ICD-10-GM Kodes für Metabolisches Laborprofil

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation des metabolischen Laborprofils. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Stoffwechselprofil, Stoffwechsel-Laborprofil, Stoffwechselpanel

Kerninformation

Ein metabolisches Laborprofil hat keinen eigenen ICD-10-GM-Kode; kodiert wird der Untersuchungsanlass bzw. das dokumentierte Ergebnis: Z01.7 nur bei isolierter Laboruntersuchung ohne Beschwerden oder Diagnose, sonst der abnorme Befund oder die gesicherte Stoffwechselstörung. Z01.7 nicht verwenden, wenn bereits ein pathologischer Befund oder eine konkrete Erkrankung dokumentiert ist.

Wichtigste Auswahlachse: Kodierkontext: reine Untersuchung vs. abnormer Laborbefund vs. gesicherte Stoffwechselerkrankung

Wichtigste Warnung: Den Namen des Laborpanels nicht als Diagnose kodieren und Z01.7 nicht bei bereits dokumentiertem Befund- oder Krankheitsbezug verwenden.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
Verwenden, wenn das metabolische Laborprofil als isolierte Laboruntersuchung ohne dokumentierte Beschwerden und ohne konkrete Diagnose durchgeführt wird.Nicht verwenden, wenn bereits ein abnormer Laborbefund, eine bekannte Stoffwechselerkrankung oder eine Verlaufskontrolle einer konkreten Erkrankung dokumentiert ist; dann Befund- oder Krankheitskode wählen.
  • Laboruntersuchung als Anlass
  • keine Beschwerden oder gesicherte Diagnose dokumentiert
  • kein spezifischer pathologischer Befund als Kodiergrund dokumentiert
  • R79.9Abnormer Befund der Blutchemie, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn das metabolische Laborprofil einen unspezifisch pathologischen Blutchemie-Befund zeigt, ohne nähere Klassifikation und ohne gesicherte zugrunde liegende Erkrankung.Nicht verwenden, wenn der Befund genauer benannt ist, z. B. als Hyperglykämie, Elektrolytstörung oder gesicherte Stoffwechselerkrankung; dann spezifischeren Befund- oder Krankheitskode prüfen.
  • abnormer Blutchemie-Befund
  • keine nähere Spezifizierung des Befundes
  • keine spezifischere Stoffwechsel-, Glukose- oder Elektrolytstörung dokumentiert
  • R73.9Hyperglykämie, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn im metabolischen Laborprofil eine Hyperglykämie dokumentiert ist, ohne dass ein Diabetes mellitus gesichert ist.Nicht verwenden, wenn Diabetes mellitus oder eine spezifischere Störung der Glukoseregulation dokumentiert ist; dann E10-E14 oder einen spezifischeren R73-Unterkode prüfen.
  • erhöhte Blutglukose bzw. Hyperglykämie dokumentiert
  • kein gesicherter Diabetes mellitus
  • keine spezifischere Glukosestörung dokumentiert
  • E88.9Stoffwechselstörung, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn nach Auswertung des metabolischen Laborprofils eine unspezifisch bezeichnete Stoffwechselstörung als Diagnose dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur ein isolierter Laborbefund ohne Krankheitsdiagnose oder eine spezifischere Stoffwechselerkrankung dokumentiert ist; dann Befundkode oder spezifischen E-Kode wählen.
  • ärztlich dokumentierte Stoffwechselstörung
  • keine nähere Spezifizierung der Art der Störung
  • aktueller Behandlungs- oder Abklärungsbezug

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • R79.-Sonstige abnorme Befunde der Blutchemie
KodefamiliePrüfe bei pathologischen Laborwerten aus dem Profil, ob ein spezifischerer R79-Unterkode statt eines unspezifischen Befundkodes gewählt werden kann.Die Familie ordnet abnorme Blutchemie-Befunde ein, wenn noch keine gesicherte Erkrankung dokumentiert ist.
  • R73.-Erhöhter Blutglukosewert
KodefamiliePrüfe diese Familie, wenn das metabolische Laborprofil vor allem eine Glukoseauffälligkeit zeigt, aber noch kein Diabetes mellitus dokumentiert ist.Glukoseabweichungen sind ein häufiger spezifischer Befundpfad nach metabolischen Laboruntersuchungen.
OrientierungsbereichNur zur Orientierung; bei gesicherter Stoffwechselerkrankung den passenden spezifischen E-Kode innerhalb dieses Bereichs wählen.Das metabolische Laborprofil dient oft der Abklärung oder Verlaufskontrolle von Erkrankungen aus diesem Stoffwechselbereich.
AbgrenzungskodeBei dokumentiertem Diabetes mellitus nicht nur einen Befundkode aus R73.- oder R79.- verwenden, sondern den passenden Diabeteskode prüfen.Abnorme Glukosewerte aus dem Laborprofil erfordern häufig die Abgrenzung zwischen isoliertem Befund und gesicherter Diabetesdiagnose.
  • E87.-Sonstige Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes sowie des Säure-Basen-Gleichgewichts
AbgrenzungskodePrüfe diese Familie, wenn das Profil eine konkret dokumentierte Elektrolyt-, Wasser- oder Säure-Basen-Störung zeigt.Viele metabolische Laborprofile dienen der Erkennung spezifischer Elektrolyt- und Säure-Basen-Störungen, die nicht als unspezifischer Blutchemie-Befund kodiert werden sollten.
  • E78.-Störungen des Lipoproteinstoffwechsels und sonstige Lipidämien
AbgrenzungskodeBei dokumentierter Dyslipidämie oder Hyperlipidämie den passenden Unterkode aus E78.- statt eines unspezifischen Laborbefundkodes prüfen.Lipidstoffwechselstörungen sind ein häufiger spezifischer Diagnosepfad nach auffälligen Stoffwechsel-Laborwerten.

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