ICD-10-GM Kodes für Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) (I50.1-)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion. Enthält Hinweise zu plausibler Kodierung, erforderlicher Dokumentation und typischen Fehlerquellen.
Verwandte Begriffe: Herzinsuffizienz, HFrEF, systolische Herzinsuffizienz
Kerninformation
HFrEF hat in ICD-10-GM keinen eigenen EF-spezifischen Kode und wird im Regelfall wie Linksherzinsuffizienz unter I50.1- abgebildet; ohne dokumentierte NYHA-Klasse ist für den Begriff HFrEF typischerweise I50.19 relevant.
Wichtigste Auswahlachse: Dokumentierte NYHA-Klasse bei HFrEF bzw. systolischer linksventrikulärer Herzinsuffizienz
Wichtigste Warnung: NYHA-spezifische Unterkodes aus I50.1- nicht ohne dokumentierte Symptomklasse vergeben; bei hypertensiver Herz- oder Herz-Nierenkrankheit zusätzlich I11.0- bzw. I13.- prüfen.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn HFrEF bzw. systolische Herzinsuffizienz mit NYHA I oder asymptomatischer linksventrikulärer Dysfunktion dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn NYHA II-IV dokumentiert ist oder keine dokumentierte Symptomklasse vorliegt; bei fehlender NYHA-Angabe eher I50.19 prüfen. |
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| Verwenden, wenn HFrEF bzw. systolische Herzinsuffizienz mit dokumentierter NYHA-Klasse II vorliegt. | Nicht verwenden, wenn NYHA I, III oder IV dokumentiert ist oder die NYHA-Klasse nicht angegeben ist. |
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| Verwenden, wenn HFrEF bzw. systolische Herzinsuffizienz mit dokumentierter NYHA-Klasse III vorliegt. | Nicht verwenden, wenn NYHA I, II oder IV dokumentiert ist oder die Akte nur HFrEF ohne Symptomklassifikation enthält. |
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| Verwenden, wenn HFrEF bzw. systolische Herzinsuffizienz mit dokumentierter NYHA-Klasse IV vorliegt. | Nicht verwenden, wenn NYHA I-III dokumentiert ist oder die NYHA-Klasse nicht belegt ist. |
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| Verwenden, wenn HFrEF bzw. systolische Herzinsuffizienz dokumentiert ist, die NYHA-Klasse aber nicht näher angegeben ist. | Nicht verwenden, wenn NYHA I-IV dokumentiert ist; dann den passenderen NYHA-spezifischen Unterkode aus I50.1- wählen. Nicht verwenden, wenn nur eine unspezifische Herzinsuffizienz ohne HFrEF-/Linksherzinsuffizienzbezug dokumentiert ist; dann I50.9 prüfen. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Wähle innerhalb dieser Familie den endständigen Unterkode nach dokumentierter NYHA-Klasse; bei fehlender NYHA-Angabe ist bei HFrEF meist I50.19 relevant. | HFrEF wird in ICD-10-GM typischerweise innerhalb dieser Kodefamilie abgebildet, weil kein eigener Endkode nur für den EF-Phänotyp existiert. |
| Abgrenzungskode | Prüfe diesen Kode nur, wenn die Akte eine allgemeine Herzinsuffizienz dokumentiert, aber keinen belastbaren HFrEF-, systolischen oder linksseitigen Bezug enthält. | I50.9 ist der wichtigste Abgrenzungspfad, wenn die Dokumentation für eine spezifischere Zuordnung zur HFrEF-/Linksherzinsuffizienz nicht ausreicht. |
| Ergänzungskode | Prüfe bei dokumentierter hypertensiver Herzkrankheit mit Herzinsuffizienz zusätzlich einen passenden Unterkode aus I11.0-; die Art der Herzinsuffizienz wird weiter mit I50.1- konkretisiert. | Bei kausalem Hypertoniebezug reicht der isolierte Herzinsuffizienzpfad nicht aus; die hypertensive Grunderkrankung muss zusätzlich abgebildet werden. |
| Ergänzungskode | Prüfe bei dokumentierter Kombination aus Hypertonie, Herzinsuffizienz und chronischer Nierenkrankheit einen passenden Unterkode aus I13.- und kodiere die Art der Herzinsuffizienz zusätzlich mit I50.1-. | Dieser Ergänzungspfad ist relevant, wenn HFrEF im Rahmen einer hypertensiven Herz- und Nierenkrankheit dokumentiert ist. |
| Abklärungskode | Nur verwenden, wenn lediglich Atemnot dokumentiert ist und eine gesicherte Herzinsuffizienz noch nicht vorliegt; bei gesicherter HFrEF tritt der Symptomkode zurück. | Atemnot ist ein häufiger Such- und Aufnahmebefund bei HFrEF und ein typischer Fehlpfad, wenn vorschnell ein Symptom statt der gesicherten Diagnose kodiert wird. |
| Kontextkode | Zusätzlich nur kodieren, wenn eine eigenständig diagnostizierte Kardiomyopathie dokumentiert ist; sie ersetzt den Herzinsuffizienzkode nicht. | Kardiomyopathien sind eine häufige zugrunde liegende oder begleitende Erkrankung bei HFrEF und können bei eigener Dokumentation separat kodierrelevant sein. |