ICD-10-GM Kodes für Ischämischer Schlaganfall (I63.-)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von ischämischem Schlaganfall. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Schlaganfall, Hirninfarkt, ischämischer Insult

Kerninformation

Ischämischer Schlaganfall wird in der Regel über I63.- kodiert; der passende endständige Unterkode richtet sich vor allem nach Infarktmechanismus und danach, ob präzerebrale, zerebrale oder venöse Gefäße betroffen sind. Verwende I64 nicht, wenn ein Hirninfarkt ausdrücklich dokumentiert ist.

Wichtigste Auswahlachse: Infarktmechanismus und betroffener Gefäßtyp

Wichtigste Warnung: I64 nicht verwenden, wenn ein Hirninfarkt gesichert dokumentiert ist.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • I63.0Hirninfarkt durch Thrombose präzerebraler Arterien
Verwenden, wenn ein aktueller Hirninfarkt durch Thrombose einer präzerebralen Arterie dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn eine Embolie oder nur ein nicht näher bezeichneter Verschluss bzw. eine Stenose dokumentiert ist, wenn eine zerebrale statt präzerebrale Arterie betroffen ist oder wenn kein Hirninfarkt vorliegt.
  • aktueller Hirninfarkt
  • Thrombose als Mechanismus
  • präzerebrale Arterie betroffen
  • I63.1Hirninfarkt durch Embolie präzerebraler Arterien
Verwenden, wenn ein aktueller Hirninfarkt durch Embolie einer präzerebralen Arterie dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn eine Thrombose oder nur ein nicht näher bezeichneter Verschluss bzw. eine Stenose dokumentiert ist, wenn eine zerebrale statt präzerebrale Arterie betroffen ist oder wenn kein Hirninfarkt vorliegt.
  • aktueller Hirninfarkt
  • Embolie als Mechanismus
  • präzerebrale Arterie betroffen
  • I63.2Hirninfarkt durch nicht näher bezeichneten Verschluss oder Stenose präzerebraler Arterien
Verwenden, wenn ein aktueller Hirninfarkt bei dokumentiertem Verschluss oder bei Stenose einer präzerebralen Arterie vorliegt, der Mechanismus aber nicht als Thrombose oder Embolie näher bezeichnet ist.Nicht verwenden, wenn Thrombose oder Embolie spezifisch dokumentiert ist oder wenn nur ein Gefäßverschluss bzw. eine Stenose ohne resultierenden Hirninfarkt vorliegt.
  • aktueller Hirninfarkt
  • Verschluss oder Stenose präzerebraler Arterie
  • Mechanismus nicht näher bezeichnet
  • I63.3Hirninfarkt durch Thrombose zerebraler Arterien
Verwenden, wenn ein aktueller Hirninfarkt durch Thrombose einer zerebralen Arterie dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn eine Embolie oder nur ein nicht näher bezeichneter Verschluss bzw. eine Stenose dokumentiert ist, wenn eine präzerebrale statt zerebrale Arterie betroffen ist oder wenn kein Hirninfarkt vorliegt.
  • aktueller Hirninfarkt
  • Thrombose als Mechanismus
  • zerebrale Arterie betroffen
  • I63.4Hirninfarkt durch Embolie zerebraler Arterien
Verwenden, wenn ein aktueller Hirninfarkt durch Embolie einer zerebralen Arterie dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn eine Thrombose oder nur ein nicht näher bezeichneter Verschluss bzw. eine Stenose dokumentiert ist, wenn eine präzerebrale statt zerebrale Arterie betroffen ist oder wenn kein Hirninfarkt vorliegt.
  • aktueller Hirninfarkt
  • Embolie als Mechanismus
  • zerebrale Arterie betroffen
  • I63.5Hirninfarkt durch nicht näher bezeichneten Verschluss oder Stenose zerebraler Arterien
Verwenden, wenn ein aktueller Hirninfarkt bei dokumentiertem Verschluss oder bei Stenose einer zerebralen Arterie vorliegt, der Mechanismus aber nicht als Thrombose oder Embolie näher bezeichnet ist.Nicht verwenden, wenn Thrombose oder Embolie spezifisch dokumentiert ist oder wenn nur ein Gefäßverschluss bzw. eine Stenose ohne resultierenden Hirninfarkt vorliegt.
  • aktueller Hirninfarkt
  • Verschluss oder Stenose zerebraler Arterie
  • Mechanismus nicht näher bezeichnet
  • I63.6Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Verwenden, wenn ein aktueller Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig, dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn eine arterielle Ursache dokumentiert ist oder wenn nur eine nichteitrige Thrombose des intrakraniellen Venensystems ohne resultierenden Hirninfarkt vorliegt; dann I67.6 prüfen.
  • aktueller Hirninfarkt
  • nichteitrige Hirnvenenthrombose
  • Zusammenhang Thrombose der Hirnvenen → Hirninfarkt
  • I63.8Sonstiger Hirninfarkt
Verwenden, wenn ein sonstiger näher bezeichneter Hirninfarkt dokumentiert ist, der nicht unter die spezifischen arteriellen oder venösen I63-Unterkodes fällt.Nicht verwenden, wenn der Hirninfarkt als Thrombose, Embolie oder nicht näher bezeichneter Verschluss bzw. Stenose präzerebraler oder zerebraler Arterien oder als nichteitrige Hirnvenenthrombose genauer kodiert werden kann oder wenn der Infarkt gar nicht näher bezeichnet ist.
  • aktueller Hirninfarkt
  • sonstige näher bezeichnete Ursache oder Konstellation
  • keine passendere spezifische Zuordnung
  • I63.9Hirninfarkt, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn ein Hirninfarkt dokumentiert ist, aber Mechanismus und betroffener Gefäßtyp nicht näher bezeichnet sind.Nicht verwenden, wenn Mechanismus, betroffener Gefäßtyp oder eine sonstige Spezifizierung des Hirninfarkts dokumentiert sind oder wenn der Schlaganfall nicht als Infarkt gegenüber Blutung spezifiziert ist; dann spezifischeren I63-Unterkode bzw. I64 prüfen.
  • Hirninfarkt dokumentiert
  • fehlende Mechanismusangabe
  • fehlende Gefäß- oder sonstige Spezifizierung

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
KodefamilieFür den akuten ischämischen Schlaganfall den passenden endständigen I63-Unterkode nach Mechanismus und betroffenem Gefäßtyp wählen.Zentrale Kodefamilie des ischämischen Schlaganfalls.
  • I60.-Subarachnoidalblutung
AbgrenzungskodeBei dokumentierter nichttraumatischer Subarachnoidalblutung nicht I63.-, sondern den passenden I60-Unterkode prüfen.Grenzt einen hämorrhagischen Schlaganfallpfad vom ischämischen Hirninfarkt ab.
  • I61.-Intrazerebrale Blutung
AbgrenzungskodeBei dokumentierter intrazerebraler Blutung statt I63.- den passenden I61-Unterkode wählen.Wichtige Abgrenzung zwischen ischämischem und hämorrhagischem Schlaganfall.
  • I64Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet
AbgrenzungskodeNur verwenden, wenn Schlaganfall dokumentiert ist, aber weder Blutung noch Infarkt näher bezeichnet sind.Verhindert unspezifische Kodierung trotz ausdrücklich dokumentiertem Hirninfarkt.
  • G45.-Zerebrale transitorische Ischämie und verwandte Syndrome
AbgrenzungskodeBei transitorischer ischämischer Attacke ohne nachgewiesenen Hirninfarkt statt I63.- G45.- prüfen.TIA ist klinisch verwandt, aber kein kodierter Hirninfarkt; bei bildgebend nachgewiesenem Infarkt ist I63.- einschlägig.
  • I65.-Verschluss und Stenose präzerebraler Arterien ohne resultierenden Hirninfarkt
AbgrenzungskodeBei dokumentiertem präzerebralem Gefäßverschluss oder einer Stenose ohne resultierenden Hirninfarkt statt I63.- I65.- prüfen.Gefäßbefund ohne Infarktnachweis ist ein anderer Kodierpfad als akuter ischämischer Schlaganfall.
  • I66.-Verschluss und Stenose zerebraler Arterien ohne resultierenden Hirninfarkt
AbgrenzungskodeBei dokumentiertem zerebralem Gefäßverschluss oder einer Stenose ohne resultierenden Hirninfarkt statt I63.- I66.- prüfen.Trennt den reinen Gefäßbefund ohne Hirninfarkt vom akuten ischämischen Schlaganfall.
  • I67.6Nichteitrige Thrombose des intrakraniellen Venensystems
AbgrenzungskodeBei nichteitriger intrakranieller Venenthrombose ohne dokumentierten Hirninfarkt I67.6 statt I63.- prüfen.Grenzt die venöse Thrombose ohne Infarkt vom venösen Hirninfarkt ab.
  • I69.3Folgen eines Hirninfarktes
FolgezustandskodeBei bleibenden Folgen eines früheren Hirninfarkts statt eines akuten I63-Kodes I69.3 prüfen.Trennt akuten ischämischen Schlaganfall von dokumentierten Residuen oder Spätfolgen.

Alphabetische Einträge

Zugehörige Gruppen

Weitere Suche

Zur ICD-10-GM Suche