ICD-10-GM Kodes für Meningitis durch Listerien (A32.1, G01*)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Meningitis durch Listerien. Enthält Hinweise zu Dokumentationsanforderungen, Abgrenzungsfragen und typischen Kodierfallen.

Verwandte Begriffe: Listerienmeningitis, Listeria-Meningitis, bakterielle Meningitis durch Listerien

Kerninformation

Meningitis durch Listerien wird als Kodekombination A32.1+ und G01* kodiert; entscheidend sind der dokumentierte Listerienbezug und die Abgrenzung zur meningoenzephalitischen Manifestation.

Wichtigste Auswahlachse: dokumentierte Listerien-Ätiologie und genaue ZNS-Manifestation

Wichtigste Warnung: G01* nicht isoliert und G00.- nicht statt der spezifischen Listeriose-Kodierung verwenden.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • A32.1Meningitis und Meningoenzephalitis durch Listerien
  • G01*Meningitis bei anderenorts klassifizierten bakteriellen Krankheiten
Verwenden, wenn eine durch Listerien verursachte Meningitis dokumentiert ist und der Zusammenhang zwischen Listeriose und Meningitis festgehalten ist.Nicht getrennt verwenden, wenn Primär-/Ätiologiekode und Sternkode zusammengehören; nicht verwenden, wenn nur eine unspezifische bakterielle Meningitis ohne Listerienbezug oder statt einer Meningitis eine Meningoenzephalitis dokumentiert ist.
  • Meningitis
  • Listerien bzw. Listeria monocytogenes als Ursache
  • dokumentierter Zusammenhang Listeriose → Meningitis
  • gesicherte oder ärztlich eindeutig dokumentierte Ätiologie

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
KodefamilieZur Einordnung in die Listeriose-Familie den passenden endständigen Unterkode wählen; bei listerieller Meningitis A32.1+ prüfen.A32.- ist die direkte Erregerfamilie, aus der die spezifische Listeriose-ZNS-Kodierung stammt.
  • G00.-Bakterielle Meningitis, anderenorts nicht klassifiziert
AbgrenzungskodeG00.- nur prüfen, wenn eine bakterielle Meningitis dokumentiert ist, aber keine anderswo klassifizierte Ursache wie Listeriose gesichert ist.Verhindert die Fehlkodierung einer spezifisch listeriellen Meningitis als generische bakterielle Meningitis.
  • G05.0*Enzephalitis, Myelitis und Enzephalomyelitis bei anderenorts klassifizierten bakteriellen Krankheiten
ManifestationskodeNicht allein verwenden; bei dokumentierter listerieller Meningoenzephalitis mit A32.1+ kombinieren.Hilft bei der Abgrenzung, wenn statt isolierter Meningitis eine meningoenzephalitische ZNS-Manifestation dokumentiert ist.
KontextkodeNur zusätzlich kodieren, wenn eine eigenständig dokumentierte Listeriensepsis vorliegt; nicht aus der Meningitis allein ableiten.Invasive Listeriose kann neben der Meningitis als separat dokumentierte Sepsis kodierrelevant sein.
  • G09Folgen entzündlicher Krankheiten des Zentralnervensystems
FolgezustandskodeBei dokumentierten Spätfolgen einer früheren bakteriellen Meningitis den Folgezustandskode prüfen statt die akute Meningitis erneut zu kodieren.Grenzt die akute listerielle Meningitis von bleibenden neurologischen Folgen nach überstandener ZNS-Infektion ab.
  • P37.2Neugeborenenlisteriose (disseminiert)
AbgrenzungskodeBei kongenitaler oder neonataler Listeriose den neonatalen Infektionspfad unter P37.2 prüfen statt den regulären A32.-Pfad unkritisch zu übernehmen.Neugeborenenfälle sind eigenständig klassifiziert und sollten nicht automatisch wie erworbene Listerienmeningitis kodiert werden.

Alphabetische Einträge

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