ICD-10-GM Kodes für Pollakisurie (R35.1, F45.34)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Pollakisurie. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: häufiges Wasserlassen, erhöhte Miktionsfrequenz, Harnfrequenz

Kerninformation

Pollakisurie wird meist mit R35.1 kodiert; bei ausdrücklich psychogener oder nervöser Pollakisurie ist F45.34 statt des Symptomkodes zu prüfen. R35.1 nicht als Ersatz verwenden, wenn eine gesicherte spezifische Ursache wie Zystitis, Harnwegsinfektion oder Prostatahyperplasie dokumentiert ist.

Wichtigste Auswahlachse: isoliertes Harnsymptom versus psychogene/somatoforme Einordnung beziehungsweise gesicherte spezifische Ursache

Wichtigste Warnung: R35.1 nicht statt eines spezifischen Krankheitskodes oder statt F45.34 bei ausdrücklich psychogener bzw. nervöser Pollakisurie verwenden.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
Verwenden, wenn Pollakisurie bzw. häufiges Wasserlassen als Symptom dokumentiert ist und keine spezifischere psychogene oder organische Hauptdiagnose die Kodierung bestimmt.Nicht verwenden, wenn ausdrücklich psychogene oder nervöse Pollakisurie dokumentiert ist; dann F45.34 prüfen. Nicht als Ersatz für eine gesicherte spezifische Ursache wie Zystitis, Harnwegsinfektion oder Prostatahyperplasie verwenden.
  • Pollakisurie / häufige Miktion / erhöhte Miktionsfrequenz
  • Symptomdokumentation als Kodierziel
  • keine psychogene oder nervöse Einordnung dokumentiert
  • keine spezifischere Krankheitsdiagnose als vorrangiger Kodierpfad dokumentiert
  • F45.34Somatoforme autonome Funktionsstörung: Urogenitalsystem
Verwenden, wenn ausdrücklich psychogene oder nervöse Pollakisurie oder eine somatoforme autonome Funktionsstörung des Urogenitalsystems mit diesem Symptom dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn lediglich Pollakisurie ohne psychogene bzw. somatoforme Diagnose dokumentiert ist; dann R35.1 prüfen. Nicht verwenden, wenn eine organische Ursache als eigentliche Erkrankung gesichert dokumentiert ist.
  • psychogene oder nervöse Pollakisurie bzw. somatoforme autonome Funktionsstörung des Urogenitalsystems
  • Bezug zum Urogenitalsystem
  • Symptom Pollakisurie / häufiges Wasserlassen

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • R35.-Polyurie, Pollakisurie und Nykturie
KodefamilieZur Einordnung der Symptomgruppe nutzen; bei dokumentierter Pollakisurie den endständigen Unterkode R35.1 wählen.Die Seite gehört in die direkte R35.-Kodefamilie, die Pollakisurie von Polyurie und Nykturie abgrenzt.
AbgrenzungskodeR35.2 prüfen, wenn vor allem nächtliches Wasserlassen dokumentiert ist und nicht die allgemeine Pollakisurie.Nykturie liegt in derselben Kodefamilie und wird häufig mit Pollakisurie verwechselt, ist aber ein eigener Symptomkode.
AbgrenzungskodeR30.0 prüfen, wenn schmerzhaftes Wasserlassen dokumentiert ist und der Schmerz das führende Symptom ist.Dysurie und Pollakisurie treten oft gemeinsam auf, folgen aber unterschiedlichen Symptompfaden.
AbgrenzungskodeBei dokumentierter Zystitis den passenden endständigen N30.-Unterkode statt eines isolierten R35.1-Symptomkodes prüfen.Pollakisurie ist ein häufiges Begleitsymptom der Zystitis; ohne Abgrenzung droht Unterkodierung der eigentlichen Erkrankung.
  • N39.0Harnwegsinfektion, Lokalisation nicht näher bezeichnet
AbgrenzungskodeN39.0 prüfen, wenn eine Harnwegsinfektion gesichert dokumentiert ist und keine spezifischere Lokalisation angegeben wird.Häufiges Wasserlassen ist oft infektiös bedingt; bei gesicherter Infektion ist der Krankheitskode vorrangig zu prüfen.
  • N40Prostatahyperplasie
AbgrenzungskodeN40 prüfen, wenn bei Männern eine dokumentierte Prostatahyperplasie die Miktionsbeschwerden erklärt.Pollakisurie ist eine typische Beschwerde bei Prostatahyperplasie und sollte dann nicht nur als isoliertes Symptom stehen.
  • R33Harnverhaltung
AbgrenzungskodeR33 prüfen, wenn Restharn, Harnverhalt oder unzureichende Blasenentleerung dokumentiert ist.Häufige kleine Miktionen können klinisch mit Harnverhaltung verwechselt werden, obwohl die ICD-Kodierung einen anderen Pfad verlangt.

Alphabetische Einträge

Zugehörige Gruppen

Weitere Suche

Zur ICD-10-GM Suche