ICD-10-GM Kodes für Apixaban

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Apixaban. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Eliquis, Apixaban, Antikoagulation

Kerninformation

Apixaban hat keinen eigenen ICD-10-GM-Diagnosekode; entscheidend ist der Kodierkontext zwischen komplikationsloser Dauertherapie, Blutung unter therapeutischer Anwendung und Vergiftung oder Überdosierung.

Wichtigste Auswahlachse: Kodierkontext: regelrechte Dauertherapie vs. Blutung unter therapeutischer Anwendung vs. Vergiftung/Überdosierung

Wichtigste Warnung: Den Arzneimittelnamen nicht als Ersatz für die eigentliche Komplikation kodieren; bei dokumentierter Blutung oder anderer UAW ist der passende Komplikationspfad zu wählen.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • Z92.1Dauertherapie (gegenwärtig) mit Antikoagulanzien in der Eigenanamnese
Verwenden, wenn eine gegenwärtige Dauertherapie mit Apixaban als Antikoagulans dokumentiert ist und die Medikation selbst den kodierrelevanten Kontext bildet, ohne dokumentierte Blutung oder Vergiftung.Nicht verwenden, wenn eine Blutung unter therapeutischer Apixaban-Anwendung dokumentiert ist; dann D68.35 prüfen. Nicht verwenden bei Vergiftung, Überdosierung oder sonstiger toxischer Fehlanwendung; dann T45.5 prüfen.
  • aktuelle Dauertherapie mit Apixaban
  • Kodierrelevanz der Antikoagulation im Fallkontext
  • keine dokumentierte Blutung
  • keine dokumentierte Vergiftung oder Überdosierung
  • D68.35Hämorrhagische Diathese durch sonstige Antikoagulanzien
Verwenden, wenn eine Blutung bzw. hämorrhagische Diathese durch Apixaban unter therapeutischer Anwendung dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur eine komplikationslose Dauertherapie dokumentiert ist; dann Z92.1. Nicht verwenden bei Vergiftung oder Überdosierung; dann T45.5.
  • Apixaban als auslösendes Antikoagulans
  • dokumentierte Blutung bzw. hämorrhagische Diathese
  • therapeutische Anwendung, keine Vergiftung/Überdosierung
  • ärztlich dokumentierter Zusammenhang Apixaban → Blutung
  • T45.5Vergiftung: Antikoagulanzien
Verwenden, wenn eine Vergiftung, Überdosierung oder sonstige toxische Fehlanwendung von Apixaban dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn Apixaban regelrecht therapeutisch angewendet wurde und eine Blutung oder andere Nebenwirkung unter korrekter Anwendung dokumentiert ist; dann D68.35 oder bei nicht näher bezeichneter sonstiger UAW T88.7 prüfen.
  • Vergiftung, Überdosierung oder sonstige toxische Fehlanwendung
  • Apixaban bzw. Antikoagulans als auslösende Substanz
  • Ereigniskontext, z. B. versehentliche oder absichtliche Einnahme, soweit dokumentiert
  • T88.7Nicht näher bezeichnete unerwünschte Nebenwirkung eines Arzneimittels oder einer Droge
Verwenden, wenn eine unerwünschte Wirkung von Apixaban bei ordnungsgemäßer Anwendung dokumentiert ist, die Nebenwirkung aber nicht näher bezeichnet oder nicht spezifischer kodierbar ist.Nicht verwenden, wenn eine Blutung unter Apixaban dokumentiert ist; dann D68.35 prüfen. Nicht verwenden bei Vergiftung oder Überdosierung; dann T45.5.
  • ärztlich dokumentierte unerwünschte Arzneimittelwirkung
  • Apixaban als auslösendes Arzneimittel
  • regelrechte therapeutische Anwendung
  • keine spezifischere Nebenwirkungsmanifestation kodierbar

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • D68.3-Hämorrhagische Diathese durch Antikoagulanzien und Antikörper
KodefamilieZur Einordnung des Blutungspfads unter Antikoagulation die passende Unterkategorie wählen; bei dokumentierter Blutung durch Apixaban ist innerhalb dieser Familie typischerweise D68.35 relevant.Die Familie ordnet Apixaban-bedingte Blutungskomplikationen systematisch ein und hilft, Z92.1 von hämorrhagischen Komplikationen abzugrenzen.
  • R58Blutung, anderenorts nicht klassifiziert
AbklärungskodeNur prüfen, wenn lediglich eine unspezifische Blutung dokumentiert ist und weder Blutungsort noch eine arzneimittelbezogene Blutungskomplikation näher bezeichnet sind; tritt zurück, sobald eine spezifischere Diagnose dokumentiert ist.Unter Apixaban werden Blutungen häufig gesucht; der Kode ist ein Abklärungspfad bei unklarer Dokumentation, aber kein Ersatz für D68.35 oder einen spezifischen Blutungskode.
  • K92.2Gastrointestinale Blutung, nicht näher bezeichnet
AbgrenzungskodeBei dokumentierter gastrointestinaler Blutung den Blutungskode vorrangig prüfen; den Apixaban-Bezug nicht mit einer unspezifischen Arzneimittelangabe verwechseln.Gastrointestinale Blutungen sind ein häufiger konkreter Manifestationspfad bei Patienten unter Apixaban und grenzen sich von unspezifischen Arzneimittel- oder Vergiftungskodes ab.
  • I62.-Sonstige nichttraumatische intrakranielle Blutung
AbgrenzungskodeBei dokumentierter intrakranieller Blutung den passenden endständigen I62-Unterkode prüfen; Apixaban ersetzt den Blutungskode nicht.Schwere intrakranielle Blutungen sind ein klinisch wichtiger Abgrenzungspfad unter Antikoagulation und dürfen nicht nur als unspezifische Arzneimittelnebenwirkung dargestellt werden.
  • I48.-Vorhofflimmern und Vorhofflattern
KontextkodeDie zugrunde liegende Indikation separat kodieren, wenn sie dokumentiert und fallrelevant ist; Apixaban selbst ersetzt den Krankheitskode nicht.Vorhofflimmern ist eine häufige Behandlungsindikation für Apixaban und erklärt den Therapiekontext außerhalb der eigentlichen Arzneimittelkodierung.

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