ICD-10-GM Kodes für Achillodynie (M76.6)

Kompletter Leitfaden zur Kodierung und Dokumentation von Achillodynie. Enthält Hinweise zur kodierrelevanten Dokumentation, klinischen Plausibilität und Abgrenzung häufiger Fehlpfade.

Verwandte Begriffe: Achillessehnenschmerz, Schmerz der Achillessehne, Achillessehnenentzündung

Kerninformation

Achillodynie wird im ICD-10-GM in der Regel mit M76.6 kodiert, wenn eine nichttraumatische Tendinitis der Achillessehne dokumentiert ist; bei bloßem Schmerzbefund ohne spezifische Sehnendiagnose oder bei akuter Verletzung ist ein anderer Kodierpfad zu prüfen.

Wichtigste Auswahlachse: spezifische Achillessehnendiagnose versus reines Schmerzsymptom oder traumatische Verletzung

Wichtigste Warnung: M76.6 nicht verwenden, wenn nur Schmerz dokumentiert ist oder eine akute Achillessehnenverletzung vorliegt.

Kodierentscheidungen

Kode/FamilieVerwenden wennNicht verwenden wennDokumentation
  • M76.6Tendinitis der Achillessehne
Verwenden, wenn Achillodynie bzw. eine nichttraumatische Tendinitis der Achillessehne dokumentiert ist.Nicht verwenden, wenn nur Schmerz der Achillessehnenregion ohne spezifische Sehnendiagnose, eine akute traumatische Achillessehnenverletzung oder eine dokumentierte Spätfolge einer früheren Verletzung vorliegt.
  • Diagnose Achillodynie, Tendinitis der Achillessehne oder Achillessehnenentzündung
  • Lokalisation Achillessehne
  • nichttraumatischer Charakter bzw. kein akutes Trauma als Hauptursache

Verwandte und abzugrenzende Kodes

Kode/FamilieRolleKodieraktionRelevanz
  • M76.-Enthesopathien der unteren Extremität mit Ausnahme des Fußes
KodefamilieAls Kodefamilie zur Einordnung nutzen; bei dokumentierter Achillodynie den passenden endständigen Unterkode wählen.M76.- ist die direkte Kodefamilie, in der M76.6 für die Tendinitis der Achillessehne liegt.
  • M79.6-Schmerzen in den Extremitäten
AbklärungskodeNur prüfen, wenn lediglich Schmerz der Achillessehnenregion bzw. Extremität dokumentiert ist und noch keine spezifische Achillessehnendiagnose vorliegt; bei gesicherter Achillodynie spezifisch kodieren.Der Symptompfad ist wichtig, um eine Überkodierung von M76.6 bei bloßer Schmerzbeschreibung zu vermeiden.
  • S86.0Verletzung der Achillessehne
AbgrenzungskodeStatt des nichttraumatischen Achillodynie-Pfads prüfen, wenn ein akutes Trauma, eine Ruptur, Distorsion, Lazeration oder sonstige Verletzung der Achillessehne dokumentiert ist.Akute Achillessehnenverletzungen sind ein häufiger Fehlpfad bei Beschwerden im Bereich der Achillessehne.
AbgrenzungskodePrüfen statt M76.6, wenn primär ein Kalkaneussporn bzw. eine entsprechende knöcherne Enthesopathie dokumentiert ist.Fersenschmerz am Achillessehnenansatz kann klinisch ähnlich erscheinen, gehört kodierpraktisch aber auf einen anderen Pfad.
  • M67.0Achillessehnenverkürzung (erworben)
AbgrenzungskodePrüfen statt M76.6, wenn eine erworbene Achillessehnenverkürzung oder -kontraktur und nicht eine entzündliche bzw. schmerzhafte Achillessehnenerkrankung dokumentiert ist.Strukturelle Verkürzungen der Achillessehne sind von Achillodynie als entzündlich-degenerativem Beschwerdebild abzugrenzen.
  • T93.-Folgen von Verletzungen der unteren Extremität
FolgezustandskodePrüfen, wenn die aktuelle Achillessehnenbeschwerde als bleibende Folge einer früheren Verletzung dokumentiert ist und nicht als aktive Achillodynie.Die Abgrenzung zwischen aktueller nichttraumatischer Achillodynie und dokumentierter Spätfolge einer früheren Verletzung ist kodierpraktisch relevant.

Alphabetische Einträge

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