ICD-10-GM Kodes für Essentielle Hypertonie ohne Angabe einer hypertensiven Krise (I10.00, I10.10, I10.90)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von essentieller Hypertonie ohne Angabe einer hypertensiven Krise. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Bluthochdruck, primäre Hypertonie, arterielle Hypertonie
Kerninformation
Essentielle (primäre) Hypertonie ohne Angabe einer hypertensiven Krise wird mit I10.00, I10.10 oder I10.90 kodiert; ausschlaggebend ist, ob die Dokumentation benigne, maligne oder nicht näher bezeichnet ist. I10.- nicht verwenden, wenn eine hypertensive Krise, sekundäre Hypertonie, hypertensive Herz-/Nierenbeteiligung oder eine Schwangerschafts-Konstellation dokumentiert ist.
Wichtigste Auswahlachse: Dokumentierte Einordnung als benigne, maligne oder nicht näher bezeichnete essentielle Hypertonie bei fehlender Angabe einer hypertensiven Krise.
Wichtigste Warnung: I10.- nicht verwenden, wenn eine hypertensive Krise, sekundäre Hypertonie, eine hypertensive Herz-, Nieren- oder Herz-Nieren-Krankheit oder ein Schwangerschaftsbezug dokumentiert ist.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn eine benigne essentielle (primäre) Hypertonie ohne Angabe einer hypertensiven Krise dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn maligne oder nicht näher bezeichnete essentielle Hypertonie, eine hypertensive Krise, sekundäre Hypertonie, eine hypertensive Herz-, Nieren- oder Herz-Nieren-Krankheit oder ein Schwangerschaftsbezug dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn eine maligne essentielle (primäre) Hypertonie ohne Angabe einer hypertensiven Krise dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn benigne oder nicht näher bezeichnete essentielle Hypertonie, eine hypertensive Krise, sekundäre Hypertonie, eine hypertensive Herz-, Nieren- oder Herz-Nieren-Krankheit oder ein Schwangerschaftsbezug dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn essentielle (primäre) Hypertonie ohne Angabe einer hypertensiven Krise dokumentiert ist, aber keine Einordnung als benigne oder maligne vorliegt. | Nicht verwenden, wenn benigne oder maligne essentielle Hypertonie genauer dokumentiert ist, eine hypertensive Krise vorliegt, sekundäre Hypertonie, eine hypertensive Herz-, Nieren- oder Herz-Nieren-Krankheit oder ein Schwangerschaftsbezug zu kodieren ist. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Als direkte Kodefamilie zur Orientierung nutzen und den endständigen Unterkode nach benigne/maligner/nicht näher bezeichneter Form sowie nach Angabe einer hypertensiven Krise auswählen. | Die Seite liegt unmittelbar in der Familie I10.-; die Hauptentscheidung betrifft nur die Unterkodes ohne Angabe einer hypertensiven Krise. |
| Abgrenzungskode | Statt I10.00 prüfen, wenn bei benigner essentieller Hypertonie eine hypertensive Krise dokumentiert ist. | Die Krisenangabe ändert die Kodewahl innerhalb derselben I10-Untergruppe. |
| Abgrenzungskode | Statt I10.10 prüfen, wenn bei maligner essentieller Hypertonie eine hypertensive Krise dokumentiert ist. | Auch bei maligner essentieller Hypertonie führt die Krisenangabe zu einem anderen endständigen Kode. |
| Abgrenzungskode | Statt I10.90 prüfen, wenn essentielle Hypertonie ohne weitere Typisierung, aber mit hypertensiver Krise dokumentiert ist. | Bei unspezifischer Dokumentation ist die Krisenangabe ein häufiger und kodierrelevanter Unterschied. |
| Abgrenzungskode | Nicht im I10-Pfad bleiben, wenn ein dokumentierter hypertensiver Herzbezug vorliegt; dann passenden I11-Unterkode und ggf. die Art der Herzkrankheit zusätzlich prüfen. | Essentielle Hypertonie ohne Organbezug ist von dokumentierter hypertensiver Herzkrankheit abzugrenzen. |
| Abgrenzungskode | Statt I10.- den I12-Pfad prüfen, wenn eine hypertensive Nierenkrankheit dokumentiert ist; ggf. die Art der Nierenkrankheit zusätzlich spezifizieren. | Der dokumentierte hypertensive Nierenbezug führt aus dem einfachen I10-Pfad heraus. |
| Abgrenzungskode | Bei kombinierter hypertensiver Herz- und Nierenbeteiligung den passenden I13-Unterkode statt I10.- wählen und Herz- bzw. Nierenmanifestationen mitprüfen. | Die Kombination aus Herz- und Nierenbeteiligung erfordert einen eigenen Kodierpfad. |
| Abgrenzungskode | Nicht als essentielle Hypertonie kodieren, wenn eine sekundäre Ursache dokumentiert ist; dann passenden I15-Unterkode prüfen. | Die Abgrenzung zwischen essentieller und sekundärer Hypertonie ist eine zentrale Auswahlentscheidung. |
| Abgrenzungskode | Bei Schwangerschaft, Geburt oder Wochenbett nicht im I10-Pfad bleiben; dann O10.0 und bei zusätzlichen schwangerschaftsspezifischen Komplikationen einen noch spezifischeren geburtshilflichen Kode prüfen. | Vorher bestehende essentielle Hypertonie wird in der Schwangerschaft nicht mit I10.-, sondern im O10-Bereich abgebildet. |
| Abklärungskode | Nur verwenden, wenn erhöhte Blutdruckwerte dokumentiert sind, aber keine gesicherte Hypertoniediagnose vorliegt; bei dokumentierter essentieller Hypertonie tritt R03.0 zurück. | Hilfreicher Abklärungspfad bei auffälligem Blutdruck ohne gesicherte Diagnose einer Hypertonie. |