ICD-10-GM Kodes für Lumbale Spinalkanalstenose (M48.06, M48.07)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von lumbaler Spinalkanalstenose. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Spinalkanalstenose, Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule, LWS-Stenose

Kerninformation

Lumbale Spinalkanalstenose wird meist mit M48.06 kodiert; entscheidend ist, ob Lumbalbereich, Lumbosakralbereich oder keine nähere Lokalisation dokumentiert ist. Verwende M48.06 nicht aus bloßer Schmerz- oder Lumboischialgie-Dokumentation und nicht, wenn die Stenose ausdrücklich einem spezifischeren M99.-Pfad als biomechanische Funktionsstörung zugeordnet ist.

Wichtigste Auswahlachse: genaue Wirbelsäulenlokalisation, insbesondere Lumbalbereich versus Lumbosakralbereich

Wichtigste Warnung: M48.06 nicht aus unspezifischer Symptomdokumentation ableiten und nicht verwenden, wenn die Dokumentation die Stenose ausdrücklich in einen spezifischeren M99.-Pfad einordnet.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • M48.06Spinal(kanal)stenose: Lumbalbereich
Verwenden, wenn eine Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule bzw. des Lumbalbereichs dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn der Lumbosakralbereich statt des Lumbalbereichs dokumentiert ist, wenn die Lokalisation nicht genannt ist oder wenn die Stenose ausdrücklich als biomechanische Funktionsstörung bzw. als knöcherne, bindegewebige oder bandscheibenbedingte Stenose in einen M99.-Pfad eingeordnet wird.
  • Spinalkanalstenose/Spinalstenose
  • Lokalisation Lumbalbereich bzw. LWS
  • keine ausdrückliche Zuordnung zu einem spezifischeren M99.-Pfad
  • M48.07Spinal(kanal)stenose: Lumbosakralbereich
Verwenden, wenn die Stenose ausdrücklich dem Lumbosakralbereich zugeordnet ist.Nicht verwenden, wenn nur der Lumbalbereich ohne lumbosakralen Bezug dokumentiert ist oder wenn die Lokalisation gar nicht näher bezeichnet ist.
  • Spinalkanalstenose/Spinalstenose
  • Lokalisation Lumbosakralbereich bzw. lumbosakraler Übergang
  • M48.09Spinal(kanal)stenose: Nicht näher bezeichnete Lokalisation
Verwenden, wenn eine Spinalkanalstenose dokumentiert ist, die genaue Wirbelsäulenlokalisation aber nicht näher bezeichnet ist.Nicht verwenden, wenn Lumbalbereich, Lumbosakralbereich oder eine andere genaue Wirbelsäulenlokalisation dokumentiert ist; dann den spezifischeren Lokalisationskode aus M48.0- wählen.
  • Spinalkanalstenose/Spinalstenose
  • fehlende nähere Wirbelsäulenlokalisation

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
KodefamilieZur Einordnung die Familie M48.0- prüfen und dann den endständigen Lokalisationskode wählen; für die typische lumbale Dokumentation ist meist M48.06 relevant.Die Seite gehört in den unmittelbaren Kodierraum der Spinalkanalstenosen nach Lokalisation.
  • G55.3*Kompression von Nervenwurzeln und Nervenplexus bei sonstigen Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens
ManifestationskodeNicht allein verwenden; bei dokumentierter Claudicatio spinalis im Zusammenhang mit lumbaler Spinalkanalstenose die Kreuz-Stern-Kodierung mit passendem Primärkode, typischerweise M48.06+, prüfen.Der Sternkode bildet die neurologische Manifestation ab und ist über das Alphabetische Verzeichnis direkt mit lumbaler Spinalkanalstenose verknüpft.
  • M99.83Sonstige biomechanische Funktionsstörungen: Lumbalbereich [lumbosakral]
AbgrenzungskodeStatt M48.06 prüfen, wenn die Dokumentation die lumbale Spinalstenose ausdrücklich als biomechanische Funktionsstörung klassifiziert.Das Alphabetische Verzeichnis führt für diese besondere Einordnung einen separaten M99.-Kodierpfad.
  • M99.3-Knöcherne Stenose des Spinalkanals
AbgrenzungskodeDiese Familie statt M48.0- prüfen, wenn die Stenose ausdrücklich als knöchern oder ossär bedingt dokumentiert ist.Sie grenzt morphologisch definierte Stenosen von der allgemeinen Spinalkanalstenose unter M48.0- ab.
  • M99.4-Bindegewebige Stenose des Spinalkanals
AbgrenzungskodeDiese Familie statt M48.0- prüfen, wenn die Verengung ausdrücklich als bindegewebig bzw. ligamentär beschrieben ist.Verhindert die zu breite Kodierung einer spezifisch dokumentierten Stenose als allgemeine Spinalkanalstenose.
  • M99.5-Stenose des Spinalkanals durch Bandscheiben
AbgrenzungskodeDiese Familie statt M48.0- prüfen, wenn die Stenose ausdrücklich bandscheibenbedingt dokumentiert ist.Bandscheibenbedingte Stenosen sind ein praktischer Stattdessen-Pfad bei ursächlich genauerer Dokumentation.
AbklärungskodeNur verwenden, wenn radikuläre LWS-Beschwerden dokumentiert sind, aber keine gesicherte Spinalkanalstenose vorliegt; bei dokumentierter Stenose geht der spezifische Stenosekode vor.Lumboischialgie ist ein häufiger symptomorientierter Fehlpfad bei stenoseverdächtiger LWS-Dokumentation.
AbklärungskodeNur kodieren, wenn lediglich Kreuzschmerz dokumentiert ist und keine gesicherte Spinalkanalstenose vorliegt; bei gesicherter Diagnose den spezifischen Stenosekode wählen.Hilft bei unklarer oder rein symptomorientierter LWS-Dokumentation und verhindert Symptomkodierung trotz belegter Ursache.

Alphabetische Einträge

Zugehörige Gruppen

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