ICD-10-GM Kodes für Ausschluss einer tiefen Venenthrombose (Z03.5)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Ausschluss einer tiefen Venenthrombose. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Thrombose, Ausschluss TVT, Ausschluss einer TVT

Kerninformation

Beim Ausschluss einer tiefen Venenthrombose ist Z03.5 passend, wenn der TVT-Verdacht abgeklärt und ausgeschlossen wurde; bleibt stattdessen eine spezifische Symptom- oder Befunddiagnose als Endbefund dokumentiert, ist diese statt des Ausschlusskodes zu kodieren.

Wichtigste Auswahlachse: ob der Endfall als ausgeschlossener TVT-Verdacht oder als verbleibender Symptom-/Befundendzustand dokumentiert ist

Wichtigste Warnung: Bestätigte TVT-Kodes wie I80.28 sowie schwangerschafts- oder wochenbettbezogene TVT-Kodes nicht für einen bloßen Ausschlussfall verwenden; Zusatzkennzeichen wie A, G, V oder Z gehören nicht in das ICD-10-GM-Kodefeld.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • Z03.5Beobachtung bei Verdacht auf sonstige kardiovaskuläre Krankheiten
Verwenden, wenn ein Verdacht auf tiefe Venenthrombose diagnostisch abgeklärt und ausgeschlossen wurde und kein spezifischerer Endbefund als eigentliche Diagnose dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn eine tiefe Venenthrombose bestätigt ist oder nach der Abklärung eine andere spezifische Enddiagnose bzw. ein behandlungsrelevanter Symptom- oder Befundkode im Vordergrund steht.
  • Verdacht auf tiefe Venenthrombose
  • diagnostische Abklärung oder Beobachtung
  • TVT ausgeschlossen
  • kein anderer behandlungsbedürftiger Endbefund als Hauptdiagnose dokumentiert
  • R22.4Lokalisierte Schwellung, Raumforderung und Knoten der Haut und der Unterhaut an den unteren Extremitäten
Verwenden, wenn nach Ausschluss der TVT als maßgeblicher Endbefund eine lokalisierte Schwellung der unteren Extremität dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn ausdrücklich ein umschriebenes Ödem dokumentiert ist; dann R60.0 prüfen, oder wenn nur der ausgeschlossene TVT-Verdacht ohne verbleibenden Endbefund dokumentiert ist; dann Z03.5 prüfen.
  • lokalisierte Schwellung an der unteren Extremität
  • TVT ausgeschlossen
  • keine spezifischere Ursache oder Enddiagnose dokumentiert
Verwenden, wenn nach Ausschluss der TVT ein umschriebenes Ödem als maßgeblicher Endbefund dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur eine unspezifische Schwellung ohne dokumentiertes Ödem vorliegt; dann eher R22.4 prüfen, oder wenn lediglich der ausgeschlossene TVT-Verdacht dokumentiert ist; dann Z03.5 prüfen.
  • umschriebenes oder lokalisiertes Ödem
  • TVT ausgeschlossen
  • keine spezifischere kausale Diagnose dokumentiert

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • Z03.-Ärztliche Beobachtung und Beurteilung von Verdachtsfällen, Verdacht ausgeschlossen
KodefamilieZur Einordnung den passenden Z03.-Unterkode prüfen; beim Ausschluss einer TVT ist meist Z03.5 der relevante Pfad.Die Familie erklärt, dass ein ausgeschlossener TVT-Verdacht unter Beobachtungs- und Ausschlusskodes und nicht unter bestätigten Thrombosekodes liegt.
  • I80.28Thrombose, Phlebitis und Thrombophlebitis sonstiger tiefer Gefäße der unteren Extremitäten
AbgrenzungskodeStatt Z03.5 diesen Kode prüfen, wenn eine tiefe Venenthrombose der unteren Extremität tatsächlich bestätigt ist.I80.28 ist der zentrale Abgrenzungskode zur bestätigten TVT und verhindert die Verwechslung von Ausschlussfall und gesicherter Diagnose.
  • I80.20Thrombose, Phlebitis und Thrombophlebitis der Beckenvenen
AbgrenzungskodeDiesen Kode prüfen, wenn eine Beckenvenenthrombose bestätigt und nicht nur ausgeschlossen wurde.Bei proximaler oder beckenvenöser Thrombose reicht der Ausschlusskode nicht; der bestätigte venöse Befund braucht einen spezifischen Thrombosekode.
  • I80.3Thrombose, Phlebitis und Thrombophlebitis der unteren Extremitäten, nicht näher bezeichnet
AbgrenzungskodeDiesen Kode nur prüfen, wenn eine Thrombose der unteren Extremität dokumentiert und bestätigt ist, aber nicht präziser lokalisiert wurde.I80.3 ist ein häufiger Fehlpfad bei ungenauer Dokumentation, wenn eigentlich nur ein TVT-Verdacht ausgeschlossen wurde.
  • O22.3Tiefe Venenthrombose in der Schwangerschaft
AbgrenzungskodeBei bestätigter TVT in der Schwangerschaft diesen schwangerschaftsbezogenen Kode statt eines allgemeinen Ausschluss- oder I80-Pfads prüfen.Schwangerschaft ist ein eigener Kodierkontext; bestätigte TVT in der Schwangerschaft wird nicht über den allgemeinen Ausschlusspfad kodiert.
  • O87.1Tiefe Venenthrombose im Wochenbett
AbgrenzungskodeBei bestätigter TVT im Wochenbett den puerperalen Kode statt Z03.5 oder allgemeiner Thrombosekodes prüfen.Das Wochenbett hat einen eigenen ICD-10-GM-Kodierpfad, der von einem bloßen Ausschlussfall klar abzugrenzen ist.
  • M79.6-Schmerzen in den Extremitäten
AbklärungskodeBei nach Ausschluss der TVT verbleibendem dokumentiertem Extremitätenschmerz den passenden endständigen Unterkode aus M79.6- prüfen; nicht beim bloßen TVT-Verdacht ohne Endbefund verwenden.Bein- oder Wadenschmerz ist ein häufiger Anlass der TVT-Abklärung; nach negativem Ausschluss kann statt des Z03-Pfads ein Symptomkode relevant werden.
  • I80-I89Krankheiten der Venen, der Lymphgefäße und der Lymphknoten, anderenorts nicht klassifiziert
OrientierungsbereichNur zur Orientierung im venösen Kodierraum verwenden; für den Ausschlussfall den konkreten Kodepfad wählen.Der Bereich ordnet bestätigte venöse Erkrankungen systematisch ein, von denen der Ausschluss einer TVT abzugrenzen ist.

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