ICD-10-GM Kodes für Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie (PSVT) (I47.1)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von paroxysmaler supraventrikulärer Tachykardie. Enthält Hinweise zu plausibler Kodierung, erforderlicher Dokumentation und typischen Fehlerquellen.

Verwandte Begriffe: SVT, PSVT, paroxysmale SVT

Kerninformation

Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie wird mit I47.1 kodiert; bei nur paroxysmaler Tachykardie ohne dokumentierten supraventrikulären Ursprung ist I47.9 statt I47.1 zu prüfen.

Wichtigste Auswahlachse: dokumentierter supraventrikulärer Ursprung der paroxysmalen Tachykardie

Wichtigste Warnung: I47.1 nicht verwenden, wenn nur unspezifische Tachykardie/Herzrasen, Vorhofflimmern/-flattern oder eine ventrikuläre Tachykardie dokumentiert ist.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • I47.1Supraventrikuläre Tachykardie
Verwenden, wenn eine paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie dokumentiert ist, z. B. als PSVT, paroxysmale SVT, AVNRT, AVRT, atrioventrikuläre oder AV-junktionale paroxysmale Tachykardie.Nicht verwenden, wenn nur eine unspezifische Tachykardie ohne Arrhythmiediagnose, nur paroxysmale Tachykardie ohne supraventrikuläre Zuordnung, Vorhofflimmern/-flattern oder eine ventrikuläre Tachykardie dokumentiert ist.
  • paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie bzw. PSVT/paroxysmale SVT
  • supraventrikulärer Ursprung oder äquivalente Bezeichnung wie AVNRT/AVRT/atrioventrikulär/AV-junktional/Vorhof
  • gesicherte Arrhythmiediagnose
  • kein ventrikulärer Ursprung dokumentiert
  • I47.9Paroxysmale Tachykardie, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn eine paroxysmale Tachykardie dokumentiert ist, die Akte aber keine Zuordnung als supraventrikulär oder ventrikulär enthält.Nicht verwenden, wenn ein supraventrikulärer Ursprung dokumentiert ist; dann I47.1 verwenden. Nicht verwenden, wenn nur das Symptom Tachykardie/Herzrasen dokumentiert ist oder eine ventrikuläre Tachykardie bzw. andere spezifische Rhythmusstörung vorliegt.
  • paroxysmale Tachykardie
  • fehlende Zuordnung als supraventrikulär oder ventrikulär
  • gesicherte Arrhythmiediagnose

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • I47.-Paroxysmale Tachykardie
KodefamilieZur Orientierung die Familie I47.- prüfen; für die eigentliche Kodierung einen passenden endständigen Unterkode wählen.Die PSVT liegt in der Kodefamilie der paroxysmalen Tachykardien; die Familienform ordnet I47.1 und die nahen Alternativen ein.
  • I47.0Ventrikuläre Arrhythmie durch Re-entry
AbgrenzungskodeStatt des PSVT-Pfads prüfen, wenn eine ventrikuläre Re-entry-Arrhythmie dokumentiert ist.Ventrikuläre Re-entry-Arrhythmien gehören nicht zur supraventrikulären Tachykardie und sind ein praktischer Abgrenzungspfad innerhalb derselben Kodefamilie.
  • I47.2Ventrikuläre Tachykardie
AbgrenzungskodeStatt I47.1 verwenden, wenn der ventrikuläre Ursprung der Tachykardie dokumentiert ist.Die Abgrenzung zwischen supra- und ventrikulärer Tachykardie ist die wichtigste Fehlkodierungsquelle auf dieser Seite.
  • I48.-Vorhofflimmern und Vorhofflattern
AbgrenzungskodeNicht als PSVT kodieren; bei dokumentiertem Vorhofflimmern oder Vorhofflattern die passende I48-Unterkategorie wählen.Vorhofflimmern und Vorhofflattern erscheinen klinisch oft als Tachyarrhythmie, folgen aber einem anderen ICD-10-GM-Kodierpfad.
  • R00.0Tachykardie, nicht näher bezeichnet
AbklärungskodeNur verwenden, wenn lediglich das Symptom Tachykardie bzw. Herzrasen dokumentiert ist und keine spezifische Arrhythmiediagnose gesichert ist.R00.0 ist der Abklärungspfad bei unspezifischer Symptomdokumentation und verhindert die vorschnelle Überkodierung als PSVT oder paroxysmale Tachykardie.
  • F45.30Somatoforme autonome Funktionsstörung: Herz und Kreislaufsystem
AbgrenzungskodeNicht als PSVT kodieren; diesen Pfad nur prüfen, wenn eine psychogene paroxysmale Tachykardie bzw. somatoforme autonome Funktionsstörung ausdrücklich dokumentiert ist.Der Alphabetischeintrag führt psychogene paroxysmale Tachykardie in einen anderen, nicht kardialen ICD-10-GM-Kodierpfad.
  • I45.6Präexzitations-Syndrom
KontextkodeNur zusätzlich bzw. eigenständig prüfen, wenn ein Präexzitations-Syndrom wie Wolff-Parkinson-White ausdrücklich dokumentiert ist; nicht anstelle der PSVT verwenden.Ein Präexzitations-Syndrom kann der Arrhythmie zugrunde liegen, ist aber eine eigenständig zu dokumentierende Hintergrunddiagnose.

Alphabetische Einträge

Zugehörige Gruppen

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