ICD-10-GM Kodes für Ischämische kongestive Kardiomyopathie (I25.5, I42.0)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von ischämischer kongestiver Kardiomyopathie. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Kardiomyopathie, ischämische Kardiomyopathie, ICM

Kerninformation

Bei dokumentierter ischämischer Kardiomyopathie ist I25.5 zu verwenden; wird nur eine kongestive bzw. dilatative Kardiomyopathie ohne ischämische Genese beschrieben, ist eher I42.0 passend. Den Zusatz „kongestiv“ nicht automatisch als vollständige Herzinsuffizienz-Kodierung verstehen; eine separat dokumentierte Herzinsuffizienz kann zusätzlich mit einem spezifischen I50-Unterkode kodierrelevant sein.

Wichtigste Auswahlachse: ischämische Genese versus nur kongestive/dilatative Kardiomyopathie

Wichtigste Warnung: „Kongestiv“ führt nicht automatisch zu I42.0 oder zu einer vollständigen Abbildung der Herzinsuffizienz; die dokumentierte Ursache und eine separat dokumentierte Herzinsuffizienz entscheiden.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • I25.5Ischämische Kardiomyopathie
Verwenden, wenn eine ischämische Kardiomyopathie bzw. ICM mit Bezug zu chronischer ischämischer Herzkrankheit oder Myokardinfarktfolge dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur eine kongestive bzw. dilatative Kardiomyopathie ohne ischämische Genese dokumentiert ist; dann I42.0 prüfen.
  • Ischämische Kardiomyopathie oder ICM
  • ischämische Genese, z. B. KHK- oder Postinfarkt-Bezug
  • Kausalbezug zwischen Ischämie und Kardiomyopathie
  • ggf. separat dokumentierte Herzinsuffizienz
  • I42.0Dilatative Kardiomyopathie
Verwenden, wenn eine kongestive oder dilatative Kardiomyopathie dokumentiert ist und keine ischämische Ursache angegeben wird.Nicht verwenden, wenn ischämische Kardiomyopathie bzw. ICM oder ein klarer KHK-/Postinfarkt-Bezug dokumentiert ist; dann I25.5 verwenden.
  • kongestive oder dilatative Kardiomyopathie
  • keine dokumentierte ischämische Genese
  • keine spezifischere andere Kardiomyopathie
  • ggf. separat dokumentierte Herzinsuffizienz

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • I25.-Chronische ischämische Herzkrankheit
KodefamilieZur Einordnung innerhalb der chronischen ischämischen Herzkrankheiten den passenden endständigen Unterkode wählen; für die ischämische Kardiomyopathie ist I25.5 der spezifische Kode.Die Seite liegt fachlich in der I25-Gruppe; Nutzer suchen häufig nach dem Familienkode statt nach dem Einzelkode.
  • I20-I25Ischämische Herzkrankheiten
OrientierungsbereichNur zur Orientierung im Umfeld der ischämischen Herzkrankheiten verwenden; konkrete Kategorie bzw. endständigen Kode prüfen.Ordnet die ischämische Kardiomyopathie systematisch im nahen Herzkrankheitsbereich ein.
KontextkodeBei zusätzlich dokumentierter Herzinsuffizienz einen spezifischen endständigen I50-Unterkode gesondert prüfen; nicht allein aus I25.5 oder aus dem Wort „kongestiv“ automatisch ableiten.Bei dieser Diagnose ist eine begleitende Herzinsuffizienz häufig kodierrelevant, aber nur bei eigener Dokumentation als eigenständige Diagnose zu erfassen.
AbgrenzungskodeBei primärer, dilatativer, hypertropher, restriktiver oder sonstiger nicht-ischämischer Kardiomyopathie diesen Pfad statt I25.5 prüfen.Verhindert die häufige Verwechslung der ischämischen Kardiomyopathie mit nicht-ischämischen Kardiomyopathien.
  • I25.9Chronische ischämische Herzkrankheit, nicht näher bezeichnet
AbgrenzungskodeWenn nur eine chronische ischämische Herzkrankheit bzw. eine unspezifisch als ischämisch bezeichnete Herzinsuffizienz ohne dokumentierte Kardiomyopathie beschrieben ist, diesen Kodepfad statt I25.5 prüfen.Grenzt unspezifische ischämische Herzkrankheitsdokumentation von der ausdrücklich dokumentierten ischämischen Kardiomyopathie ab.
AbklärungskodeNur verwenden, wenn lediglich Dyspnoe dokumentiert ist und weder Kardiomyopathie noch Herzinsuffizienz gesichert beschrieben sind.Patienten mit ischämischer Kardiomyopathie stellen sich oft mit Atemnot vor; der Symptomkode ist nur ein Abklärungspfad.

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