ICD-10-GM Kodes für Positiver Cologuard-Test (R19.5, Z12.1)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation eines positiven Cologuard-Tests. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Cologuard, positiver Stuhl-DNA-Test, positiver FIT-DNA-Test

Kerninformation

Ein positiver Cologuard-/FIT-DNA-Test wird ohne gesicherte kolorektale Läsion meist mit R19.5 kodiert; liegt nur der Vorsorgeanlass ohne als Befund kodiertes positives Ergebnis vor, ist Z12.1 zu prüfen.

Wichtigste Auswahlachse: abnormes Testergebnis ohne gesicherte Läsion versus reiner Screeningkontext oder bereits bestätigte kolorektale Diagnose

Wichtigste Warnung: Aus einem positiven Cologuard-Test allein keine kolorektale Neoplasie oder einen Polypen ableiten.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • R19.5Sonstige Stuhlveränderungen
Verwenden, wenn ein positiver Cologuard-, FIT-DNA- oder sonstiger positiver stuhlbasierter Darmkrebsscreeningtest als abnormer Stuhlbefund dokumentiert ist und noch keine gesicherte zugrunde liegende Darmdiagnose vorliegt.Nicht verwenden, wenn nur der Vorsorgeanlass ohne als Befund kodierten positiven Test im Vordergrund steht; dann Z12.1 prüfen. Nicht verwenden, wenn bereits eine spezifische kolorektale Erkrankung, ein Polyp oder eine Neoplasie gesichert dokumentiert ist; dann den spezifischeren Diagnosekode wählen.
  • positiver Cologuard-/FIT-DNA-/Stuhl-DNA-Test oder gleichwertig positiver stuhlbasierter Screeningtest
  • positives bzw. abnormes Testergebnis als Befund dokumentiert
  • keine gesicherte kolorektale Neoplasie, kein gesicherter Polyp und keine andere spezifische Darmdiagnose dokumentiert
  • Z12.1Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neubildung des Darmtraktes
Verwenden, wenn der dokumentierte Hauptanlass die Darmkrebsvorsorge bzw. das Screening auf Neubildung des Darmtraktes ist und nicht der positive Testbefund als Diagnose kodiert werden soll.Nicht verwenden, wenn das positive Testergebnis selbst als abnormer Befund kodiert werden soll; dann R19.5 prüfen. Nicht verwenden, wenn Symptome oder eine bestätigte Darmdiagnose den Behandlungsanlass bestimmen.
  • Vorsorge-/Screeninganlass auf Neubildung des Darmtraktes
  • Screeningkontext bzw. asymptomatischer Vorsorgekontakt dokumentiert
  • kein spezifischer Krankheitskode und kein positiver Testbefund als kodierter Hauptbefund dokumentiert

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • R19.-Sonstige Symptome, die das Verdauungssystem und das Abdomen betreffen
KodefamilieZur Einordnung der Befundkodierung nutzen; bei positivem stuhlbasiertem Screeningbefund den passenden endständigen Unterkode wählen.Die Seite liegt im Umfeld der R19-Kodes; R19.5 ist der naheliegende Zielkode für den isolierten positiven Cologuard-Befund.
  • R85.-Abnorme Befunde in Untersuchungsmaterialien aus Verdauungsorganen und Bauchhöhle
AbgrenzungskodeNur prüfen, wenn ausdrücklich ein sonstiger abnormer Untersuchungsmaterialbefund aus Verdauungsorganen dokumentiert ist; bei dokumentierter Stuhlveränderung bzw. positivem Stuhlbefund wegen des spezifischeren Pfads R19.5 vorziehen.R85.- wirkt bei einem positiven Stuhl-DNA-Test naheliegend, ist hier aber wegen der spezifischen Zuordnung von Stuhlveränderungen zu R19.5 ein wichtiger Abgrenzungspfad.
  • Z12.-Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neubildungen
KodefamilieZur Einordnung im Screening-Kontext nutzen; für die konkrete Kodierung den passenden Z12-Unterkode wählen, wenn kein abnormer Befund als Diagnose kodiert wird.Positive Cologuard-Tests entstehen typischerweise im Vorsorgekontext; die Z12-Familie grenzt den Screeninganlass vom pathologischen Befund ab.
AbgrenzungskodePrüfen, wenn schwarzer Teerstuhl bzw. Meläna klinisch dokumentiert ist; nicht einen positiven Screeningtest als Ersatz für eine manifeste gastrointestinale Blutung kodieren.R19.5 umfasst u. a. okkultes Blut im Stuhl, während manifeste Meläna ein anderer Kodierpfad ist und häufig abgegrenzt werden muss.
  • C18.-Bösartige Neubildung des Kolons
AbgrenzungskodeNur verwenden, wenn eine maligne Neubildung des Kolons diagnostisch gesichert dokumentiert ist; nicht aus dem positiven Screeningtest allein ableiten.Ein positiver Cologuard-Test führt häufig zur Krebsabklärung, ersetzt aber keine gesicherte Tumordiagnose des Kolons.
  • C20Bösartige Neubildung des Rektums
AbgrenzungskodeNur verwenden, wenn ein Rektumkarzinom gesichert dokumentiert ist; nicht den positiven Test als Beleg für ein Malignom werten.Auch rektale Malignome können Anlass der Abklärung nach positivem Cologuard sein, dürfen aber nicht aus dem Testergebnis allein kodiert werden.
  • D12.-Gutartige Neubildung des Kolons, des Rektums, des Analkanals und des Anus
AbgrenzungskodePrüfen, wenn nach Koloskopie oder Histologie eine gutartige Neubildung bzw. ein Adenom gesichert dokumentiert ist; dann nicht beim isolierten Positivtest verbleiben.Ein positiver FIT-DNA-Test führt häufig zur Abklärung adenomatöser oder anderer benigner Läsionen, die spezifischer zu kodieren sind als das bloße Testergebnis.
AbgrenzungskodeVerwenden, wenn ein Kolonpolyp ärztlich dokumentiert ist; den positiven Cologuard-Test dann nicht als Ersatz für die gesicherte Läsion kodieren.Kolonpolypen sind ein häufiger Abklärungsbefund nach positivem Cologuard-Test und ein praktischer Stattdessen-Pfad.
  • Z80.0Bösartige Neubildung der Verdauungsorgane in der Familienanamnese
KontextkodeNur zusätzlich prüfen, wenn eine entsprechende Familienanamnese eigenständig dokumentiert und kodierrelevant ist; nicht automatisch mit dem Positivtest kombinieren.Familiäre Belastung ist ein häufiger Hintergrund für Darmkrebsscreening, aber kein Ersatz für den Befundkode des positiven Tests.

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