ICD-10-GM Kodes für Erhöhte alkalische Phosphatase (R74.8, R94.5)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von erhöhter alkalischer Phosphatase. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: alkalische Phosphatase, erhöhte AP, ALP-Erhöhung

Kerninformation

Eine erhöhte alkalische Phosphatase wird meist mit R74.8 kodiert, wenn ein isolierter abnormer Serumenzymwert dokumentiert ist; bei Dokumentation als abnorme Leberfunktionsprüfung ist R94.5 zu prüfen.

Wichtigste Auswahlachse: Dokumentationskontext des Befunds: isolierter Serumenzymwert versus abnorme Leberfunktionsprüfung

Wichtigste Warnung: R74.8 oder R94.5 nicht verwenden, wenn bereits eine konkrete Ursachendiagnose dokumentiert ist.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • R74.8Sonstige abnorme Serumenzymwerte
Verwenden, wenn eine erhöhte alkalische Phosphatase als spezifischer abnormer Serumenzymwert dokumentiert ist und keine spezifischere Ursachendiagnose vorliegt.Nicht verwenden, wenn der Befund als abnorme Leberfunktionsprüfung dokumentiert ist; dann R94.5 prüfen. Nicht verwenden, wenn bereits eine konkrete Leber-, Gallenwegs-, Knochen- oder sonstige Ursachendiagnose kodierbar dokumentiert ist.
  • erhöhte alkalische Phosphatase/AP/ALP
  • Laborbefund als abnormer Serum- oder Blutenzymwert
  • keine spezifischere Ursachendiagnose als kodierte Diagnose dokumentiert
  • kein Dokumentationsfokus auf abnorme Leberfunktionsprüfung
  • R94.5Abnorme Ergebnisse von Leberfunktionsprüfungen
Verwenden, wenn die erhöhte alkalische Phosphatase im Dokumentationskontext als abnorme Leberfunktionsprüfung und nicht nur als isolierter Serumenzymbefund beschrieben ist.Nicht verwenden, wenn nur eine isolierte AP-Erhöhung als Serumenzymwert dokumentiert ist; dann R74.8 prüfen. Nicht verwenden, wenn bereits eine spezifische Leber- oder Gallenwegserkrankung dokumentiert ist.
  • abnorme Leberfunktionsprüfung(en)
  • AP-Erhöhung als Teil der Leber-/Cholestase-Laborkonstellation
  • keine spezifische Leber- oder Gallenwegserkrankung als Diagnose dokumentiert

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • R74.-Abnorme Serumenzymwerte
KodefamilieAls Kodefamilie zur Orientierung nutzen; bei ausdrücklich benannter AP-Erhöhung ist der passende endständige Unterkode R74.8 zu wählen.Erhöhte alkalische Phosphatase gehört systematisch in den Kodierraum der abnormen Serumenzymwerte.
  • R94.-Abnorme Ergebnisse von Funktionsprüfungen
AbgrenzungskodeStatt R74.- prüfen, wenn der Befund als pathologische Organfunktionsprüfung dokumentiert ist; bei Leberbezug kommt insbesondere R94.5 in Betracht.AP-Erhöhungen werden in der Praxis teils als auffällige Leberfunktionsprüfung und nicht als isolierter Enzymwert dokumentiert.
  • R74.9Abnormer Wert nicht näher bezeichneter Serumenzyme
AbgrenzungskodeNur verwenden, wenn abnorme Serumenzymwerte dokumentiert sind, aber die alkalische Phosphatase nicht ausdrücklich benannt ist.Verhindert die vorschnelle Wahl von R74.8 bei fehlender AP-Spezifizierung.
  • R79.-Sonstige abnorme Befunde der Blutchemie
AbgrenzungskodeStatt R74.- prüfen, wenn der Laborbefund eine andere Blutchemie-Anomalie und keine Serumenzymstörung betrifft.Hilft bei der Abgrenzung zu nichtenzymatischen Laborauffälligkeiten.
AbgrenzungskodeBei dokumentierter Lebererkrankung die spezifische Diagnose aus diesem Bereich kodieren statt eines isolierten Laborbefunds.Lebererkrankungen sind eine häufige Ursache erhöhter alkalischer Phosphatase.
  • K80-K87Krankheiten der Gallenblase, der Gallenwege und des Pankreas
AbgrenzungskodeBei dokumentierter Gallenblasen- oder Gallenwegserkrankung einen spezifischen Kode aus diesem Bereich prüfen statt eines isolierten Befundkodes.Cholestatische und biliäre Ursachen führen häufig zu AP-Erhöhungen.

Alphabetische Einträge

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