ICD-10-GM Kodes für Nicht näher bezeichneter Dünndarmileus (K56.7, K56.6)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von nicht näher bezeichnetem Dünndarmileus. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Darmverschluss, Dünndarmobstruktion, mechanischer Dünndarmileus

Kerninformation

Nicht näher bezeichneter Dünndarmileus wird mit K56.7 kodiert, wenn nur „Dünndarmileus“ oder „Dünndarmverschluss“ dokumentiert ist; K56.6 ist passend, wenn ausdrücklich ein mechanischer bzw. obstruktiver Dünndarmileus ohne nähere Ursachenangabe dokumentiert ist. Beide nicht verwenden, wenn eine spezifische Ursache, ein paralytischer, postoperativer oder hernienbedingter Ileus dokumentiert ist.

Wichtigste Auswahlachse: dokumentierter Mechanismus des Ileus: unspezifisch vs. mechanisch/obstruktiv vs. spezifische Ursache

Wichtigste Warnung: K56.7 nicht für mechanische Dünndarmobstruktion verwenden und K56.6 nicht verwenden, wenn nur ein unspezifischer Dünndarmileus oder stattdessen Briden, Volvulus, Invagination, Gallensteinileus, Hernie, paralytischer oder postoperativer Ileus dokumentiert ist.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • K56.7Ileus, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn nur ein Dünndarmileus oder Dünndarmverschluss dokumentiert ist und der Mechanismus nicht näher bezeichnet ist.Nicht verwenden, wenn ein mechanischer bzw. obstruktiver Charakter, eine spezifische Ursache, ein paralytischer Ileus, ein postoperativer Darmverschluss oder ein Darmverschluss durch Hernie dokumentiert ist.
  • Dünndarmileus oder Dünndarmverschluss
  • Dünndarmbezug
  • keine Angabe zu mechanisch/obstruktiv vs. paralytisch
  • keine spezifische Ursache dokumentiert
  • K56.6Sonstige und nicht näher bezeichnete intestinale Obstruktion
Verwenden, wenn ein mechanischer Dünndarmileus, eine Dünndarmobstruktion oder ein obstruktiver Dünndarmverschluss dokumentiert ist, die Ursache aber nicht näher bezeichnet ist.Nicht verwenden, wenn nur ein unspezifischer Dünndarmileus ohne mechanischen bzw. obstruktiven Charakter dokumentiert ist; dann K56.7 prüfen. Nicht verwenden, wenn Briden/Adhäsionen, Volvulus, Invagination, Gallensteinileus, sonstige Obturation, postoperativer Darmverschluss oder Hernie dokumentiert sind.
  • mechanischer oder obstruktiver Dünndarmileus bzw. Dünndarmobstruktion
  • Dünndarmbezug
  • keine spezifischere Ursache dokumentiert
  • kein paralytischer oder postoperativer Ileus dokumentiert
  • K56.5Intestinale Adhäsionen [Briden] mit Obstruktion
Verwenden, wenn ein Dünndarmileus oder eine intestinale Obstruktion durch intestinale Adhäsionen bzw. Briden dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn die Ursache nicht spezifiziert ist; dann K56.6 oder K56.7 prüfen. Nicht verwenden, wenn ein postoperativer Darmverschluss als Komplikation dokumentiert ist; dann K91.3 prüfen.
  • Ileus oder Obstruktion
  • Briden oder Adhäsionen als Ursache
  • Zusammenhang Ursache → Darmverschluss
Verwenden, wenn der Dünndarmileus durch Volvulus verursacht ist.Nicht verwenden, wenn kein Volvulus dokumentiert ist und die Obstruktion nur unspezifisch beschrieben wird; dann K56.6 oder K56.7 prüfen.
  • Volvulus
  • Ileus oder Obstruktion bzw. entsprechender klinischer Zusammenhang
  • betroffener Darmabschnitt, wenn dokumentiert
Verwenden, wenn eine Invagination bzw. Intussuszeption als Ursache des Dünndarmileus dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn keine Invagination dokumentiert ist und nur eine unspezifische mechanische Obstruktion vorliegt; dann K56.6 oder K56.7 prüfen.
  • Invagination oder Intussuszeption
  • Ileus oder Obstruktion bzw. entsprechender klinischer Zusammenhang
  • betroffener Darmabschnitt, wenn dokumentiert
Verwenden, wenn ein Gallensteinileus als Ursache der intestinalen Obstruktion dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn kein Gallensteinileus dokumentiert ist und die Ursache unklar bleibt; dann K56.6 oder K56.7 prüfen.
  • Gallensteinileus
  • Ileus oder Obstruktion
  • Zusammenhang Gallenstein → Darmverschluss
Verwenden, wenn ein paralytischer und nicht mechanischer Dünndarmileus dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn ein mechanischer oder obstruktiver Dünndarmileus dokumentiert ist; dann K56.6 oder eine spezifischere Ursache unter K56.- prüfen.
  • paralytischer Ileus
  • nichtmechanischer Charakter
  • auslösender Kontext, wenn dokumentiert
  • K91.3Postoperativer Darmverschluss
Verwenden, wenn der Dünndarmileus als postoperativer bzw. postprozeduraler Darmverschluss dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur ein früherer Operationsstatus vorliegt und die aktuelle Obstruktion als Bridenileus oder sonstige nicht näher bezeichnete Obstruktion dokumentiert ist; dann K56.5 bzw. K56.6 prüfen.
  • postoperativer oder postprozeduraler Darmverschluss bzw. Ileus
  • zeitlicher und kausaler Bezug zur Operation oder Prozedur
  • Komplikationscharakter

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • K56.-Paralytischer Ileus und intestinale Obstruktion ohne Hernie
KodefamilieZur Einordnung die passende endständige K56-Unterkategorie wählen; K56.7 und K56.6 nicht pauschal für alle Ileusformen verwenden.Die Seite liegt in der direkten Kodefamilie K56.-, aus der unspezifische, mechanische, paralytische und spezifisch verursachte Ileusformen abgegrenzt werden.
AbgrenzungskodeBei Darmverschluss durch Hernie den passenden Hernienkode mit Obstruktions- oder Gangränangabe prüfen statt K56.-.K56.- gilt für intestinale Obstruktion ohne Hernie; obstruierende oder eingeklemmte Hernien sind ein wichtiger alternativer Kodierpfad.
  • K56.4Sonstige Obturation des Darmes
AbgrenzungskodeBei dokumentierter obturierender Ursache wie Enterolith, Impaktion oder Kotstein K56.4 statt K56.6 prüfen.Eine konkret benannte intraluminale Obturation ist spezifischer als eine sonstige oder nicht näher bezeichnete intestinale Obstruktion.
AbgrenzungskodeBei dokumentiertem Duodenalverschluss K31.5 statt K56.- prüfen.Duodenalverschluss ist im Umfeld von K56.- ausdrücklich abzugrenzen und gehört nicht in den allgemeinen Ileus- oder Obstruktionspfad dieser Seite.
  • Q41.-Angeborene(s) Fehlen, Atresie und Stenose des Dünndarmes
AbgrenzungskodeBei angeborener Dünndarmobstruktion oder -stenose den kongenitalen Kodierpfad unter Q41.- prüfen statt K56.-.Angeborene Obstruktionen des Dünndarms gehören nicht in den erworbenen Ileus- und Obstruktionspfad unter K56.-.
AbklärungskodeNur bei unklarer Symptomdokumentation ohne gesicherten Dünndarmileus verwenden; tritt zurück, sobald die Obstruktionsdiagnose dokumentiert ist.Patienten mit Ileusverdacht werden oft zunächst als akutes Abdomen dokumentiert; R10.0 ist der Abklärungspfad vor gesicherter Diagnose.

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