ICD-10-GM Kodes für Polyzystisches Ovarialsyndrom (E28.2)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation des polyzystischen Ovarialsyndroms. Enthält Hinweise zu plausibler Kodierung, erforderlicher Dokumentation und typischen Fehlerquellen.

Verwandte Begriffe: PCOS, Stein-Leventhal-Syndrom, Hyperandrogenismus

Kerninformation

Das polyzystische Ovarialsyndrom wird mit E28.2 kodiert; entscheidend ist die dokumentierte Syndromdiagnose und nicht nur einzelne Befunde wie Ovarialzysten, Zyklusstörung oder Hirsutismus.

Wichtigste Auswahlachse: dokumentierte Syndromdiagnose PCOS versus isolierter Einzelbefund

Wichtigste Warnung: E28.2 nicht aus isolierten Ovarialzysten oder Einzelsymptomen ohne dokumentiertes PCOS ableiten.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • E28.2Syndrom polyzystischer Ovarien
Verwenden, wenn das polyzystische Ovarialsyndrom bzw. Stein-Leventhal-Syndrom als Diagnose dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur einzelne Befunde wie Ovarialzysten, Hirsutismus, Amenorrhoe/Oligomenorrhoe, Anovulation oder Hyperandrogenismus ohne dokumentiertes PCOS vorliegen.
  • Diagnosebegriff PCOS / polyzystisches Ovarialsyndrom / Stein-Leventhal-Syndrom
  • ärztlich dokumentierte Syndromdiagnose
  • kein bloß isolierter Zysten- oder Symptombefund

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • E28.-Ovarielle Dysfunktion
KodefamilieZur Einordnung der Diagnosefamilie nutzen; für die eigentliche Kodierung den passenden endständigen Unterkode wählen.Zeigt, dass PCOS zur direkten ICD-10-GM-Familie der ovariellen Dysfunktionen gehört.
AbgrenzungskodeStatt E28.2 prüfen, wenn ein ovarieller Androgenüberschuss dokumentiert ist, aber keine Syndromdiagnose PCOS.Hilft bei der Abgrenzung von isoliertem Hyperandrogenismus gegenüber dem dokumentierten PCOS-Syndrom.
  • E28.9Ovarielle Dysfunktion, nicht näher bezeichnet
AbgrenzungskodeNur prüfen, wenn eine ovarielle Dysfunktion dokumentiert ist, aber keine spezifischere Zuordnung wie PCOS oder Androgenüberschuss möglich ist.Verhindert die unspezifische Kodierung E28.9, wenn PCOS bereits konkret dokumentiert ist.
  • N83.2Sonstige und nicht näher bezeichnete Ovarialzysten
AbgrenzungskodeStatt E28.2 prüfen, wenn nur Ovarialzyste(n) oder ein zystischer Ovarialbefund ohne dokumentiertes PCOS vorliegt.Verhindert die häufige Verwechslung von PCOS mit isolierten Ovarialzysten; N83.2 grenzt sich systematisch von E28.2 ab.
  • N91.-Ausbleiben, zu schwache oder zu seltene Menstruation
AbklärungskodeNur den passenden N91-Unterkode prüfen, wenn eine Amenorrhoe/Oligomenorrhoe dokumentiert ist und PCOS bzw. ovarielle Dysfunktion noch nicht als Ursache feststeht.Amenorrhoe oder Oligomenorrhoe sind häufige Such- und Abklärungspfade bei PCOS-Verdacht, ersetzen die Syndromdiagnose aber nicht.
AbklärungskodeAls Symptomkode nur prüfen, wenn Hirsutismus dokumentiert ist und kein PCOS als zugrunde liegende Diagnose kodiert wird.Hirsutismus ist ein typischer Anlass der Abklärung, aber kein Ersatz für die dokumentierte PCOS-Diagnose.
  • N97.0Sterilität der Frau in Verbindung mit fehlender Ovulation
KontextkodeZusätzlich prüfen, wenn anovulatorische Sterilität eigenständig dokumentiert und kodierrelevant ist; nicht automatisch mitkodieren.Infertilität kann bei PCOS als eigenständige Begleitdiagnose relevant sein, folgt aber einem separaten Kodierpfad.

Alphabetische Einträge

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