ICD-10-GM Kodes für Malaise und Fatigue (R53.-)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Malaise und Fatigue. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Fatigue, Unwohlsein und Ermüdung, Asthenie

Kerninformation

Malaise und Fatigue wird unter R53.- kodiert; der endständige Unterkode richtet sich vor allem danach, ob eine chronische Fatigue vorliegt und ob eine post-exertionelle Malaise [PEM] dokumentiert ist.

Wichtigste Auswahlachse: chronische Fatigue mit PEM, chronische Fatigue ohne PEM oder akute/nicht näher bezeichnete Fatigue

Wichtigste Warnung: R53.- nicht verwenden, wenn ein chronisches Fatigue-Syndrom/ME (G93.3-) oder eine andere ausdrücklich benannte Ursache dokumentiert ist.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • R53.0Chronische Fatigue mit Angabe einer post-exertionellen Malaise [PEM]
Verwenden, wenn eine chronische Fatigue dokumentiert ist und eine post-exertionelle Malaise [PEM] angegeben wird.Nicht verwenden, wenn ein chronisches Fatigue-Syndrom bzw. eine Myalgische Enzephalomyelitis ausdrücklich diagnostiziert ist; dann G93.30, G93.31 oder G93.39 prüfen.
  • chronische Fatigue
  • post-exertionelle Malaise [PEM] dokumentiert
  • kein ausdrücklich diagnostiziertes chronisches Fatigue-Syndrom/ME
  • Diagnosesicherheit im jeweiligen Kodierkontext
  • R53.1Chronische Fatigue ohne Angabe einer post-exertionellen Malaise [PEM]
Verwenden, wenn eine chronische Fatigue dokumentiert ist, aber keine post-exertionelle Malaise [PEM] angegeben wird.Nicht verwenden, wenn eine post-exertionelle Malaise [PEM] dokumentiert ist; dann R53.0 verwenden. Nicht verwenden, wenn ein chronisches Fatigue-Syndrom bzw. eine Myalgische Enzephalomyelitis ausdrücklich diagnostiziert ist; dann G93.30, G93.31 oder G93.39 prüfen.
  • chronische Fatigue
  • keine post-exertionelle Malaise [PEM] dokumentiert
  • kein ausdrücklich diagnostiziertes chronisches Fatigue-Syndrom/ME
  • Diagnosesicherheit im jeweiligen Kodierkontext
  • R53.9Sonstige und nicht näher bezeichnete Malaise und Fatigue
Verwenden, wenn Malaise, Unwohlsein, Müdigkeit, akute Fatigue oder eine sonstige bzw. nicht näher bezeichnete Fatigue als unspezifisches Allgemeinsymptom dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn eine chronische Fatigue mit PEM oder ohne PEM dokumentiert ist; dann R53.0 oder R53.1 wählen. Nicht verwenden, wenn ein spezifisches Syndrom wie G93.3- oder eine eindeutig benannte andere Ursache dokumentiert ist.
  • Malaise, Unwohlsein, Müdigkeit, Ermüdung oder Fatigue als Symptom
  • akut oder nicht näher bezeichnet bzw. keine chronische Spezifizierung mit/ohne PEM
  • keine spezifischere gesicherte Ursache als Kodierziel dokumentiert
  • Diagnosesicherheit im jeweiligen Kodierkontext

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
KodefamilieZur Einordnung der Diagnosefamilie verwenden; für die eigentliche Kodierung den passenden endständigen Unterkode wie R53.0, R53.1 oder R53.9 wählen.Die Familienform ordnet den Kodierraum dieser Seite, ist aber selbst kein direkt verwendbarer Endkode.
OrientierungsbereichNur zur Orientierung im Symptomkapitel verwenden; für die konkrete Kodierung den spezifischen Kode innerhalb des Bereichs wählen.Ordnet Malaise und Fatigue systematisch in den Bereich der allgemeinen Symptome ein, ohne selbst eine Auswahlalternative zu sein.
  • G93.3-Chronisches Fatigue-Syndrom [Chronic fatigue syndrome]
AbgrenzungskodeStatt R53.- prüfen, wenn ein chronisches Fatigue-Syndrom, ME oder CFS ausdrücklich diagnostiziert ist; dann den passenden endständigen Unterkode aus G93.3- wählen.Verhindert die Fehlkodierung eines ausdrücklich diagnostizierten Syndroms als bloßes Allgemeinsymptom.
AbgrenzungskodeStatt R53.- prüfen, wenn die Ermüdung im Rahmen einer dokumentierten Neurasthenie bzw. eines Ermüdungssyndroms psychischer Zuordnung kodiert werden soll.Hilft bei der Abgrenzung zwischen unspezifischem körperlichem Symptom und ausdrücklich psychiatrisch eingeordneter Störung.
  • T67.6Passagere Hitzeermüdung
AbgrenzungskodeStatt R53.- prüfen, wenn die Ermüdung als hitzebedingt dokumentiert ist.Hitzeassoziierte Erschöpfung ist ein eigener Kodierpfad und soll nicht als unspezifische Fatigue verschlüsselt werden.
  • U09.9!Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet
AusrufezeichenkodeAls Zusatzkode zum Hauptkode prüfen, wenn bei dokumentierter Fatigue oder einem anderen Hauptbefund ein Post-COVID-Zusammenhang angegeben ist; nicht allein verwenden.Fatigue wird häufig im Post-COVID-Kontext dokumentiert; der Ausrufezeichenkode ergänzt diesen Zusammenhang, ersetzt aber keinen Hauptkode.

Alphabetische Einträge

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