden/Bandscheibenprolaps oder Bandscheibendegeneration dokumentiert
  • Radikulopathie bzw. Nervenwurzelkompression dokumentiert
  • lumbaler oder lumbosakraler Bezug des Bandscheibenschadens
  • Kausalzusammenhang Bandscheibenschaden → Radikulopathie

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
KodefamilieZur Einordnung die M54.1-Familie heranziehen und bei dokumentierter Region den passenden endständigen Unterkode wählen.Die Seite liegt im unmittelbaren Kodierraum der Radikulopathie; die Familienform verdeutlicht, dass die Wirbelsäulenregion die Unterkodewahl bestimmt.
OrientierungsbereichNur zur systematischen Orientierung nutzen; für die eigentliche Kodierung eine konkrete Kategorie oder Kodekombination innerhalb des Bereichs wählen.Der Bereich ordnet die lumbale Radikulopathie in den nahen Wirbelsäulen- und Dorsopathie-Kontext ein.
  • M47.2-Spondylose mit Radikulopathie
AbgrenzungskodeBei dokumentierter Spondylose als Ursache nicht den unspezifischen M54.1-Pfad wählen, sondern innerhalb M47.2- den passenden endständigen Unterkode prüfen.Spondylotisch bedingte lumbale Wurzelkompression ist ein häufiger Stattdessen-Pfad und darf nicht als bloße Radikulopathie ohne Ursache verschlüsselt werden.
  • G55.2*Kompression von Nervenwurzeln und Nervenplexus bei Spondylose
ManifestationskodeNicht allein verwenden; nur zusammen mit passendem Primärkode aus der Spondylose-Systematik prüfen, wenn die Wurzelkompression als Manifestation dokumentiert ist.Der Sternkode macht deutlich, dass eine spondylotisch bedingte Nervenwurzelkompression einen ätiologischen Primärkode benötigt.
AbgrenzungskodeDiesen Kodierpfad prüfen, wenn Kreuzschmerz mit Ischialgie dokumentiert ist, aber keine Radikulopathie oder Nervenwurzelkompression gesichert dokumentiert wurde.Lumboischialgie wird im Alltag häufig mit Radikulopathie gleichgesetzt, ist kodierpraktisch aber nicht automatisch derselbe Befund.
AbklärungskodeNur verwenden, wenn lediglich Kreuzschmerz dokumentiert ist; bei gesicherter Radikulopathie tritt dieser Suchpfad zurück.Hilft, eine Überkodierung zur Radikulopathie zu vermeiden, wenn nur unspezifische lumbale Beschwerden aktenkundig sind.

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