ICD-10-GM Kodes für Gastrointestinale Blutung mit Anämie
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von gastrointestinaler Blutung mit Anämie. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Magen-Darm-Blutung, GI-Blutung mit Anämie, Magen-Darm-Blutung mit Anämie
Kerninformation
Gastrointestinale Blutung mit Anämie wird primär nach der dokumentierten Blutungsquelle kodiert; bei unspezifischer Blutungsdokumentation wird die Anämie meist zusätzlich mit D62 bei akuter Blutungsanämie oder mit D50.0 bei chronischem Blutverlust abgebildet. K92.2 nicht verwenden, wenn Hämatemesis, Meläna oder eine spezifische Blutungsquelle dokumentiert ist.
Wichtigste Auswahlachse: Spezifität der Blutungsquelle und Art der Anämie
Wichtigste Warnung: K92.2 ist nur für nicht näher spezifizierte gastrointestinale Blutung geeignet und sollte nicht bei dokumentierter spezifischer Blutungsquelle verwendet werden.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn Hämatemesis und eine akute Blutungsanämie im Zusammenhang mit der gastrointestinalen Blutung dokumentiert sind und keine spezifischere Blutungsquelle benannt ist. | Nicht verwenden, wenn die Blutungsquelle spezifisch als Ulkus, Ösophagusvarize, hämorrhagische Gastritis oder andere konkret kodierbare Erkrankung dokumentiert ist oder wenn eine chronische Blutverlustanämie vorliegt. |
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| Verwenden, wenn Meläna und eine akute Blutungsanämie im Zusammenhang mit der gastrointestinalen Blutung dokumentiert sind und keine spezifischere Blutungsquelle benannt ist. | Nicht verwenden, wenn die Blutungsquelle spezifisch dokumentiert ist oder wenn statt einer akuten Blutungsanämie eine chronische Blutverlustanämie vorliegt. |
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| Verwenden, wenn eine gastrointestinale Blutung ohne nähere Spezifizierung und eine akute Blutungsanämie dokumentiert sind. | Nicht verwenden, wenn Hämatemesis, Meläna oder eine spezifische Blutungsquelle dokumentiert ist oder wenn eine chronische Blutverlustanämie statt einer akuten Blutungsanämie vorliegt. |
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| Verwenden, wenn Meläna dokumentiert ist und die Anämie als Eisenmangelanämie nach chronischem Blutverlust beschrieben wird, ohne dass eine spezifischere Blutungsquelle benannt ist. | Nicht verwenden, wenn eine akute Blutungsanämie dokumentiert ist oder wenn die Blutungsquelle spezifisch kodierbar ist. |
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| Verwenden, wenn eine nicht näher spezifizierte gastrointestinale Blutung bzw. ein chronischer gastrointestinaler Blutverlust mit Eisenmangelanämie nach chronischem Blutverlust dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn eine akute Blutungsanämie, Hämatemesis, Meläna oder eine spezifische Blutungsquelle dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn eine gastrointestinale Blutung und eine Anämie dokumentiert sind, der Anämietyp aber nicht näher bezeichnet ist und keine spezifischere Blutungsmanifestation oder Blutungsquelle vorliegt. | Nicht verwenden, wenn die Anämie als akute Blutungsanämie oder als Eisenmangelanämie nach chronischem Blutverlust näher bezeichnet ist oder wenn die Blutungsquelle spezifischer kodiert werden kann. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Orientierung innerhalb des K92-Bereichs bei Blutungsmanifestationen passenden endständigen Unterkode wählen; K92.0, K92.1 oder K92.2 nur verwenden, wenn keine spezifischere Blutungsquelle kodiert wird. | Die Seite bewegt sich häufig im K92-Kodierraum, wenn nur Hämatemesis, Meläna oder eine unspezifische gastrointestinale Blutung dokumentiert sind. |
| Kodefamilie | Bei chronischem Blutverlust passenden D50-Unterkode prüfen; D50.0 nur verwenden, wenn die Eisenmangelanämie als Folge chronischen Blutverlusts dokumentiert ist. | Für GI-Blutung mit chronischer Blutverlustanämie ist die Abgrenzung zwischen D50.0 und anderen Anämieformen zentral. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierten blutenden Ösophagusvarizen I85.0 statt eines unspezifischen K92.2-Kodes prüfen; die Anämie bei dokumentierter Blutungsfolge zusätzlich erfassen. | Varizenblutungen sind eine wichtige, klar spezifische obere GI-Blutungsquelle und ein häufiger Stattdessen-Pfad zu K92.2. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierter anorektaler Blutungsquelle K62.5- statt K92.2 prüfen; einen passenden endständigen Unterkode wählen und die Anämie nur bei eigener Dokumentation zusätzlich kodieren. | Anorektale Blutungen werden häufig fälschlich unter unspezifischer gastrointestinaler Blutung subsumiert. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierter akuter hämorrhagischer Gastritis K29.0 statt K92.2 prüfen; die Anämie bei dokumentierter Blutungsfolge gesondert erfassen. | K29.0 ist ein ausdrücklich relevanter spezifischer Stattdessen-Pfad bei oberer GI-Blutung. |
| Abklärungskode | R58 nur erwägen, wenn eine Blutung dokumentiert ist, aber keine gastrointestinale Zuordnung belegt ist; bei gesicherter GI-Blutung zu K92.- oder einem quellenbezogenen Kode wechseln. | Der Kode ist ein typischer Fehlpfad bei ungenauer Dokumentation und sollte nicht eine belegte gastrointestinale Blutung ersetzen. |
Alphabetische Einträge
Zugehörige Gruppen
- D50-D53: Alimentäre Anämien
- D60-D64: Aplastische und sonstige Anämien
- I80-I89: Krankheiten der Venen, der Lymphgefäße und der Lymphknoten, anderenorts nicht klassifiziert
- K20-K31: Krankheiten des Ösophagus, des Magens und des Duodenums
- K55-K64: Sonstige Krankheiten des Darmes
- K90-K93: Sonstige Krankheiten des Verdauungssystems
- R50-R69: Allgemeinsymptome