ICD-10-GM Kodes für Anwendung von Antikoagulanzien (Z92.1)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation der Anwendung von Antikoagulanzien. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Blutverdünner, Antikoagulanzientherapie, Blutverdünner-Einnahme
Kerninformation
Die komplikationslose gegenwärtige Dauertherapie mit Antikoagulanzien wird mit Z92.1 kodiert; bei Blutung unter therapeutischer Anwendung ist statt des Statuskodes ein passender endständiger Blutungskode nach Wirkstoffgruppe zu wählen, und bei Vergiftung oder Überdosierung T45.5.
Wichtigste Auswahlachse: komplikationsloser Therapiestatus versus Blutungskomplikation bzw. Vergiftung/Überdosierung
Wichtigste Warnung: Z92.1 nicht für Blutungskomplikationen oder Überdosierungen von Antikoagulanzien verwenden.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn eine gegenwärtige Dauertherapie mit Antikoagulanzien bzw. eine laufende Antikoagulation als kodierrelevante Statusangabe dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn eine Blutung unter therapeutischer Anwendung von Antikoagulanzien dokumentiert ist; dann je nach Wirkstoffgruppe D68.33, D68.34 oder D68.35 prüfen. Nicht verwenden, wenn Vergiftung, Überdosierung oder Fehlanwendung dokumentiert ist; dann T45.5 prüfen. |
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| Verwenden, wenn eine Blutung bzw. hämorrhagische Diathese durch Cumarine oder andere Vitamin-K-Antagonisten unter therapeutischer Anwendung dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn nur eine komplikationslose Dauertherapie mit Cumarinen dokumentiert ist; dann Z92.1 prüfen. Nicht verwenden, wenn Vergiftung oder Überdosierung im Vordergrund steht; dann T45.5 prüfen. |
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| Verwenden, wenn eine Blutung bzw. hämorrhagische Diathese durch Heparine unter therapeutischer Anwendung dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn nur eine komplikationslose Heparintherapie dokumentiert ist; dann Z92.1 prüfen. Nicht verwenden, wenn statt einer Blutung eine heparininduzierte Thrombozytopenie dokumentiert ist; dann spezifischen Thrombozytopeniepfad prüfen. Nicht verwenden, wenn Vergiftung oder Überdosierung im Vordergrund steht; dann T45.5 prüfen. |
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| Verwenden, wenn eine Blutung bzw. hämorrhagische Diathese durch sonstige Antikoagulanzien unter therapeutischer Anwendung dokumentiert ist, z. B. durch Faktor-Xa- oder Thrombinhemmer. | Nicht verwenden, wenn Cumarine/Vitamin-K-Antagonisten dokumentiert sind; dann D68.33 prüfen. Nicht verwenden, wenn Heparine dokumentiert sind; dann D68.34 prüfen. Nicht verwenden, wenn nur eine komplikationslose Dauertherapie vorliegt; dann Z92.1 prüfen. |
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| Verwenden, wenn eine Vergiftung, Überdosierung oder sonstige Fehlanwendung von Antikoagulanzien dokumentiert ist. | Nicht verwenden, wenn es sich um eine bestimmungsgemäße Dauertherapie ohne Komplikation handelt; dann Z92.1 prüfen. Nicht verwenden, wenn eine Blutung unter therapeutischer Anwendung ohne Vergiftungscharakter dokumentiert ist; dann D68.33, D68.34 oder D68.35 nach Wirkstoffgruppe prüfen. |
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Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Einordnung die Z92.-Familie prüfen und den passenden Unterkode wählen; für die gegenwärtige Dauertherapie mit Antikoagulanzien ist typischerweise Z92.1 relevant. | Die Seite behandelt einen Statuskode aus dieser direkten Kodefamilie. |
| Kodefamilie | Bei Blutung unter therapeutischer Antikoagulation nicht den Familienkode verwenden, sondern den passenden endständigen Unterkode nach Wirkstoffgruppe auswählen. | Diese Familie ordnet die Blutungskomplikationen ein, die anstelle von Z92.1 zu kodieren sind. |
| Abgrenzungskode | Prüfen, wenn unter Heparintherapie eine heparininduzierte Thrombozytopenie dokumentiert ist; nicht als bloßen Therapiestatus oder als hämorrhagische Diathese kodieren. | Hilft, eine spezifische heparinbedingte Komplikation von Z92.1 und von D68.34 abzugrenzen. |
| Kontextkode | Nur zusätzlich kodieren, wenn Vorhofflimmern oder Vorhofflattern als eigenständige Indikation oder Begleiterkrankung dokumentiert ist; Z92.1 ersetzt die Grunderkrankung nicht. | Vorhofflimmern ist eine häufige Indikation für eine orale Antikoagulation, gehört aber auf einen eigenen Kodierpfad. |
| Abgrenzungskode | Bei dokumentierter Embryopathie durch Cumarine den spezifischen Fehlbildungskode prüfen; Z92.1 beschreibt nur den Therapiestatus und nicht die fetale Schädigung. | Grenzt die mütterliche Antikoagulanzientherapie von einer spezifischen embryofetalen Folge ab. |
Alphabetische Einträge
- Vergiftung durch Antikoagulanzien
- Hyperheparinämie
- Hämaturie bei Antikoagulanzientherapie
- Hämorrhagische Diathese durch Antikoagulanzien
- Antikoagulanzientherapie
- Dauertherapie mit Antikoagulanzien in der Eigenanamnese
- Blutung bei Antikoagulanziendauertherapie
- Hämorrhagische Störung durch zirkulierende Antikoagulanzien
- Heparininduzierte Thrombozytopenie Typ I
- Hämorrhagische Diathese durch Cumarine
- Blutung bei Dauertherapie mit Cumarinen
- Dauertherapie mit Cumarinen ohne Blutung
- Dauertherapie mit Antikoagulanzien ohne Blutung
Zugehörige Gruppen
- D65-D69: Koagulopathien, Purpura und sonstige hämorrhagische Diathesen
- I30-I52: Sonstige Formen der Herzkrankheit
- Q80-Q89: Sonstige angeborene Fehlbildungen
- T36-T50: Vergiftungen durch Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanzen
- Z80-Z99: Personen mit potentiellen Gesundheitsrisiken aufgrund der Familien- oder Eigenanamnese und bestimmte Zustände, die den Gesundheitszustand beeinflussen