ICD-10-GM Kodes für Kopfschmerz (R51, G43.-, G44.-)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Kopfschmerz. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Kopfschmerzen, Cephalgie, Zephalgie

Kerninformation

Kopfschmerz wird mit R51 kodiert, wenn nur das Symptom dokumentiert ist; bei Migräne oder anderem dokumentierten Kopfschmerzsyndrom ist stattdessen ein spezifischerer Kode aus G43.- oder G44.- zu wählen.

Wichtigste Auswahlachse: nur Symptom vs. dokumentiertes Kopfschmerzsyndrom oder gesicherte Ursache

Wichtigste Warnung: R51 nicht verwenden, wenn bereits eine spezifische Diagnose wie Migräne, Spannungskopfschmerz, Cluster-Kopfschmerz oder eine gesicherte Ursache dokumentiert ist.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
Verwenden, wenn nur das Symptom Kopfschmerz dokumentiert ist und weder ein spezifisches Kopfschmerzsyndrom noch eine gesicherte Ursache angegeben ist.Nicht verwenden, wenn Migräne, ein anderes Kopfschmerzsyndrom oder eine gesicherte Ursache wie Sinusitis, Blutung oder intrakranielle Verletzung dokumentiert ist.
  • Kopfschmerz/Cephalgie dokumentiert
  • nur Symptom dokumentiert
  • keine spezifische Kopfschmerzdiagnose
  • keine gesicherte Ursache dokumentiert
  • G43.0Migräne ohne Aura [Gewöhnliche Migräne]
Verwenden, wenn Migräne ohne Aura bzw. gewöhnliche Migräne dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn Aura oder eine andere spezifische Migräneform dokumentiert ist; dann spezifischeren G43-Unterkode wählen.
  • Migräne ohne Aura bzw. gewöhnliche Migräne
  • kein Hinweis auf Aura
  • keine spezifischere andere Migräneform dokumentiert
  • G43.1Migräne mit Aura [Klassische Migräne]
Verwenden, wenn Migräne mit Aura bzw. klassische Migräne dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn keine Aura dokumentiert ist oder die Dokumentation nur unspezifisch von Migräne spricht; dann G43.0 oder G43.9 prüfen.
  • Migräne mit Aura bzw. klassische Migräne
  • Aura oder gleichbedeutende spezifische Form dokumentiert
  • keine passendere andere Migräneunterform dokumentiert
  • G43.9Migräne, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn Migräne dokumentiert ist, aber kein genauerer Migräne-Subtyp angegeben wird.Nicht verwenden, wenn eine spezifische Migräneform wie Migräne ohne Aura, Migräne mit Aura, komplizierte oder sonstige näher bezeichnete Migräne dokumentiert ist.
  • Migräne dokumentiert
  • keine Subtypisierung dokumentiert
  • keine Angabe zu Aura oder anderer spezifischer Migräneform
Verwenden, wenn Cluster-Kopfschmerz oder eine unter G44.0 einzuordnende gleichbedeutende Form dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur unspezifischer Kopfschmerz, Migräne oder Spannungskopfschmerz dokumentiert ist.
  • Cluster-Kopfschmerz oder chronische paroxysmale Hemikranie dokumentiert
  • spezifisches Kopfschmerzsyndrom dokumentiert
  • keine passendere andere Diagnose
  • G44.2Spannungskopfschmerz
Verwenden, wenn Spannungskopfschmerz ausdrücklich dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur unspezifischer Kopfschmerz, Migräne oder Cluster-Kopfschmerz dokumentiert ist.
  • Spannungskopfschmerz dokumentiert
  • spezifische Kopfschmerzdiagnose dokumentiert
  • keine andere spezifischere Kopfschmerzform
  • G44.3Chronischer posttraumatischer Kopfschmerz
Verwenden, wenn chronischer posttraumatischer Kopfschmerz dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn kein posttraumatischer Zusammenhang dokumentiert ist oder ein akutes Schädel-Hirn-Trauma mit aktueller Verletzungsdiagnose im Vordergrund steht.
  • chronischer Kopfschmerz dokumentiert
  • posttraumatischer Zusammenhang dokumentiert
  • vorausgegangenes Trauma dokumentiert
  • G44.4Arzneimittelinduzierter Kopfschmerz, anderenorts nicht klassifiziert
Verwenden, wenn arzneimittelinduzierter Kopfschmerz dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn kein arzneimittelinduzierter Zusammenhang dokumentiert ist oder eine andere spezifischere Kopfschmerzdiagnose ohne Arzneimittelbezug vorliegt.
  • Kopfschmerz dokumentiert
  • Arzneimittelbezug dokumentiert
  • kausaler Zusammenhang dokumentiert
  • auslösendes Arzneimittel falls dokumentiert

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
AbgrenzungskodeBei dokumentierter Migräne passenden endständigen G43-Unterkode statt R51 wählen.Migräne ist der häufigste Stattdessen-Pfad, wenn Kopfschmerz nicht nur als Symptom, sondern als eigenständige neurologische Diagnose dokumentiert ist.
  • G44.-Sonstige Kopfschmerzsyndrome
AbgrenzungskodeBei dokumentiertem Kopfschmerzsyndrom passenden endständigen G44-Unterkode statt R51 prüfen.Die Familie bündelt spezifische Kopfschmerzsyndrome, die nicht mit dem Symptomkode R51 abgebildet werden sollen.
  • G44.1Vasomotorischer Kopfschmerz, anderenorts nicht klassifiziert
AbgrenzungskodeDiesen Kode statt R51 prüfen, wenn vasomotorischer Kopfschmerz ausdrücklich dokumentiert ist.Er grenzt einen spezifischen Syndromkode von unspezifischem Kopfschmerz ab.
  • G44.8Sonstige näher bezeichnete Kopfschmerzsyndrome
AbgrenzungskodeDiesen Kode prüfen, wenn ein näher bezeichnetes Kopfschmerzsyndrom dokumentiert ist, das nicht unter die häufigeren Unterkodes von G44.- fällt.G44.8 ist der Auffangkode für dokumentierte, aber in der Hauptentscheidung nicht einzeln aufgeführte spezifische Kopfschmerzsyndrome.
AbgrenzungskodeDiesen Kode statt R51 oder G44.- prüfen, wenn neuralgischer Schmerz im Trigeminusgebiet dokumentiert ist.Trigeminusneuralgie ist ein praktisch relevanter Ausschluss bei Gesichts- und kopfnahen Schmerzangaben.
  • G50.1Atypischer Gesichtsschmerz
AbgrenzungskodeDiesen Kode statt R51 oder G44.- prüfen, wenn atypischer Gesichtsschmerz und nicht primär Kopfschmerz dokumentiert ist.Atypischer Gesichtsschmerz ist ein häufiger Fehlpfad bei unscharfer Lokalisation von Kopf- und Gesichtsschmerz.
AbgrenzungskodeBei dokumentiertem Kopfschmerz als Symptom einer akuten Sinusitis die ursächliche Diagnose prüfen und nicht bei isoliertem R51 stehen bleiben.Kopfschmerz wird häufig als Begleitsymptom einer Sinusitis dokumentiert; dann ist die Grunderkrankung kodierentscheidend.
  • I60.-Subarachnoidalblutung
AbgrenzungskodeBei gesicherter intrakranieller Blutung die spezifische vaskuläre Diagnose statt eines reinen Symptomkodes verwenden.Plötzlich einsetzender starker Kopfschmerz kann initial symptomatisch erscheinen, wird nach gesicherter Ursache aber nicht mehr mit R51 kodiert.
  • S06.-Intrakranielle Verletzung
AbgrenzungskodeBei aktuellem Schädel-Hirn-Trauma mit intrakranieller Verletzung den Verletzungspfad kodieren; G44.3 betrifft nur den chronischen posttraumatischen Kopfschmerz.Dies grenzt akute traumatische Ursachen von späteren chronischen Kopfschmerzfolgen und von unspezifischem Kopfschmerz ab.
  • R52.-Schmerz, anderenorts nicht klassifiziert
AbgrenzungskodeNicht auf allgemeine Schmerz-Kodes ausweichen, wenn Kopfschmerz ausdrücklich dokumentiert ist; dann R51 oder ein spezifischerer Kopfschmerzkode prüfen.R52.- ist gegenüber dem lokalisierbaren Symptom Kopfschmerz meist der falsche Kodierpfad.

Alphabetische Einträge

Zugehörige Gruppen

Weitere Suche

Zur ICD-10-GM Suche