ICD-10-GM Kodes für Depressive Episode, nicht näher bezeichnet (F32.9)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Depressive Episode, nicht näher bezeichnet. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Depression, nicht näher bezeichnete depressive Episode, Depression, nicht näher bezeichnet

Kerninformation

Eine einzelne depressive Episode ohne nähere Angaben zu Schweregrad oder psychotischen Symptomen wird mit F32.9 kodiert; bei dokumentiertem Schweregrad oder rezidivierendem Verlauf ist ein spezifischerer Kode zu wählen.

Wichtigste Auswahlachse: Schweregrad und Einzelepisode versus rezidivierender Verlauf

Wichtigste Warnung: F32.9 nicht verwenden, wenn eine rezidivierende depressive Störung oder eine nähere Spezifizierung der Episode dokumentiert ist.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • F32.9Depressive Episode, nicht näher bezeichnet
Verwenden, wenn eine depressive Episode oder eine Depression o.n.A. dokumentiert ist und weder Schweregrad noch psychotische Symptome näher bezeichnet sind.Nicht verwenden, wenn eine leichte, mittelgradige oder schwere depressive Episode, psychotische Symptome, eine sonstige nähere Bezeichnung oder ein rezidivierender Verlauf dokumentiert sind.
  • depressive Episode oder Depression/depressive Störung o.n.A.
  • keine Angabe zu Schweregrad
  • keine Angabe zu psychotischen Symptomen
  • kein rezidivierender Verlauf dokumentiert
  • F32.0Leichte depressive Episode
Verwenden, wenn eine einzelne leichte depressive Episode dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn mittelgradige oder schwere Ausprägung, psychotische Symptome oder ein rezidivierender Verlauf dokumentiert sind.
  • depressive Episode
  • Einzelepisode
  • Schweregrad leicht
  • keine rezidivierende depressive Störung
  • F32.1Mittelgradige depressive Episode
Verwenden, wenn eine einzelne mittelgradige depressive Episode dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn leichte oder schwere Ausprägung, psychotische Symptome oder ein rezidivierender Verlauf dokumentiert sind.
  • depressive Episode
  • Einzelepisode
  • Schweregrad mittelgradig
  • keine rezidivierende depressive Störung
  • F32.2Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
Verwenden, wenn eine einzelne schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn psychotische Symptome oder ein rezidivierender Verlauf dokumentiert sind.
  • depressive Episode
  • Einzelepisode
  • Schweregrad schwer
  • keine psychotischen Symptome
  • keine rezidivierende depressive Störung
  • F32.3Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
Verwenden, wenn eine einzelne schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn keine psychotischen Symptome oder ein rezidivierender Verlauf dokumentiert sind.
  • depressive Episode
  • Einzelepisode
  • Schweregrad schwer
  • psychotische Symptome dokumentiert
  • keine rezidivierende depressive Störung
  • F32.8Sonstige depressive Episoden
Verwenden, wenn eine sonstige näher bezeichnete einzelne depressive Episode dokumentiert ist, die keiner leichten, mittelgradigen oder schweren Episode mit oder ohne psychotische Symptome entspricht.Nicht verwenden, wenn gar keine nähere Spezifizierung vorliegt; dann F32.9 prüfen.
  • depressive Episode
  • Einzelepisode
  • sonstige nähere Bezeichnung
  • keine passendere Zuordnung zu F32.0, F32.1, F32.2 oder F32.3
  • keine rezidivierende depressive Störung

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
KodefamilieZur Einordnung die F32-Familie prüfen; den passenden endständigen Unterkode nach Schweregrad, psychotischen Symptomen und Spezifizierung wählen.F32.9 ist der unspezifische Unterkode innerhalb der direkten Kodefamilie für einzelne depressive Episoden.
  • F33.-Rezidivierende depressive Störung
AbgrenzungskodeStatt F32.9 prüfen, wenn wiederholte depressive Episoden oder eine rezidivierende depressive Störung dokumentiert sind; dann passenden endständigen F33-Unterkode wählen.Der häufigste Fehlpfad ist die Kodierung eines rezidivierenden Verlaufs als einzelne depressive Episode.
  • F31.-Bipolare affektive Störung
AbgrenzungskodeBei dokumentierter bipolarer affektiver Störung mit aktueller depressiver Episode nicht F32.9 verwenden; innerhalb F31.- den passenden Unterkode nach aktueller depressiver Ausprägung wählen.Depressive Episoden im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung gehören nicht in den Kodierpfad der unipolaren depressiven Episode.
AbgrenzungskodeNicht F32.9 verwenden, wenn eine anhaltende chronische depressive Verstimmung ohne klar abgegrenzte Einzelepisode dokumentiert ist; dann F34.1 prüfen.Dysthymia wird in der Praxis häufig mit einer unspezifischen depressiven Episode verwechselt.
  • F43.2Anpassungsstörungen
AbgrenzungskodeStatt F32.9 prüfen, wenn die depressive Symptomatik ausdrücklich als Anpassungsstörung im Zusammenhang mit einem Belastungsfaktor dokumentiert ist.Anpassungsstörungen sind ein zentraler Exklusivpfad gegenüber der depressiven Episode.
OrientierungsbereichNur zur Orientierung verwenden; für die Kodierung die konkrete Kategorie innerhalb von F31.-, F32.-, F33.- oder F34.- prüfen.Der Bereich ordnet die depressive Episode systematisch in das Umfeld affektiver Störungen ein.

Alphabetische Einträge

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