ICD-10-GM Kodes für Angst und depressive Störung, gemischt (F41.2)
Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Angst und depressive Störung, gemischt. Enthält Hinweise zu plausibler Kodierung, erforderlicher Dokumentation und typischen Fehlerquellen.
Verwandte Begriffe: Angstdepression, gemischte Angst- und depressive Störung, Angst-Depressions-Störung
Kerninformation
Angst und depressive Störung, gemischt wird mit F41.2 kodiert; der Kode passt nur bei gleichzeitigem Bestehen von Angst- und Depressionssymptomen, wenn weder Angst noch Depression überwiegt und keine von beiden allein eine eigenständige Diagnose rechtfertigt.
Wichtigste Auswahlachse: Ob keine der beiden Symptomgruppen überwiegt und keine für sich allein als eigenständige Angst- oder depressive Störung zu kodieren ist
Wichtigste Warnung: F41.2 nicht verwenden, wenn eine spezifische Angststörung, depressive Episode, rezidivierende depressive Störung, Anpassungsstörung oder zwei getrennt zu kodierende Störungen dokumentiert sind.
Kodierentscheidungen
| Kode/Familie | Verwenden wenn | Nicht verwenden wenn | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Verwenden, wenn gleichzeitig Angst- und Depressionssymptome als gemischte Störung dokumentiert sind, keine der beiden Symptomgruppen eindeutig vorherrscht und keine von beiden für sich allein eine eigenständige Diagnose rechtfertigt. | Nicht verwenden, wenn eine depressive Episode, rezidivierende depressive Störung, spezifische Angststörung, Anpassungsstörung oder zwei jeweils eigenständig diagnostizierbare Störungen dokumentiert sind. |
|
Verwandte und abzugrenzende Kodes
| Kode/Familie | Rolle | Kodieraktion | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Kodefamilie | Zur Einordnung der Diagnosefamilie nutzen; bei anderer dokumentierter Angststörung den passenden spezifischen Unterkode prüfen. | F41.2 gehört zur Familie der anderen Angststörungen und muss gegen benachbarte F41-Kodes abgegrenzt werden. |
| Abgrenzungskode | Statt F41.2 prüfen, wenn die depressive Symptomatik als eigenständige depressive Episode dokumentiert ist. | Häufige Fehlkodierung entsteht, wenn eine tatsächlich eigenständige depressive Episode als gemischte Angst-Depressions-Störung kodiert wird. |
| Abgrenzungskode | Statt F41.2 prüfen, wenn wiederholte depressive Episoden oder eine rezidivierende depressive Störung dokumentiert sind. | Ein rezidivierender depressiver Verlauf gehört nicht in den Mischkode F41.2. |
| Abgrenzungskode | Statt F41.2 prüfen, wenn eine generalisierte Angststörung spezifisch dokumentiert ist und depressive Symptome nur begleitend oder sekundär sind. | Verhindert die vorschnelle Wahl von F41.2 bei primär angstbezogener Dokumentation. |
| Abgrenzungskode | Statt F41.2 prüfen, wenn wiederkehrende Panikattacken als eigenständige Panikstörung dokumentiert sind. | Panikstörung ist ein eigener Angststörungspfad und nicht mit der gemischten Angst-Depressions-Störung gleichzusetzen. |
| Abgrenzungskode | Statt F41.2 prüfen, wenn die Symptomatik als Reaktion auf ein belastendes Lebensereignis oder eine Lebensveränderung dokumentiert ist und als Anpassungsstörung beschrieben wird. | Wichtige Abgrenzung bei angst- und depressionsnaher Symptomatik mit klarem Belastungsbezug. |