ICD-10-GM Kodes für Dysurie (R30.0)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Dysurie. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: schmerzhaftes Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen, Harnwegsinfektion
Kerninformation
Dysurie wird meist mit R30.0 kodiert, wenn schmerzhaftes oder brennendes Wasserlassen als Symptom dokumentiert ist; entscheidend ist, ob nur das Symptom oder bereits eine spezifische bzw. psychogene Diagnose dokumentiert ist.
Wichtigste Auswahlachse: Symptomkode versus spezifische organische oder psychogene Diagnose
Wichtigste Warnung: R30.0 nicht als Ersatz für eine dokumentierte konkrete Harnwegs-/Urogenitaldiagnose oder für ausdrücklich psychogene Dysurie verwenden.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn Dysurie bzw. schmerzhaftes oder brennendes Wasserlassen als Symptom dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn ausdrücklich Tenesmus vesicae, nur unspezifizierter Schmerz beim Wasserlassen o.n.A., psychogene Dysurie oder bereits eine spezifische zu kodierende Ursache wie Zystitis, Urethritis oder Harnwegsinfektion dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn ausdrücklich Tenesmus vesicae bzw. Blasen-Tenesmus dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn nur Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen ohne Tenesmusbezug dokumentiert sind. |
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| Verwenden, wenn nur Schmerz beim Wasserlassen dokumentiert ist, ohne nähere Spezifizierung als Dysurie oder Tenesmus vesicae. | Nicht verwenden, wenn Dysurie, Strangurie oder Tenesmus vesicae spezifisch dokumentiert ist oder wenn bereits eine spezifische zu kodierende Ursache vorliegt. |
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| Verwenden, wenn ausdrücklich psychogene Dysurie oder eine somatoforme autonome Funktionsstörung des Urogenitalsystems mit Dysurie dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn nur Dysurie als Symptom ohne psychogene Zuordnung oder eine organische urogenitale Ursache dokumentiert ist. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Einordnung die passende endständige Unterform aus R30.- wählen; die Familienform selbst ist kein finaler Kode. | Die Seite liegt im Symptomblock R30.- und grenzt Dysurie gegen Tenesmus vesicae und nicht näher bezeichneten Schmerz beim Wasserlassen ab. |
| Abgrenzungskode | Statt eines isolierten Symptomkodes prüfen, wenn eine Zystitis als gesicherte Diagnose dokumentiert ist. | Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen werden häufig durch Zystitis verursacht; bei gesicherter Ursache ist der spezifische Erkrankungspfad wichtiger als R30.0. |
| Abgrenzungskode | Prüfen, wenn Urethritis oder urethrales Syndrom dokumentiert ist; Dysurie dann nicht isoliert als Hauptpfad stehen lassen. | Urethrale Entzündungen sind eine typische dokumentierte Ursache von Dysurie und führen zu einem anderen Kodierpfad. |
| Abgrenzungskode | Prüfen, wenn eine Harnwegsinfektion ohne nähere Lokalisation gesichert dokumentiert ist; nicht allein aus Dysurie ableiten. | Dysurie ist ein häufiges Leitsymptom bei Harnwegsinfektion, ersetzt aber nicht die Infektionsdiagnose, wenn diese dokumentiert ist. |
| Abgrenzungskode | Diesen Alternativpfad prüfen, wenn Miktionsbeschwerden wie schwacher Harnstrahl oder verzögerte Miktion ohne Schmerzcharakter dokumentiert sind. | Hilft bei der Abgrenzung, wenn nicht Schmerz beim Wasserlassen, sondern andere Miktionsstörungen im Vordergrund stehen. |