ICD-10-GM Kodes für Blockierung des Iliosakralgelenks (M54.17)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Blockierung des Iliosakralgelenks. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: ISG-Blockade, ISG-Blockierung, Sakroiliakalgelenk-Blockierung

Kerninformation

ISG-Syndrom bzw. Iliosakralfugensyndrom wird im Alphabetischen Verzeichnis mit M54.17 geführt; entscheidend ist die Abgrenzung zu akuten LWS-Syndromen mit ISG-Blockierung, entzündlicher Sacroiliitis und traumatischen ISG-Läsionen. M53.3 sollte nicht automatisch für ISG-Blockierung verwendet werden, wenn die Dokumentation ausdrücklich auf den Alphabetischen Pfad zu M54.17 weist.

Wichtigste Auswahlachse: Dokumentierter Charakter des Befunds: ISG-Syndrom/funktioneller Befund vs. akutes LWS-Syndrom vs. entzündlich vs. traumatisch

Wichtigste Warnung: M53.3 nicht automatisch für ISG-Syndrom oder Iliosakralfugensyndrom verwenden; diese Begriffe sind im Alphabetischen Verzeichnis auf M54.17 geführt.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • M54.17Radikulopathie: Lumbosakralbereich
Verwenden, wenn ausdrücklich ein ISG-Syndrom, Iliosakralgelenksyndrom oder Iliosakralfugensyndrom dokumentiert ist; diese Begriffe sind im Alphabetischen Verzeichnis auf M54.17 geführt.Nicht verwenden, wenn stattdessen ein akutes LWS-Syndrom mit ISG-Blockierung, eine entzündliche Sacroiliitis, eine traumatische Distorsion/Zerrung des Iliosakralgelenks oder nur unspezifischer Kreuzschmerz dokumentiert ist.
  • Diagnosebegriff ISG-Syndrom, Iliosakralgelenksyndrom oder Iliosakralfugensyndrom
  • Lokalisation lumbosakral bzw. Iliosakralgelenk
  • kein dokumentiertes Trauma als Ursache
  • keine dokumentierte entzündliche Sacroiliitis
  • M54.16Radikulopathie: Lumbalbereich
Verwenden, wenn ein akutes LWS-Syndrom mit Iliosakralgelenkblockierung dokumentiert ist und der Fall damit dem entsprechenden Alphabetischen Eintrag folgt.Nicht verwenden, wenn nur ein ISG-Syndrom ohne akutes LWS-Syndrom dokumentiert ist oder wenn eine entzündliche bzw. traumatische ISG-Erkrankung vorliegt.
  • Diagnose akutes LWS-Syndrom
  • dokumentierter Bezug zur ISG-Blockierung
  • akuter Verlauf
  • keine primär traumatische Läsion
  • M46.1Sakroiliitis, anderenorts nicht klassifiziert
Verwenden, wenn eine Sacroiliitis bzw. entzündliche Erkrankung des Iliosakralgelenks dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur eine funktionelle ISG-Blockierung bzw. ein ISG-Syndrom ohne Entzündungsdokumentation vorliegt oder wenn die Sakroiliitis einer spezifischeren Spondyloarthritis zugeordnet ist.
  • Diagnose Sacroiliitis
  • entzündliche Genese oder klinisch/radiologisch dokumentierte Entzündung
  • Lokalisation Iliosakralgelenk
  • keine rein funktionelle Blockierung als einzige Diagnose
  • S33.6Verstauchung und Zerrung des Iliosakralgelenkes
Verwenden, wenn eine traumatische Verstauchung, Zerrung oder Distorsion des Iliosakralgelenks dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn kein Trauma dokumentiert ist und stattdessen ein ISG-Syndrom, eine funktionelle Blockierung oder eine entzündliche Sacroiliitis vorliegt.
  • traumatisches Ereignis
  • Diagnose Verstauchung, Zerrung oder Distorsion des Iliosakralgelenks
  • zeitlicher Bezug zwischen Trauma und Befund
  • Lokalisation Iliosakralgelenk

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • M53.3Krankheiten der Sakrokokzygealregion, anderenorts nicht klassifiziert
AbgrenzungskodePrüfe M53.3 nur, wenn eine sonstige Krankheit der Sakrokokzygealregion dokumentiert ist; für ISG-Syndrom bzw. Iliosakralfugensyndrom nicht automatisch hierhin ausweichen.M53.3 ist ein naheliegender, aber häufig fehlverwendeter Alternativkode bei ISG-Beschwerden; die Seite muss diesen Fehlpfad ausdrücklich abgrenzen.
  • M99.0-Segmentale und somatische Funktionsstörungen
KodefamiliePrüfe einen passenden regionenspezifischen Unterkode, wenn die Dokumentation ausdrücklich eine manualmedizinische oder osteopathische segmentale/somatische Funktionsstörung beschreibt.ISG-Blockierungen werden in manchen Dokumentationen als biomechanische bzw. segmentale Dysfunktion erfasst; dann kann ein M99.0-Unterkode statt eines Schmerz- oder Syndromkodes relevant werden.
AbklärungskodeNur verwenden, wenn lediglich Kreuzschmerz dokumentiert ist und keine spezifische ISG-Diagnose gestellt wurde; bei gesicherter ISG-Diagnose tritt dieser Suchpfad zurück.Viele Fälle starten mit unspezifischem lumbosakralem Schmerz; der Symptompfad ist wichtig, wenn die Dokumentation die ISG-Blockierung noch nicht trägt.
  • M45.-Spondylitis ankylosans
AbgrenzungskodeNicht als funktionelle ISG-Blockierung kodieren, wenn die Sakroiliakalbeteiligung im Rahmen einer axialen Spondyloarthritis oder eines Morbus Bechterew dokumentiert ist; dann passenden M45-Unterkode prüfen.Entzündliche Sakroiliakalveränderungen bei Spondyloarthritis gehören in einen anderen Kodierpfad als das ISG-Syndrom.
  • M51.1Lumbale und sonstige Bandscheibenschäden mit Radikulopathie
AbgrenzungskodePrüfe diesen Alternativpfad bei dokumentierter radikulärer Symptomatik oder bildgebend gesichertem Bandscheibenschaden statt einer isolierten ISG-Blockierung.Lumboradikuläre Beschwerden werden klinisch häufig mit ISG-Schmerzen verwechselt; der Kode hilft bei der Abgrenzung einer anderen, spezifischeren Ursache.

Alphabetische Einträge

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