ICD-10-GM Kodes für Distorsion des Kniegelenks (S83.4-, S83.5-, S83.6)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Distorsion des Kniegelenks. Enthält Hinweise zu plausibler Kodierung, erforderlicher Dokumentation und typischen Fehlerquellen.
Verwandte Begriffe: Kniedistorsion, Kniegelenksdistorsion, Verstauchung des Kniegelenks
Kerninformation
Kniedistorsion wird unter S83.6 kodiert, wenn keine spezifische Bandstruktur dokumentiert ist; bei Beteiligung des Seitenbandes oder Kreuzbandes sind S83.4- bzw. S83.5- mit passendem endständigen Unterkode zu wählen. S83.6 nicht verwenden, wenn mehrere Kniegelenksstrukturen oder eine spezifische akute Binnenverletzung bzw. Luxation dokumentiert sind.
Wichtigste Auswahlachse: beteiligte Kniegelenksstruktur bzw. Mehrfachstrukturverletzung
Wichtigste Warnung: S83.6 nicht als Auffangkode verwenden, wenn eine spezifische Seitenband-, Kreuzband-, Meniskus-, Knorpel- oder Luxationsverletzung dokumentiert ist.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn eine akute Distorsion, Verstauchung oder Zerrung des tibialen Seitenbandes [Innenbandes] dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn ein Riss des Innenbandes dokumentiert ist; dann S83.44 prüfen. Nicht verwenden, wenn nur ein nicht näher bezeichnetes Seitenband oder mehrere verletzte Kniegelenksstrukturen dokumentiert sind. |
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| Verwenden, wenn ein akuter Riss des tibialen Seitenbandes [Innenbandes] dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn nur eine Distorsion/Zerrung des Innenbandes ohne Riss dokumentiert ist; dann S83.42 prüfen. Nicht verwenden, wenn mehrere Kniegelenksstrukturen verletzt sind. |
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| Verwenden, wenn eine akute Distorsion, Verstauchung, Zerrung oder Ruptur eines Seitenbandes dokumentiert ist, das betroffene Seitenband aber nicht näher bezeichnet ist. | Nicht verwenden, wenn Innen- oder Außenband genauer bezeichnet ist; dann spezifischeren Unterkode aus S83.4- wählen. Nicht verwenden, wenn mehrere Kniegelenksstrukturen verletzt sind. |
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| Verwenden, wenn ein akuter Riss des vorderen Kreuzbandes dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn nur eine unspezifische Kreuzbandverletzung ohne Angabe des vorderen Kreuzbandes dokumentiert ist; dann S83.50 oder ein anderer spezifischer S83.5-Unterkode prüfen. Nicht verwenden, wenn mehrere Kniegelenksstrukturen verletzt sind. |
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| Verwenden, wenn eine akute Distorsion, Verstauchung, Zerrung oder Ruptur eines Kreuzbandes dokumentiert ist, das betroffene Kreuzband aber nicht näher bezeichnet ist. | Nicht verwenden, wenn vorderes oder hinteres Kreuzband genauer bezeichnet ist; dann spezifischeren Unterkode aus S83.5- wählen. Nicht verwenden, wenn mehrere Kniegelenksstrukturen verletzt sind. |
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| Verwenden, wenn eine sonstige oder nicht näher bezeichnete akute Distorsion, Verstauchung oder Zerrung des Knies dokumentiert ist und keine spezifischere Strukturzuordnung vorliegt. | Nicht verwenden, wenn eine spezifische Seitenband- oder Kreuzbandverletzung, ein akuter Meniskusriss, ein akuter Knorpelriss, eine Luxation oder eine Mehrfachstrukturverletzung dokumentiert ist. |
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| Verwenden, wenn im Rahmen desselben akuten Knieverletzungstraumas mehrere Strukturen des Knies verletzt sind. | Nicht verwenden, wenn nur eine isolierte Seitenband-, Kreuzband- oder sonstige einzelne Kniedistorsion dokumentiert ist. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Orientierung im unmittelbaren Knieverletzungs-Kodierraum verwenden; für die Kodierung den passenden endständigen S83-Unterkode wählen. | Die Distorsion des Kniegelenks liegt in der S83-Kategorie zusammen mit anderen akuten Band-, Luxations- und Binnenverletzungen des Knies. |
| Orientierungsbereich | Nur zur systematischen Einordnung akuter Knie- und Unterschenkelverletzungen nutzen; für die eigentliche Kodierung die konkrete Kategorie innerhalb des Bereichs wählen. | Der Bereich ordnet die Kniedistorsion im Kapitel der akuten Verletzungen des Knies und Unterschenkels ein. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentiertem akutem traumatischem Meniskusriss statt einer unspezifischen Kniedistorsion den spezifischeren S83.2-Kodierpfad prüfen. | Verdrehtraumen des Knies werden klinisch häufig zunächst als Distorsion beschrieben, können aber tatsächlich einen akuten Meniskusriss abbilden. |
| Abgrenzungskode | Bei bildgebend oder operativ gesichertem akutem Knorpelriss den spezifischeren S83.3-Pfad statt eines Distorsionskodes prüfen. | Eine akute chondrale Verletzung kann nach Knietrauma fälschlich unter einer allgemeinen Distorsion verbleiben, obwohl eine spezifische Binnenverletzung dokumentiert ist. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierter Patellaluxation oder Patellasubluxation nicht als bloße Kniedistorsion kodieren, sondern S83.0 prüfen. | Patellaluxationen treten nach Verdrehtrauma häufig im selben klinischen Kontext wie eine Kniedistorsion auf, folgen aber einem anderen Kodierpfad. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierter Luxation des Kniegelenks den passenden endständigen S83.1-Unterkode statt eines Distorsionskodes wählen. | Die echte Kniegelenksluxation ist eine schwerere, eigenständige Verletzungsdiagnose und darf nicht unter einer Verstauchung/Zerrung subsumiert werden. |
| Abgrenzungskode | Bei chronischer, rezidivierender, alter oder nicht akut-traumatischer Binnenläsion des Knies M23.- statt eines akuten S83-Kodes prüfen. | M23.- grenzt chronische oder ältere Binnenläsionen des Kniegelenks von der akuten traumatischen Kniedistorsion ab. |
Alphabetische Einträge
- Distorsion des medialen kollateralen Kniegelenkbandes
- Innenbandruptur des Kniegelenks
- Ruptur des vorderen Kreuzbandes des Kniegelenks
- Kreuzbandruptur des Kniegelenks
- Seitenbandriss des Kniegelenks
- Kniegelenkverstauchung
- Kniegelenkdistorsion
- Kreuzbanddistorsion des Knies
- Distorsion der Seitenbänder des Knies
- Distorsion der tibialen Seitenbänder des Knies