ICD-10-GM Kodes für Anpassungsstörungen (F43.2)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Anpassungsstörungen. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.
Verwandte Begriffe: Anpassungsstörung, Belastungsreaktion, depressive Reaktion
Kerninformation
Anpassungsstörungen werden mit F43.2 kodiert, wenn eine belastungsbezogene psychische Reaktion mit dokumentiertem Anpassungsbezug vorliegt. F43.2 nicht verwenden, wenn stattdessen eine akute Belastungsreaktion, eine posttraumatische Belastungsstörung oder eine eigenständige depressive bzw. Angststörung ohne tragenden Anpassungsbezug dokumentiert ist.
Wichtigste Auswahlachse: Dokumentierter Anpassungsbezug zu belastendem Lebensereignis oder entscheidender Lebensveränderung.
Wichtigste Warnung: F43.2 nicht für akute Belastungsreaktion, PTBS oder eigenständige depressive bzw. Angststörung ohne tragenden Anpassungsbezug verwenden.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn eine Anpassungsstörung dokumentiert ist, also eine belastungsbezogene psychische Reaktion im Anpassungsprozess nach einem belastenden Lebensereignis oder einer entscheidenden Lebensveränderung. | Nicht verwenden, wenn stattdessen eine akute Belastungsreaktion, eine posttraumatische Belastungsstörung, eine eigenständige depressive Störung, eine gemischte Angst-und-depressive Störung ohne tragenden Anpassungsbezug oder eine andere spezifischere psychische Störung dokumentiert ist. |
|
Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Einordnung die Obergruppe F43.- heranziehen; für die dokumentierte Anpassungsstörung den direkt verwendbaren Kode F43.2 wählen. | Ordnet Anpassungsstörungen im unmittelbaren belastungsbezogenen ICD-10-GM-Umfeld ein. |
| Orientierungsbereich | Nur zur Orientierung verwenden; die konkrete Diagnose innerhalb des Bereichs nach dokumentiertem Störungsbild auswählen. | Hilft bei der systematischen Einordnung von Anpassungsstörungen gegenüber nahe liegenden Angst- und Belastungsstörungen. |
| Abgrenzungskode | Statt F43.2 prüfen, wenn eine unmittelbar akute, kurz dauernde Reaktion auf außergewöhnliche Belastung dokumentiert ist. | Häufige Abgrenzung, weil beide Diagnosen belastungsbezogen sind, aber einen unterschiedlichen zeitlichen und klinischen Verlauf abbilden. |
| Abgrenzungskode | Statt F43.2 prüfen, wenn eine PTBS mit traumabezogenem Wiedererleben, Vermeidung und anhaltender Übererregung dokumentiert ist. | Verhindert die Fehlkodierung traumabezogener Störungen als Anpassungsstörung. |
| Abgrenzungskode | Statt F43.2 prüfen, wenn eine depressive Episode ohne tragenden Anpassungsbezug dokumentiert ist. | Die depressive Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung wird häufig mit einer eigenständigen depressiven Episode verwechselt. |
| Abgrenzungskode | Statt F43.2 prüfen, wenn wiederholte depressive Episoden dokumentiert sind. | Grenzt belastungsassoziierte Anpassungsstörungen von rezidivierenden affektiven Störungen ab. |
| Abgrenzungskode | Statt F43.2 prüfen, wenn eine gemischte Angst-und-depressive Störung dokumentiert ist, ohne dass der Anpassungsbezug die Kodierung trägt. | Wichtige Abgrenzung zur gemischten Angst- und Depressionssymptomatik im Rahmen einer Anpassungsstörung. |
| Abgrenzungskode | Statt F43.2 prüfen, wenn insbesondere bei Kindern oder Jugendlichen eine Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung eigenständig dokumentiert ist. | Grenzt verhaltensbezogene Anpassungsreaktionen von einer spezifischen kombinierten Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen ab. |