ICD-10-GM Kodes für Großes Blutbild
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation des großen Blutbildes. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Blutbild, Differenzialblutbild, vollständiges Blutbild mit Differenzialblutbild
Kerninformation
Das große Blutbild selbst hat keinen eigenen ICD-10-GM-Kode; kodiert werden stattdessen Untersuchungsanlass, auffälliger Blutbildbefund oder die gesicherte hämatologische Diagnose. Z01.7 passt nur für die reine Laboruntersuchung ohne Screeningcharakter, pathologischen Befund oder spezifische Erkrankung.
Wichtigste Auswahlachse: Kodierkontext: reine Laboruntersuchung vs. Screening vs. abnormaler Blutbildbefund vs. gesicherte Diagnose
Wichtigste Warnung: Nicht die Untersuchung selbst als Diagnose kodieren; bei dokumentiertem Befund oder gesicherter Erkrankung ist Z01.7 in der Regel falsch.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn nur die Laboruntersuchung bzw. das große Blutbild dokumentiert ist und keine spezifischere Befund-, Verdachts- oder Krankheitskodierung vorliegt. | Nicht verwenden, wenn ein Screeninganlass, ein auffälliger Blutbildbefund, eine Verlaufskontrolle einer bekannten Erkrankung, ein Verdachtsabklärungsfall oder bereits eine spezifische Diagnose dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn das große Blutbild als präventive Screeninguntersuchung auf Krankheiten des Blutes, der blutbildenden Organe oder bestimmte Störungen mit Beteiligung des Immunsystems dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn das große Blutbild wegen Symptomen, auffälligen Vorbefunden, Verdachtsdiagnosen oder zur Kontrolle einer bekannten Erkrankung durchgeführt wird. |
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| Verwenden, wenn ein pathologischer Befund des roten Blutbildes dokumentiert ist, aber noch keine spezifische hämatologische Diagnose gestellt wurde. | Nicht verwenden, wenn bereits eine spezifische Diagnose wie Anämie oder Polyglobulie dokumentiert ist; dann den spezifischeren D-Kode prüfen. |
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| Verwenden, wenn ein auffälliger Leukozyten- oder Differenzialblutbildbefund dokumentiert ist, ohne dass bereits eine spezifische Diagnose feststeht. | Nicht verwenden, wenn eine spezifische Diagnose wie Leukozytose, Leukopenie, Neutropenie, Infektion oder hämatologische Neoplasie dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn aufgrund des großen Blutbildes oder ergänzender Diagnostik eine Anämie diagnostiziert ist, die nicht näher bezeichnet wurde. | Nicht verwenden, wenn nur ein isolierter Laborbefund ohne ärztlich dokumentierte Anämiediagnose vorliegt oder eine spezifischere Anämieform dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn eine Krankheit des Blutes oder der blutbildenden Organe diagnostisch dokumentiert ist, aber nicht näher bezeichnet wurde. | Nicht verwenden, wenn lediglich ein auffälliger Blutbildbefund ohne Krankheitsdiagnose dokumentiert ist oder eine spezifischere hämatologische Erkrankung kodiert werden kann. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Bei Untersuchungs- oder Abklärungsanlass ohne gesicherte Krankheit passenden Z01-Unterkode prüfen; für die reine Laboruntersuchung ist Z01.7 der naheliegende Pfad. | Ordnet das große Blutbild in den Untersuchungs- und Abklärungskontext ein, wenn noch keine spezifische Erkrankung und kein pathologischer Befund kodiert wird. |
| Kodefamilie | Bei präventiver Screeninguntersuchung passenden Z13-Unterkode wählen; für Blut- und Immunsystem-Screening Z13.0 prüfen. | Relevant, wenn das große Blutbild nicht wegen Beschwerden oder bekannter Erkrankung, sondern als Vorsorge- oder Screeningmaßnahme durchgeführt wird. |
| Abgrenzungskode | Bei Abklärung eines vermuteten Krankheitszustands, der sich nicht bestätigt, Z03.- statt Z01.7 prüfen. | Hilft bei der Abgrenzung zwischen reiner Laboruntersuchung und dokumentierter Verdachtsabklärung mit anschließend ausgeschlossener Erkrankung. |
| Orientierungsbereich | Bei auffälligen Labor- oder Blutuntersuchungsbefunden ohne gesicherte Diagnose in diesem Bereich nach dem spezifischsten Befundkode suchen. | Hier liegen die Befundkodes, die nach einem großen Blutbild relevant werden können, solange noch keine definitive hämatologische Diagnose dokumentiert ist. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierter Anämie passenden endständigen D64-Unterkode oder eine noch spezifischere Anämiekategorie wählen; R71 dann nicht als Ersatz verwenden. | Ein auffälliges rotes Blutbild führt nach Diagnosestellung häufig in diese Familie statt zu einem reinen Befundkode. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierter Thrombozytopenie oder anderer plättchenbezogener Störung spezifischen D69-Unterkode prüfen; das große Blutbild selbst ist kein ICD-Kode. | Plättchenauffälligkeiten sind im großen Blutbild häufig relevant und führen nach ärztlicher Diagnosestellung in diese Familie. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierter Leukozytose, Leukopenie oder anderer definierter Leukozytenerkrankung passenden D72-Unterkode prüfen; R72 dann nicht als Ersatz verwenden. | Das Differenzialblutbild betrifft besonders die Leukozyten; bei gesicherter Diagnose führt der Kodierpfad oft in diese Familie statt zu R72. |
| Kontextkode | Nur zusätzlich kodieren, wenn eine entsprechende Eigenanamnese separat dokumentiert und für den aktuellen Fall kodierrelevant ist; nicht als Ersatz für aktuellen Befund oder aktuelle Diagnose verwenden. | Eine bekannte hämatologische Vorerkrankung kann den Anlass für Verlaufskontrollen mittels großem Blutbild erklären, ist aber ein eigenständiger Kontextkode. |
| Kontextkode | Bei dokumentierter familiärer Belastung als eigenständigen Kontextkode prüfen; ersetzt weder Z13.0 noch einen aktuellen Befund- oder Krankheitskode. | Familiäre Vorbelastung kann einen Screeningkontext für ein großes Blutbild mitbegründen, ist aber nur bei eigener Dokumentation zusätzlich relevant. |
Alphabetische Einträge
- Krankheit der blutbildenden Organe
- Abnormes Differenzialblutbild
- Störung der blutbildenden Organe
- Auffälliges Differenzialblutbild
- Untersuchung auf Krankheit der blutbildenden Organe
- Störung der Blutbildung
- Krankheit des Blutes und der blutbildenden Organe
- Pathologisch verändertes rotes Blutbild
Zugehörige Gruppen
- D60-D64: Aplastische und sonstige Anämien
- D65-D69: Koagulopathien, Purpura und sonstige hämorrhagische Diathesen
- D70-D77: Sonstige Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe
- R70-R79: Abnorme Blutuntersuchungsbefunde ohne Vorliegen einer Diagnose
- Z00-Z13: Personen, die das Gesundheitswesen zur Untersuchung und Abklärung in Anspruch nehmen
- Z80-Z99: Personen mit potentiellen Gesundheitsrisiken aufgrund der Familien- oder Eigenanamnese und bestimmte Zustände, die den Gesundheitszustand beeinflussen