ICD-10-GM Kodes für Hyperglykämie bei Diabetes mellitus (E10.91, E11.91, E14.91)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Hyperglykämie bei Diabetes mellitus. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Hyperglykämie, diabetesbedingte Hyperglykämie, Diabetes mellitus
Kerninformation
Hyperglykämie bei dokumentiertem Diabetes mellitus wird mit dem passenden endständigen Kode der jeweiligen Diabetesfamilie für „ohne Komplikationen: als entgleist bezeichnet“ kodiert, wenn keine Ketoazidose, kein Koma und keine andere dokumentierte diabetische Komplikation vorliegen. R73.9 ist dann nicht zu verwenden.
Wichtigste Auswahlachse: Diabetes-Typ und ob nur eine diabetische Entgleisung ohne Koma, Ketoazidose oder andere dokumentierte Diabeteskomplikation vorliegt.
Wichtigste Warnung: R73.9 nicht verwenden, wenn die Hyperglykämie einem dokumentierten Diabetes mellitus zugeordnet ist.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn ein Diabetes mellitus Typ 1 mit Hyperglykämie bzw. als entgleist bezeichnet dokumentiert ist und keine Ketoazidose, kein Koma und keine andere diabetische Komplikation dokumentiert sind. | Nicht verwenden, wenn Typ-2-Diabetes, ein sonstiger näher bezeichneter Diabetes oder ein Diabetes ohne Typangabe dokumentiert ist, oder wenn diabetisches Koma, Ketoazidose oder eine andere diabetische Komplikation einen spezifischeren Unterkode erfordern. |
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| Verwenden, wenn ein Diabetes mellitus Typ 2 mit Hyperglykämie bzw. als entgleist bezeichnet dokumentiert ist und keine Ketoazidose, kein Koma und keine andere diabetische Komplikation dokumentiert sind. | Nicht verwenden, wenn Typ-1-Diabetes, ein sonstiger näher bezeichneter Diabetes oder ein Diabetes ohne Typangabe dokumentiert ist, oder wenn diabetisches Koma, Ketoazidose oder eine andere diabetische Komplikation einen spezifischeren Unterkode erfordern. |
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| Verwenden, wenn ein Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung mit Hyperglykämie bzw. als entgleist bezeichnet dokumentiert ist und keine Ketoazidose, kein Koma und keine andere diabetische Komplikation dokumentiert sind. | Nicht verwenden, wenn stattdessen Typ 1, Typ 2, sonstiger näher bezeichneter oder nicht näher bezeichneter Diabetes dokumentiert ist, oder wenn diabetisches Koma, Ketoazidose oder eine andere diabetische Komplikation einen spezifischeren Unterkode erfordern. |
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| Verwenden, wenn ein sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus mit Hyperglykämie bzw. als entgleist bezeichnet dokumentiert ist und keine Ketoazidose, kein Koma und keine andere diabetische Komplikation dokumentiert sind. | Nicht verwenden, wenn der dokumentierte Diabetes als Typ 1, Typ 2, in Verbindung mit Fehl-/Mangelernährung oder ohne nähere Typangabe einzuordnen ist, oder wenn diabetisches Koma, Ketoazidose oder eine andere diabetische Komplikation einen spezifischeren Unterkode erfordern. |
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| Verwenden, wenn ein Diabetes mellitus mit Hyperglykämie bzw. als entgleist bezeichnet dokumentiert ist, der Typ aber nicht näher angegeben ist und keine Ketoazidose, kein Koma und keine andere diabetische Komplikation dokumentiert sind. | Nicht verwenden, wenn der Diabetes-Typ dokumentiert ist; dann E10.-, E11.-, E12.- oder E13.- mit passendem Unterkode wählen. Nicht verwenden, wenn diabetisches Koma, Ketoazidose oder eine andere diabetische Komplikation dokumentiert sind. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Orientierungsbereich | Nur zur Orientierung im Diabetesbereich verwenden; immer den diabetesartspezifischen und komplikationsbezogenen endständigen Kode wählen. | Der Bereich zeigt, dass diabetesbedingte Hyperglykämie innerhalb der Diabetesfamilien und nicht über einen isolierten Hyperglykämie-Kode klassifiziert wird. |
| Abgrenzungskode | Nur prüfen, wenn Hyperglykämie ohne gesicherten oder dokumentiert zugeordneten Diabetes mellitus vorliegt; bei bekanntem Diabetes stattdessen den passenden Diabeteskode wählen. | R73.9 ist der häufigste Fehlpfad bei erhöhten Glukosewerten, obwohl bereits ein Diabetes mellitus dokumentiert ist. |
| Abgrenzungskode | Bei Schwangerschaftsbezug, Geburts- oder Wochenbettbezug den O24.-Pfad prüfen statt E10-E14 oder R73.9. | Schwangerschaftsassoziierter Diabetes bzw. Hyperglykämie ist ein eigener Kodierpfad und gehört nicht in die allgemeine Diabetesfamilie E10-E14. |
| Manifestationskode | Nicht allein verwenden; bei dokumentierter diabetischer Nierenkomplikation den passenden diabetesartspezifischen Kode mit Nierenkomplikationen zusammen mit N08.3* prüfen statt eines .91-Kodes. | Die Zeile verhindert die Fehlkodierung als „ohne Komplikationen“, wenn eine diabetische Nephropathie oder glomeruläre Diabetesmanifestation dokumentiert ist. |
| Manifestationskode | Nicht allein verwenden; bei dokumentierter diabetischer Retinopathie den passenden diabetesartspezifischen Kode mit Augenkomplikationen zusammen mit H36.0* prüfen statt eines .91-Kodes. | Die Zeile grenzt Augenmanifestationen des Diabetes von der reinen Hyperglykämie ohne Komplikationen ab. |